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Uhrturm und Eulenturm

 
Donnerstags geht Max besonders gerne in die Schule. Da hat er nämlich zwei Stunden Kunst. Malen und zeichnen kann Max gut.
Heute ist allerdings eine etwas andere Kunststunde. Der Lehrer schließt die Tür auf und bittet seine Schüler, ihre Taschen abzustellen und gleich wieder nach draußen zu kommen. „Wir machen heute eine kleine Stadterkundung!“, kündigt er an.
Zeichnung: alter Turm mit Uhr (Bild: Gutenberg-Schule Dierdorf)
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Der Uhrturm
Zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörte auch der Uhrturm.
An vielen Tagen im Jahr ist der Turm geöffnet, weil dort Kunstausstellungen stattfinden und du kannst dann die steilen Treppenstufen hinaufsteigen und hast von ganz oben einen tollen Blick über Dierdorf.
Bis 1903 lebte ein Turmwächter im Uhrturm. Er hatte verschiedene Aufgaben. Wenn es irgendwo brannte, gab er Feueralarm, indem er mit einem Hammer auf eine der Glocken schlug.
Bild: vier Kinder vor einem alten Uhrturm (Bild: Gutenberg-Schule Dierdorf)
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Zu seinen wichtigsten Pflichten gehörte jedoch die tägliche Pflege und das Aufziehen der teuren Uhr, die der bekannte Uhrmacher Christian Kinzing aus Neuwied 1772 angefertigt hatte. Diese alte Uhr kannst du heute noch im Uhrturm besichtigen.
Der Uhrturm hieß viele Jahre auch “Hexenturm”. Bis 1653 wurden in dem Turm angebliche Hexen gefangen gehalten und gefoltert.
Wenn du den Uhrturm betrittst, kannst du links auf dem Boden noch alte Bretter sehen. Darunter befand sich das Kellerverlies. Der kleine Raum im ersten Stock diente als Folterkammer. Insgesamt wurden in Dierdorf 91 Menschen angeklagt und verbrannt.
Zeichnung: ein großer alter Turm (Bild: Gutenberg-Schule Dierdorf)
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Der Eulenturm
Der Eulenturm wurde nach der Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Karl IV. (1357) errichtet. Er erhielt vielleicht diesen Namen, weil in dem Turm Eulen lebten. Noch heute kannst du den Turm und Teile der alten Stadtmauer besichtigen.
Schau dir einmal das Dach des Eulenturmes genau an! Auf seiner Spitze wirst du zwei Fahnen entdecken, und wer gute Augen oder ein Fernglas hat, liest darauf die Buchstaben A.J. und darunter die Zahl 1724.
Zahl und Buchstaben erinnern an einen schlimmen Christmarkt und an die heldenhafte Tat eines Mannes. Er hieß Andreas Jungbluth und war der damalige Bürgermeister der Stadt Dierdorf.
Zu dieser Zeit gab es noch keine Brücke über den Holzbach, lediglich einen schmalen Holzsteg für die Fußgänger. Wagen und Fuhrwerke mussten vorsichtig durch den Holzbach fahren, um in die Stadt zu gelangen. Im Jahr 1724 war das Wetter am Christmarkt sehr schlecht. Gegen Mittag fing es stark an zu regnen, und als die Besucher gegen Abend mit den vollbeladenen Fuhrwerken den Heimweg antraten, geriet ein Fuhrwerk in eine gefährliche Strömung und drohte umzustürzen. Einige Frauen sprangen vor Angst ins kalte Wasser und wären ertrunken, wenn nicht der Stadtbürgermeister Jungbluth in der Nähe gewesen wäre. Schnell holte er Männer herbei, die mit langen Stangen die Frauen retteten.
Der Rat der Stadt ließ zur Erinnerung an die Tat des Bürgermeisters auf den Wetterfahnen des Turmes die beiden Buchstaben und die Jahreszahl anbringen.
 
Gutenberg Grundschule, Klasse 3 und 4 
Letzte Änderung am 14. Juni 2007
 
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