Alltag

Waschbären sind nachtaktiv und schlafen am Tag. Nachts durchstreifen sie die Wälder, Parkanlagen, Gärten und Abfallhaufen, die sich in der Nähe ihrer Schlafplätze befinden.
Wenn es im Winter richtig kalt wird, dann faulenzen die Waschbären. Sie machen aber keinen echten Winterschlaf:
Sie dösen nur vor sich hin. Sobald die Temperatur etwas ansteigt, streifen sie aber wieder durch die Gegend.
Freunde und Feinde

In freier Wildbahn hat der Waschbär so gut wie keine Feinde.
Bei uns wird er höchstens noch vom Uhu gejagt. Dafür sterben viele Waschbären im Straßenverkehr, wenn sie nachts unterwegs sind.
Auch von Jägern droht dem Waschbären Gefahr. Manche Jäger glauben nämlich, dass Waschbären für die Verdrängung anderer Tiere verantwortlich sind - etwa, weil sie Vogel-Eier aus Nestern klauen.
Jagd

In freier Wildbahn jagen Waschbären gern am Wasser. Nahe am Ufer von Bächen und Seen erbeuten sie kleine Fische, Krebse und Frösche.
Sie stapfen durch das seichte Wasser und tasten mit den Vorderpfoten nach Beutetieren. Was ihren Speiseplan angeht, sind Waschbären kein bisschen zimperlich.
An Land jagen sie auch Vögel, Echsen, Salamander und Mäuse.
Nachwuchs
Am Anfang des Jahres werden die Waschbärmännchen unruhig, denn von Januar bis März ist Brunft- und Paarungszeit. Ruhelos suchen die Männchen nach Weibchen, mit denen sie sich paaren können. Meistens tun sie das mit mehreren Weibchen. Manchmal bilden die Partner auch für kurze Zeit ein Paar.
Die Weibchen können schon im ersten Jahr Nachwuchs bekommen. Die Männchen brauchen ein Jahr länger bis zur Geschlechtsreife.
Neun Wochen nach der Paarung bringt das Waschbärweibchen an seinem Schlafplatz drei bis fünf Junge zur Welt.

Die Waschbärbabys sind etwa zehn Zentimeter groß, wiegen gerade einmal 70 Gramm und haben noch keine Zähne.
Obwohl die Jungen das Nest schon nach fünf Wochen zum ersten Mal verlassen, säugt die Mutter sie noch weitere zehn Wochen.
In der Zwischenzeit lernen die jungen Waschbären, wie man Krebse jagt und welche Früchte lecker schmecken. Nach vier Monaten verlassen die Jungen ihre Mutter und suchen sich eigene Territorien.
Sprache

Waschbären sind laute Gesellen, die viele verschiedene Laute von sich geben können. Wenn sie unzufrieden sind, "schnirken" oder "kekkern" sie.
Sie knurren und kreischen laut, wenn sie miteinander kämpfen - und sie fiepen, wenn sie einen Artgenossen treffen, den sie nicht leiden können.