SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Glossar (SWR Planet Schule)

 
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
 
A
 
Alliierte
In den ersten Kriegsjahren konnten die Nationalsozialisten große Teile Europas erobern. Mit dem Kriegseintritt der USA 1941 änderte sich die Situation. Die USA verbündeten sich mit Frankreich, Großbritannien und Russland (der damaligen Sowjetunion), um gegen Hitler zu kämpfen. Die verbündeten Länder nannte man die Alliierten. Gemeinsam gelang es ihnen, Deutschland zu besiegen. Als Hitler erkannte, dass der Krieg für ihn verloren war und viele deutsche Städte zerstört waren, brachte er sich um. Deutschland kapitulierte am 8. Mai 1945.
 
Armee
Die meisten Länder haben ihre eigene Armee. Die Armee ist eine große Gruppe von Soldaten, die das Land im Krieg mit Waffen verteidigt und die Grenzen sichert. Oft spricht man anstelle von Armee auch von Militär. Bei der Armee herrscht eine strenge Ordnung. Die Soldaten müssen gehorchen und Befehle ausführen. Unter den Nationalsozialisten hieß die Armee Wehrmacht. Adolf Hitler war nicht nur der politische Machthaber in Deutschland, sondern auch der „Oberste Befehlshaber der Wehrmacht“, also der Chef der Armee. Alle Soldaten mussten ihm Treue schwören.
 
Antiziganismus
Mit Antiziganismus wird die feindliche Einstellung gegenüber Sinti und Roma bezeichnet. Zur feindlichen Einstellung gegenüber Sinti und Roma gehört auch, wenn man sie „Zigeuner“ nennt, denn das war der Begriff, mit dem sie jahrhundertelang verfolgt wurden.
Im Nationalsozialismus wurden die Sinti und Roma erst ausgegrenzt, schließlich in Ghettos gesperrt und dann in Konzentrationslager deportiert und getötet.
 
Antisemitismus
Antisemitismus bezeichnet Judenfeindlichkeit und den Hass gegen Juden.
Adolf Hitler und seine Anhänger - die Nationalsozialisten - waren Antisemiten. Sie behaupteten, alle Juden seien von Natur aus schlecht und beschuldigten sie, für alle Probleme auf der Welt verantwortlich zu sein. Auf diese absurde, menschenverachtende Behauptung beriefen sie sich, um Juden zu verfolgen.
Die Nationalsozialisten gingen brutal gegen jüdische Menschen vor. Jüdische Kinder durften nicht mehr zur Schule gehen, viele Juden durften ihre Berufe nicht mehr ausüben.
Als die Nationalsozialisten am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg begannen, verschlimmerte sich die Situation der Juden. Sie mussten ab 1941 einen gelben Stern an ihrer Kleidung tragen, wurden verfolgt, eingesperrt und misshandelt. Die Nationalsozialisten ließen in Deutschland und in den besetzten Ländern, vor allem in Polen, große, sogenannte Konzentrationslager bauen. In diesen Lagern wurden Juden und viele andere, die den Nationalsozialisten nicht passten oder die gegen sie waren, eingesperrt und zu harter Arbeit gezwungen. Viele von ihnen wurden umgebracht. Die Nationalsozialisten ermordeten während ihrer Herrschaft ungefähr sechs Millionen Juden.
 
B
 
Besatzer
Wenn Soldaten in ein anderes Land einmarschieren und ihr Land dort die Herrschaft übernimmt, nennt man sie Besatzer. Im Nationalsozialismus hat Hitlers Armee viele andere Länder überfallen und besetzt. Diese Länder konnten nicht mehr über sich selbst bestimmen, sondern mussten sich dem Willen und den Befehlen der deutschen Besatzungsmacht unterwerfen.
 
Bund Deutscher Mädel (BDM)
Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war der Teil der Hitlerjugend für Mädchen. Die Hitlerjugend war der Jugendverein der Nationalsozialisten. Im Nationalsozialismus war die Hitlerjugend ab 1933 die einzige staatlich zugelassene und anerkannte Jugendorganisation für Jugendliche – alle anderen Jugendgruppen ließ Hitler verbieten. Wie die Jungen waren auch die Mädchen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Jüngeren von 10 bis 14 Jahren waren im Jungmädelbund organisiert, die Älteren von 14 bis 18 Jahren nannten sich Bund Deutscher Mädel. Ab 1939, sechs Jahre nachdem Hitler die Macht übernommen hatte, war die Teilnahme in der HJ bzw. im BDM für fast alle Jugendlichen Pflicht: Ausnahmen waren kranke, behinderte und jüdische Kinder. Ihnen war die Mitgliedschaft verboten.
Die BDM-Mädchen trugen eine Uniform. Viele Mädchen wollten gerne in den BDM, da die Nationalsozialisten die Kinder mit Abenteuern und Sport lockten. Aber bei den gemeinsamen Freizeitfahrten und Sportveranstaltungen lernten sie vor allem Gehorsam, Disziplin und Vaterlandstreue. Das Ziel der Nationalsozialisten war, die Kinder mit ihren Gedanken und Ideen zu beeinflussen und auf den Krieg vorzubereiten.
 
