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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Unke

Lurch 2014: Gelbbauchunke

Autorin: Merle Giebeler
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Der Lurch des Jahres 2014 sticht durch seinen gelb gemusterten Bauch hervor - nicht ohne Grund heißt dieser Lurch Gelbbauchunke. (Bilder: DGHT / Axel Kwet; dpa picture-alliance)
Eine Gelbbauchunke (Bild: picture alliance / dpa)

Bombina variegata, Gelbbauchunke

Ihr Name verrät schon, wie sie aussieht: Die Gelbbauchunke hat einen leuchtend gelb gefärbten Bauch mit schwarzen Flecken.
Aussehen
Gelbbauchunken sind im Schlamm gut getarnt (Bild: SWR)
Die Gelbbauchunke sorgt für Überraschungen:
Von oben ist sie grau-bräunlich, schwärzlich oder lehmfarben und auf der Haut sitzen Warzen. Dadurch ist sie im Wasser und im Schlamm gut getarnt.
Gelbbauchunke häutet sich (Bild: SWR)
Auf der Bauchseite und an der Unterseite von Vorder- und Hinterbeinen leuchtet sie dagegen zitronen- oder orangegelb und ist mit blaugrauen Flecken gemustert.

Wie alle Amphibien häutet sich die Gelbbauchunke von Zeit zu Zeit.
Die unterschiedlichen Farbvarianten ob braun, grau oder schwärzlich - hängen davon ab, wo die Gelbbauchunken leben.
Der Rücken der Gelbbauchunke ist bräunlich oder grau (Bild: SWR)
Sie unterscheiden sich also von Region zu Region.

Unken gleichen - zumindest wenn man sie von oben betrachtet - Kröten, sind aber etwas kleiner und ihr Körper ist viel flacher.
Gelbbauchunken werden gerade mal vier bis fünf Zentimeter groß. Sie gehören zu den Froschlurchen und den Amphibien, aber nicht zu den Kröten oder Fröschen.
Sie bilden eine eigene Familie, die Familie der Scheibenzüngler. Sie heißt so, weil diese Tiere eine scheibenförmige Zunge besitzen. Im Gegensatz zur Zunge der Frösche schnellt die Scheibenzunge einer Unke zum Beutefang nicht aus ihrem Mund heraus.
Gelbbauchunken haben herzförmige Pupillen (Bild: SWR)
Außerdem haben die Männchen der Gelbbauchunke - anders als die Frösche und Kröten - keine Schallblase.
Zur Paarungszeit bekommen die Männchen schwarze Verdickungen an den Unterarmen; an Fingern und Zehen bilden sich die so genannten Brunstschwielen.
Auffällig sind die Pupillen: Sie sind herzförmig.
Heimat
Gelbbauchunken leben in Mittel- und Südeuropa in 200 bis 1800 Metern Höhe. Im Süden kommen sie in Italien und Frankreich bis zu den Pyrenäen an der spanischen Grenze vor, in Spanien gibt es sie nicht. Das Weserbergland und der Harz in Deutschland sind die nördliche Verbreitungsgrenze. Weiter nördlich und östlich kommt an ihrer Stelle die nah verwandte Rotbauchunke vor.
Lebensraum
Unke auf der Suche nach Wasser (Bild: SWR)
Unken brauchen flache, sonnige Tümpel zum Leben. Am liebsten mögen sie es, wenn diese winzigen Gewässer in der Nähe eines Waldes sind. Aber auch in Kiesgruben können sie ein Zuhause finden.

Und sogar eine mit Wasser gefüllte Reifen-Spur reicht ihnen zum Überleben.

Tümpel mit allzu vielen Wasserpflanzen mögen sie nicht. Wächst ein Teich zu, wandern die Unken wieder ab.

Weil Gelbbauchunken von Gewässer zu Gewässer wandern, gehören sie oft zu den ersten Tieren, die einen neuen kleinen Tümpel besiedeln. Weil solche kleinen Gewässer bei uns immer seltener werden, gibt es auch immer weniger Gelbbauchunken.
Rassen und Arten
Rotbauchunke (Bild: SWR)
Nah verwandt ist die Rotbauchunke (Bombina bombina). Ihr Rücken ist ebenfalls dunkel, ihr Bauch aber trägt leuchtend orangerote bis rote Flecken und kleine weiße Punkte.

Allerdings lebt sie weiter östlich und nördlich als die Gelbbauchunke und kommt nicht in den selben Gebieten vor.

Sie besitzt, anders als die Gelbbauchunke, eine Schallblase.

Nur von Mitteldeutschland bis Rumänien überschneiden sich die Verbreitungsgebiete beider Arten. Hier können sich Gelb- und Rotbauchunke sogar miteinander paaren und gemeinsame Nachkommen haben.
Lebenserwartung
Gelbbauchunken werden in der Natur höchstens acht Jahre alt.
Autorin: Barbara Kiesewetter