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Steckbrief
Verhalten
Pflege

Wespenspinne

Alltag
Wespenspinnen-Netz (Bild: SWR)
Wespenspinnen sind dafür bekannt, dass sie ein besonders auffälliges und schönes Fangnetz spinnen.

Die Fäden des Netzes sind sehr dicht.

Es besteht aus 32 Speichen - so werden die Fäden genannt, die vom Zentrum des Netzes nach außen führen.

Der Fangbereich des Netzes hat etwa 30 Zentimeter Durchmesser.

Am auffälligsten ist jedoch ein breites Zickzack-Band, das vom Zentrum des Netzes aus nach unten führt. Manchmal gibt es noch ein zweites Zickzack-Band, das nach oben weist.
Wespenspinne im Netz (Bild: SWR)
Noch streiten sich die Forscher darum, welchen Zweck dieses Zickzack-Band hat. Manche glauben, dass es dazu dient, das Netz besonders stabil und fest zu machen.

Andere vermuten, dass es ein "Liebespfad" ist, der zur Paarungszeit das Männchen in die Mitte des Netzes zum Weibchen locken soll.

Und wieder andere glauben, dass das Zickzack-Band der Tarnung dient:
Sitzt die Spinne am Ende des Bandes im Zentrum des Netzes, fällt ihre Streifenzeichnung vor dem Hintergrund des Bandes nicht auf - die Wespenspinne kann also unerkannt auf ihre Beute lauern.

Wespenspinne mit Beute (Bild: SWR)
Wespenspinnen bauen ihr Netz senkrecht zwischen Pflanzenstängeln und ganz dicht über dem Boden. Gerät ein Beutetier in das Netz, krabbelt die Spinne schnell zu ihm, befestigt es mit einem Faden und fesselt es in wenigen Sekunden mit vielen Spinnfäden, indem sie es schnell um seine eigene Körperachse dreht.

So wird die Beute verpackt und anschließend an einem Faden am Netz aufgehängt. Nun lähmt die Spinne ihre Beute mit einem Biss und saugt sie anschließend aus.

Bei Gefahr lassen sich Wespenspinnen zu Boden fallen oder schwingen minutenlang kräftig mit dem Netz herum, so dass der Feind nicht mehr feststellen, wo genau die Spinne sitzt.

Junge Wespenspinnen können etwa ab Mai beobachtet werden, erwachsene Spinnen von Juli bis August, die Weibchen auch bis zum Oktober.
Freunde und Feinde
Vor allem bei hungrigen Vögeln stehen Wespenspinnen auf dem Speiseplan. Die größten Feinde der Wespenspinnen-Männchen sind übrigens die Wespenspinnen-Weibchen: Meistens fressen sie sie nach der Paarung.

Für junge Spinnen sind manche Schlupf-Wespen gefährlich: Sie legen ihre Eier in dem Kokon mit den Spinnen-Eiern ab - und ihre Larven ernähren sich dann von den geschlüpften Spinnen.

Für den Menschen sind Wespenspinnen ungefährlich.
Jagd
Wespenspinnen jagen ihrer Beute nicht hinterher, sondern lauern ihr in ihrem Netz auf. Sobald eine Heuschrecke oder ein anderes Insekt in den klebrigen Fäden hängen bleibt, wird sie von der Spinne gepackt, mit Spinnfäden eingewickelt und mit einem Biss getötet.
Nachwuchs
Wespenspinnen bei der Paarung (Bild: SWR)
Im Spätsommer ist bei den Wespenspinnen Paarungszeit. Dann nähert sich das Männchen mit zuckenden Bewegungen dem im Netz sitzenden Weibchen.

Wenn es ruhig sitzen bleibt - fast so, also ob es schlafen würde - ist es bereit zur Paarung.

Das Weibchen hebt seinen Körper an, damit das Männchen unter seinen Bauch kriechen kann.

Sobald die Paarung vorbei ist, wacht das Weibchen wieder auf. Dann ist es meist um das Männchen geschehen: es wird von seiner Partnerin aufgefressen. Manche Männchen schaffen es allerdings, sich schnell aus dem Staub zu machen, bevor das Weibchen erwacht.

Wespenspinne beim Bau eines Kokons (Bild: SWR)
Ende August ist der Hinterleib der Weibchen dick und mit Eiern gefüllt. Es beginnt die Zeit der Eiablage.

Die Spinne baut aus Spinnfäden einen festen Kokon. Zunächst baut sie eine becherförmige Basis, in die sie 300 bis 400 Eier klebt.
Dann spinnt sie eine braune Stützschicht an den Seiten, kleidet das Innere mit weißen Fäden aus und verschließt den Kokon mit weißen Fäden.
Wespenspinne bei der Ablage des Eikuchens (Bild: SWR)
Diese verschiedenen Schichten sorgen dafür, das im Inneren des Kokons genau das richtige Klima für die Entwicklung der Eier herrscht.
Vor der Eiablage legt die Spinnen-Mutter noch den so genannten gelben Eikuchen in den Kokon ab, der als Nahrung für die Spinnen-Babies dient.

Der fertige Kokon wird mit Spinnfäden sicher an Grashalmen oder Ästen verankert. Meist sind die Weibchen nach dem Bau und der Eiablage so erschöpft, dass sie sterben.
leerer Kokon mit junger Spinne (Bild: SWR)
Wenn etwa einen Monat später - also noch im Herbst - die jungen Spinnen aus den Eiern schlüpfen, müssen sie alleine zurecht kommen. Sie bleiben den Winter über in dem Kokon und ernähren sich von dem Eikuchen.

Erst im Mai oder Juni des nächsten Jahres verlassen den Kokon.

Dazu beißen sie ein Loch in die Kokonwand. Schon drei Monate später sind sie erwachsen und können sich fortpflanzen.
Autorin: Barbara Kiesewetter

 
 
 
 
 
 
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