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Buchtipp

"ELSE – Ein Mädchen überlebt Auschwitz" von Michail Krausnick

 
Buchcover ELSE-Ein Mädchen überlebt Auschwitz von Michail Krausnick  (Bild: Patmos Verlag 2007)

Else Schmidt hat als achtjähriges Mädchen das Konzentrationslager Auschwitz überlebt. Als sie frei kommt, muss sie unterschreiben, dass sie nichts von dem dort erlebten, weitererzählt – "Behalt das für dich!"
Es vergehen Jahre, in denen sie schweigt, doch dann erzählt Else ihre Geschichte. Daraus entsteht ein Buch über die Zeit im Konzentrationslager, erzählt von Michail Krausnick und mit Bildern illustriert von Lukas Ruegenberg.
Als aus Else die Nummer Z 10540 wurde, ist sie gerade acht Jahre alt. Die Nationalsozialisten wollen ab 1944 alle Sinti und Roma in Deutschland verfolgen und ermorden. Als "Zigeunerkind" erfasst und abgestempelt, ist Else den Nationalsozialisten schutzlos ausgeliefert. Nur dem Einsatz ihres Pflegevaters Emil Matulat ist es zu verdanken, dass Else frei kommt und überlebt.
Das Konzentrationslager Auschwitz steht für die massenhafte Ermordung von vielen Menschen, deshalb sind die Geschichten, die von dort erzählen, traurige Geschichten. "Doch auch traurige Geschichten wollen erzählt sein."- S.7 aus "Else - Ein Mädchen überlebt Auschwitz"
Michail Krausnick
ELSE - Ein Mädchen überlebt Auschwitz
Verlag: Patmos Verlag
Erscheinungsjahr: 2007
Auflage: 4. Auflage
ISBN:3738619747
Altersempfehlung: 6 Jahre
 
Letzte Änderung am 13. August 2019
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Konzentrationslager: Die Konzentrationslager im Nationalsozialismus waren Gefangenenlager, in denen Menschen eingesperrt wurden, die die Nationalsozialisten zu ihren Feinden erklärt hatten. Dazu zählten politische Gegner, Homosexuelle, Sinti und Roma und andere, vor allem aber Juden. Die Verfolgten wurden ohne Gerichtsurteil und auf unbestimmte Zeit in diesen Lagern festgehalten.
Viele Konzentrationslager waren wie Arbeitslager, in denen die Gefangenen gezwungen wurden, bis zur Erschöpfung zu arbeiten. Es gab kaum zu essen und die Menschen schliefen in dreckigen und kalten Baracken. Ziel war es, diese Menschen zu töten. Die Nationalsozialisten bezeichneten dieses Vorhaben höhnisch als „Vernichtung durch Arbeit“.
Die sogenannten Vernichtungslagern wurden von den Nationalsozialisten für den gezielten Massenmord an Juden, Sinti und Roma und anderen verfolgten Personengruppen errichtet. In diesen Lagern ließen die Nationalsozialisten Gaskammern bauen, um die Gefangenen mit Gas zu töten.
Millionen Menschen – Männer, Frauen und Kinder – wurden von den Nationalsozialisten in den Lagern ermordet. Nach Kriegsende und der Niederlage der Deutschen konnten die Siegermächte, die US-Amerikaner, Briten, Franzosen und Sowjets, nur wenige Überlebende aus den Lagern retten.
Ein Lager, in dem besonders viele Menschen starben, war Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen. Heute ist es ein wichtiger Ort, an dem an die Verbrechen der deutschen Nationalsozialisten erinnert wird.
Sinti und Roma: Sinti und Roma sind Volksgruppen, die früher auch mit dem diskriminierenden Begriff „Zigeuner“ bezeichnet wurden. Sie kamen vor vielen hundert Jahren von Nord-West-Indien. Aufgrund von Krieg, Verfolgung, Vertreibung oder aus wirtschaftlicher Not waren sie heimatlos geworden und siedelten sich in Europa an. Es gab und gibt bis heute viele Vorurteile gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe. Die Nationalsozialisten nutzten das aus. Sie bezeichneten Sinti und Roma als minderwertige Menschen und verfolgten sie brutal. Sie verschleppten Sinti und Roma in Konzentrationslager und brachten etwa 500.000 von ihnen um.
Buchcover Muscha von Anja Tuckermann (Bild: Klak Verlag )

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Ein Buch über das Leben eines Sinti-Kindes während des Nationalsozialismus.