D
 
Diktatur
In einer Diktatur hat eine Person oder eine kleine Gruppe allein das Sagen. Eine Diktatur ist das Gegenteil der Demokratie. In einer Demokratie wie heute in Deutschland können die Menschen ihre Meinung frei sagen, die Bürgerinnen und Bürger können wählen. In einer Diktatur geht das nicht. Der Diktator bestimmt über sein Land und sein Volk und wird von niemandem kontrolliert. Menschen oder Gruppen, die zum Beispiel anders denken und gegen den Diktator sind, werden unterdrückt, verfolgt, manchmal sogar getötet. Das harte Vorgehen gegenüber den Feinden des Diktators löst bei der übrigen Bevölkerung Ängste aus. Kaum jemand traut sich mehr, sich gegen den Diktator zu stellen. Viele schweigen oder unterstützen sogar den Diktator, um die eigene Macht zu sichern oder das eigene Leben nicht zu gefährden. Dieses Gefühl der Bedrohung sichert die Macht eines Diktators. So war es auch bei Adolf Hitler. Sehr viele Deutsche unterstützten ihn und seine Regierung - aus Angst, aber sehr häufig auch aus Überzeugung. Und das trotz der Verbrechen, die unter seiner Regierung verübt wurden.
 
Deportation
Deportation bedeutet, dass Menschen gegen ihren Willen fortgebracht werden. Die Nationalsozialisten deportierten Millionen Menschen – vor allem Juden, aber auch viele andere, die ihnen nicht passten oder die gegen sie waren – in Konzentrationslager. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um Männer, Frauen, Kinder, Kranke oder Alte handelte. Oft mussten sie ohne Vorwarnung ihre Wohnungen und Häuser verlassen und wurden zu Sammelpunkten an Bahnhöfen in ganz Deutschland und vielen anderen Ländern Europas gebracht. In engen, dreckigen Eisenbahnwaggons wurden sie ohne Nahrung und frisches Wasser in die Konzentrationslager transportiert. Die Nationalsozialisten ermordeten in den Lagern Millionen Menschen. Nur wenige Menschen haben die Lager überlebt.
 
Deserteur / Fahnenflüchtling
Der Begriff Deserteur stammt von dem lateinischen Verb deserere ab, auf Deutsch: verlassen. Wer Soldat wird, verpflichtet sich bei der Armee zu bleiben und zu kämpfen. Verlässt er seine Truppe ohne Erlaubnis, begeht er Fahnenflucht oder desertiert.
Gründe für die Fahnenflucht gab es einige im Zweiten Weltkrieg: Viele Soldaten an der Front wollten nicht mehr kämpfen, sie hungerten und froren. Andere sahen die Sinnlosigkeit des Krieges oder hatten schlicht Angst um ihr Leben. Ein Drittel der Deserteure geriet in die Fänge der Militärpolizei, die Restlichen liefen zum Feind über, kamen in Kriegsgefangenschaft oder konnten sich verstecken.
Im Zweiten Weltkrieg begingen mehr als 400.000 Soldaten Fahnenflucht. Nach dem Gesetz war man ein Deserteur, wenn man die Truppe ohne Erlaubnis verließ. Die meisten Deserteure bekamen Haftstrafen, jedoch wurden über 30.000 Soldaten im Krieg wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt.
 
E
 
Endsieg
Unter dem „Endsieg“ verstanden die Nationalsozialisten den endgültigen Sieg über die Alliierten – über die Länder, die sich zusammengeschlossen hatten, um gegen Hitler und die Wehrmacht zu kämpfen. Auch als ein Sieg der Deutschen immer unwahrscheinlicher wurde, durfte niemand am „Endsieg“ zweifeln. Wer sich kritisch zu den Niederlagen der Wehrmacht äußerte oder öffentlich sagte, dass er nicht mehr an einen Sieg Deutschlands glaubte, musste mit der Todesstrafe rechnen.
Bis zuletzt, als die sowjetische Armee Berlin schon längst erreicht hatte, setzten Hitler und seine Generäle alles daran, der Bevölkerung einzureden, dass der „Endsieg“ kurz bevorstünde. Die deutsche Armee zog sogar Jugendliche und alte Männer zur Verteidigung heran. Trotz der aussichtslosen Lage sollten sie ohne militärische Ausbildung kämpfen und ihr Leben riskieren.
 
