Musikbücher
Buchtipps der Spielraum-Redaktion
Axel Brüggemann: Wie Krach zu Musik wird. Beltz und Gelberg 2010. Brüggemanns Musikgeschichte ist unterhaltsam, amüsant geschrieben und sehr „aus dem Bauch heraus“. Der Autor mag Musik, das merkt man, und das möchte er Euch eben auch mitteilen. Und mit ihm eine Reihe prominenter Musiker wie Daniel Barenboim, ein berühmter Dirigent, oder Thomas Quasthoff, ein berühmter Sänger, oder eben Sting, auch ein berühmter Sänger. Ihr erfahrt darin allerhand interessante Dinge über den Jazz wie über die Kunst der Fuge, über Computermusik und die Wiener Klassik.
Janosch: Der Josa mit der ZauberfiedelSchott 2010Bilderbuch mit CD Eigentlich sind der Köhler Jeromir und sein Sohn Josa sehr glücklich. Wenn da nicht folgendes Problem wäre: Wie soll der kleine Josa je ein richtiger Köhler werden? Er ist so klein und schwach, dass er wohl niemals einen Baum tragen kann. Darüber ist Josa traurig. Doch eines Tages schenkt ihm ein Vogel eine Zauberfiedel - und ein Lied! Die Musik lässt die Zuhörer größer und stärker werden, wenn man das Lied vorwärts spielt. Und sie lässt sie kleiner und schwächer werden, wenn das Lied rückwärts erklingt. Mit dieser Zaubergeige macht sich der kleine Josa auf den Weg zum Mond...
Die Geschichte vom Josa mit der Zauberfiedel hat den Komponisten Wilfried Hiller so sehr begeistert, dass er dazu eine Musik geschrieben hat. Die lässt die Geschichte fast noch zauberhafter erscheinen, als sie ohnehin schon ist.
WiegenliederCarus Verlag Das etwas andere Liederbuch!
42 Wiegen- und Schlaflieder - von ganz bekannten Liedern wie "Schlaf, Kindlein, schlaf" oder "Der Mond ist aufgegangen" bis hin zu unbekannteren Volks- und Kunstliedern.
Das Besondere daran: Auf einer beiliegenden CD spielen Christine Busch, Violine, und Juliane Ruf, Klavier, nahezu sämtliche Lieder des Buches. Und das in einer ganz praktischen Stimmlage zum Mitsingen für alle - besonders natürlich für Kinder.
Karla Kuskin: Das Orchester zieht sich anmit Illustrationen von Marc SimontCarl Hanser VerlagAm frühen Abend beginnen Menschen sich in einhundertfünf Wohnungen der Stadt auf ihre Arbeit vorzubereiten und herauszuputzen. Einer steigt in die Badewanne, der nächste bindet seine Fliege um, die Herren ziehen schwarze Socken an, die Damen schlüpfen in lange schwarze Kleider, denn „das Orchester zieht sich an“.
Ich habe noch nie einen derartig witzigen Orchesterführer gesehen. Nicht nur wegen der Zeichnungen von Marc Simont, die typische Körperbewegungen beim Anziehen wie beim Musizieren humorvoll und poetisch darstellen, sondern vor allem wegen dieser stinknormalen Erzählsituation eines ganz besonderen Konzertabends. Der wird von vielen Menschen gestaltet, deren Arbeit es ist, Musik zu machen. Und in deren Leben und Instrumentenkoffer könnt ihr hier einen Blick werfen...
Leonard Bernstein: Konzert für junge Leute. Die Welt der Musik in 15 KapitelnOmnibus Taschenbuch Zu Anfang gibt der Autor einen guten Tipp: "Ganz gleich, was für Geschichten die Leute euch über die Musik erzählen, vergesst sie." Warum? "Geschichten können Musik nicht erklären. Musik ist einfach da." Recht hat er, der Autor. Natürlich hat er recht, denn Leonard Bernstein ist nicht irgendeiner, der was über Musik schreibt oder sagt.
Der Amerikaner Leonard Bernstein war gleichzeitig Komponist, Dirigent und Pianist, also ein Musikmensch durch und durch. Und genau dieser Leonard Bernstein hatte vor einem halben Jahrhundert (ja, im Jahr 1958 war das - so lange ist das schon her) als einer der ersten überhaupt die Idee, bei seinen „Young People’s Concerts“ im amerikanischen Fernsehen klassische Musik für Jugendliche und Kinder zu spielen und darüber zu reden. Und wie er das gemacht hat! Ihr solltet es mal erleben. Welches Glück, dass es diese genialen Konzerte als Buch gibt.
Das „Konzert für junge Leute“ ist nämlich ein echter Klassiker. Es ist sozusagen das Klassischste, was es über Klassik gibt. Und es ist das genialste dicke Musikbuch überhaupt, denn es lädt zum Um-die-Ecke-Denken und Quer-Hören ein.
Beispiel gefällig? OK: Was haben alte Kirchentonarten aus dem Mittelalter in einem Song der Beatles zu suchen?! Wann klingt Musik eigentlich amerikanisch?! Was ist überhaupt klassische Musik?! Und wie steht es mit dem Humor in dieser 'ernsten' Musik?!
Fragen über Fragen, und Bernstein beantwortet sie alle leicht, mit schrägen Gedankensprüngen, unendlich einfach, naheliegend, verständlich - und immer aus der Musik selbst heraus.
Robert Ziegler: Große Musiker. Von Barock bis Popaus dem Englischen von Margot WilhelmiGerstenberg Verlag Endlich, eine sinnvolle und übersichtliche Musikgeschichte für Schüler ist da!
In der Reihe “Sehen - Staunen - Wissen” ist eine Folge „Große Musiker“ erschienen, die anhand der Lebensgeschichte wichtiger Komponisten einen reich bebilderten Querschnitt durch die Musikgeschichte bietet.
Wollt ihr zum Beispiel etwas über die Musik von Ludwig van Beethoven wissen, erfahrt ihr gleichzeitig etwas über die Klaviere seiner Zeit und seht die altmodischen Hörgeräte des tauben Komponisten. Interessiert ihr euch eher für den Jazzmusiker Duke Ellington, könnt ihr hier gleichzeitig etwas über das Radio der 1930er Jahre lesen.
Die Querverbindungen, die in der Musikgeschichte so wichtig und vor allem besonders spannend sind, könnt Ihr hier wunderbar nachvollziehen - und werdet doch nie mit zu viel Information zugetextet.
Es macht Spaß, in dieser Musikgeschichte zu blättern, sich von Bildern und Textkästchen für Musiker und Musik begeistern zu lassen, von denen man vielleicht noch nichts gehört hat; von den Ursprüngen der Musik in der Steinzeit bis Youssou N’Dour ist dabei so ziemlich alles Hörenswerte vertreten.