F
 
Front
Im Krieg treffen an der Front feindliche Armeen aufeinander: Hier finden Schlachten statt. Die Lage der Front kann sich verändern, je nach Entwicklung der Kämpfe. Im Zweiten Weltkrieg wurde innerhalb und außerhalb Europas an verschiedenen Fronten gekämpft.
 
Fire Guard Messenger / Feuerwehrhelfer
Nachdem Deutschland im Zweiten Weltkrieg Frankreich besiegt hatte, planten die Nationalsozialisten, Großbritannien anzugreifen. Im September 1940 fand die „Luftschlacht um England“ statt. Die deutsche Luftwaffe wollte einen schnellen Sieg und bombardierte vor allem Orte in Großbritannien, die wichtig für das Militär waren. In einer November-Nacht flogen 500 deutsche Flugzeuge einen schweren Angriff gegen die englische Stadt Coventry, die fast vollständig zerstört wurde.
In der Zeit der deutschen Bombenangriffe arbeiteten britische Kinder als Feuerwehrhelfer, auf Englisch: „Fire Guard Messenger“ – so auch in der schottischen Stadt Clydebank. Deutschland bombardierte die Stadt, da hier bedeutende Schiffsanlagen waren. Nach den Angriffen fuhren die Kinder mit ihren Fahrrädern durch die brennende Stadt. Ihre Aufgabe war es, die Feuerwehr darüber zu informieren, welche Häuser und welche Straßen die Bomben getroffen hatten. So konnte den Menschen dort schnell geholfen werden. Allein in Clydebank waren über 90 Jungen als Feuerwehrhelfer unterwegs. Im Frühjahr 1941 musste Hitler den Luftkrieg gegen Großbritannien beenden – Großbritannien war nicht zu besiegen.
 
G
 
Ghetto
Als Ghetto bezeichnet man besondere Stadtviertel, in denen Bevölkerungsgruppen freiwillig oder gezwungen leben. So mussten in mittelalterlichen Städten in Deutschland Juden zusammen in einem Viertel leben, getrennt von den Christen. Die Bewohner konnten das Viertel aber frei betreten und verlassen.
Die Nationalsozialisten sperrten die Juden in neugeschaffene Ghettos ein. Hohe Mauern oder Stacheldraht umgaben diese Viertel. Niemand durfte sie ohne Genehmigung verlassen. Wer versuchte zu fliehen, wurde ermordet. Besonders in Polen herrschten unter den deutschen Besatzern menschenunwürdige Lebensumstände. Die Bewohner der Ghettos litten an Hunger und Krankheiten und mussten oft Zwangsarbeit leisten. Sehr viele Menschen starben. Die Nationalsozialisten verschleppten viele Juden von den Ghettos in Konzentrationslager.
Das größte Ghetto in Polen war in der polnischen Hauptstadt Warschau. Die gesamte jüdische Bevölkerung von Warschau und viele Verschleppte, zeitweise über 400.000 Menschen, mussten im Warschauer Ghetto auf engstem Raum zusammenwohnen. In Lodz (von den Nationalsozialisten in Litzmannstadt umbenannt) gab es das zweitgrößte Ghetto in Polen: Hier lebten zeitweise über 160.000 Menschen unter schlimmen Bedingungen im ärmsten Viertel der Stadt und mussten in vielen Fabriken Zwangsarbeit leisten.
 
Gasmaske
Gasmasken wurden im Zweiten Weltkrieg in vielen Ländern an die Bevölkerung ausgegeben, sie sollten als Schutz vor giftigen Gasen aus Gaswaffen dienen.
Mit ihren großen Sichtgläsern für die Augen und dem seltsamen Verschluss am Mund sah die Maske bedrohlich aus. Das Überziehen der Maske über den Kopf war schwierig und unangenehm.
Auch Kinder mussten üben, die Maske möglichst ohne Hilfe richtig und schnell aufzusetzen. Sie sollten die Gasmasken ständig bei sich tragen, da auch im Schulunterricht geübt wurde. Für kleinere Kinder gab es in den USA sogar eine Gasmaske in Form einer Mickey-Mouse.
 
Gaskammer
Gaskammern waren Einrichtungen in Konzentrations- und Vernichtungslagern, in denen die Nationalsozialisten Menschen durch Gas grausam ermordeten. Kinder, Alte und Kranke wurden nach ihrer Ankunft sofort von den Häftlingen getrennt, die noch arbeiten konnten. Sie mussten sich ausziehen und wurden in die Gaskammern der Lager geschickt. Man sagte ihnen, dass sie „duschen“ sollten, aber tatsächlich töteten die Nationalsozialisten sie dort.
Das größte dieser Vernichtungslager war Auschwitz-Birkenau im heutigen Polen. Hier ließen die Nationalsozialisten Menschen aus ganz Europa, vor allem Juden, umbringen. Heute ist das Lager eine der wichtigsten Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus.
 
H
 
Häftlingsorchester
In den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten gab es manchmal ein Orchester. Die Musiker waren Häftlinge, die von den Nationalsozialisten zum Orchesterdienst gezwungen wurden. Morgens und abends mussten die Orchestermitglieder beim Ein- und Ausmarsch der Häftlinge zur Arbeit musizieren. Sie mussten spielen, während vor ihren Augen Menschen erniedrigt und getötet wurden. Im Konzentrationslager Auschwitz gab es zeitweise sogar mehrere Häftlingsorchester.
 
Hitler, Adolf
Adolf Hitler, 1889 in Österreich geboren, war ein brutaler Diktator, der Deutschland von 1933 bis 1945 regierte. Seine Anhänger, die Nationalsozialisten, nannten ihn „Führer“. Während seiner Herrschaft sperrten seine Anhänger Millionen Menschen ein und ermordeten sie. Besonders groß war sein Hass gegen die Juden, die er systematisch verfolgen und schließlich umbringen ließ. In speziellen Lagern töteten die Nationalsozialisten während ihrer Herrschaft ungefähr sechs Millionen Juden.
Adolf Hitler war machtgierig und wollte ein großes Deutsches Reich. Deshalb rüstete er das Militär auf und überfiel zunächst Polen und dann weitere Länder. Damit begann Deutschland den Zweiten Weltkrieg – einen grausamen Krieg, in dem Millionen Menschen starben. Als Deutschland den Krieg verlor, beging Hitler Selbstmord.
 
Holocaust
Holocaust ist die Bezeichnung für die gezielte Ausgrenzung, Verfolgung und vor allem Ermordung von bestimmten Bevölkerungsgruppen durch die Nationalsozialisten. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich "vollständig verbrannt“. Vor allem europäische Juden wurden systematisch verfolgt und ermordet: In den Jahren 1941 bis 1945 töteten die Nationalsozialisten ungefähr sechs Millionen jüdische Menschen. Doch auch viele andere - etwa politische Gegner, Homosexuelle oder Sinti und Roma - wurden verfolgt, gefangengenommen und getötet.
 
Hitlerjugend (HJ)
Im Nationalsozialismus war die Hitlerjugend ab 1933 der einzige staatlich zugelassene Verein für Jugendliche: Alle anderen Jugendgruppen ließ Hitler verbieten. Die Jungen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: die Jüngeren im Alter von 10 bis 14 Jahren hießen Deutsches Jungvolk, auch „Pimpfe“ genannt. Die Älteren, von 14 bis 18 Jahren, trafen sich in der Hitlerjugend. Bei den Mädchen sah es ähnlich aus: Im Jungmädelbund waren Mädchen von 10 bis 14 Jahren, die Älteren nannten sich Bund Deutscher Mädel. Sechs Jahre nachdem Hitler die Macht übernommen hatte, war die Teilnahme in der HJ für fast alle Jugendlichen Pflicht: Ausnahmen waren kranke, behinderte und jüdische Kinder. Ihnen war die Mitgliedschaft verboten. Auf viele Kinder und Jugendliche übte die HJ eine große Faszination aus: Die Nationalsozialisten lockten die Heranwachsenden mit Abenteuerfahrten, Sport und gemeinschaftlichen Spielen. Ihr Ziel war, die Kinder mit ihren Gedanken und Ideen zu beeinflussen und auf den Krieg vorzubereiten.
 
J
 
Judentum
Das Judentum ist – wie das Christentum oder der Islam auch – eine Weltreligion. Über 14 Millionen Juden leben heute in vielen verschiedenen Ländern der Welt; die meisten in Amerika und Israel. In Deutschland gibt es aktuell knapp 100.000 jüdische Mitbürger.
 
Judenverfolgung unter Hitler
Adolf Hitler und seine Anhänger verfolgten Juden in Deutschland und in anderen Ländern brutal. Sie machten sie zum Feindbild, beschuldigten sie, für die meisten Probleme auf der Welt verantwortlich zu sein. Auf diese absurde, menschenverachtende Behauptung beriefen sie sich, um Juden zu verfolgen. Judenfeindlichkeit, Hass gegen Juden und ihre Verfolgung nennt man auch Antisemitismus.
In Deutschland begann es mit Beleidigungen und Ausgrenzung von Juden und wurde dann sehr schnell immer bedrohlicher. Jüdische Kinder mussten oft die Schule verlassen, Juden durften nicht mehr studieren und bekamen Berufsverbote. Bereits zwei Jahre nach der Machtübernahme Hitlers erließen die Nationalsozialisten Gesetze, die die Rechte der Juden stark einschränkten. Nach der Pogromnacht 1938, in der die Nationalsozialisten jüdische Geschäfte und Synagogen in Brand setzten, verschlimmerte sich die Lage für die Juden und mit Kriegsbeginn im September 1939 wurden sie systematisch verfolgt. Ab Ende 1941 wurden sie im Deutschen Reich gezwungen, auf ihrer Kleidung einen gelben Stern zu tragen, damit jeder sie sofort erkennen konnte. Nur selten hatten die anderen Menschen den Mut, ihren jüdischen Mitbürgern zu helfen. Die Nationalsozialisten töteten während ihrer Herrschaft ungefähr sechs Millionen Juden aus ganz Europa.
 
Judenstern / gelber Stern
In Deutschland mussten alle Juden, die älter als sechs Jahre waren, ab September 1941 einen sechseckigen gelben Stern mit der Aufschrift "Jude" an der Kleidung tragen. Der gelbe Stern war ein Mittel, um jüdische Menschen erkennbar zu machen, auszugrenzen und zu diskriminieren. Keiner durfte mit jüdischen Menschen befreundet sein oder ihnen helfen. Wer das tat, wurde bedroht und riskierte oft sein eigenes Leben.
Hitlers Ziel war es, alle Juden in Europa zu vernichten. Die Nationalsozialisten verhöhnten die Juden mit ihrem eigenen Zeichen: Denn der gelbe Stern hatte die Umrisse des Davidsterns, des Symbols des Judentums.
 
K
 
Kriegswinter
Als die deutsche Wehrmacht im Juni 1941 die Sowjetunion angriff, eroberte sie zunächst große Gebiete. Im Oktober griffen die deutschen Soldaten die Hauptstadt Moskau an. Doch es gelang ihnen nicht, die Stadt zu erobern. Ein Grund war der kalte und harte russische Winter – wegen des Krieges wurde er „Kriegswinter“ genannt.
Darauf war die deutsche Wehrmacht – im Gegensatz zu der kälteerprobten sowjetischen Armee – nicht eingestellt. Den deutschen Soldaten fehlte es an winterfester Kleidung, Decken und Nahrung. Im Kriegswinter 1941/42 starben mehr Soldaten durch Kälte und Hunger als in den Kämpfen. Als die Wehrmacht im darauffolgenden Kriegswinter 1942/43 die Schlacht um die russische Stadt Stalingrad verlor, mussten die Deutschen den Rückzug antreten.
In den Kriegswintern litten nicht nur die kämpfenden Soldaten, sondern auch die sowjetische Bevölkerung: Alle Energie wurde in den Krieg gesteckt; es fehlte überall an Nahrung, warmer Kleidung und Heizmaterial. Viele Menschen erfroren und verhungerten.
 
Konzentrationslager (KZ)
Die Konzentrationslager im Nationalsozialismus waren Gefangenenlager, in denen Menschen eingesperrt wurden, die die Nationalsozialisten zu ihren Feinden erklärt hatten. Dazu zählten politische Gegner, Homosexuelle, Sinti und Roma und andere, vor allem aber Juden. Die Verfolgten wurden ohne Gerichtsurteil und auf unbestimmte Zeit in diesen Lagern festgehalten.
Viele Konzentrationslager waren wie Arbeitslager, in denen die Gefangenen gezwungen wurden, bis zur Erschöpfung zu arbeiten. Es gab kaum zu essen und die Menschen schliefen in dreckigen und kalten Baracken. Ziel war es, diese Menschen zu töten. Die Nationalsozialisten bezeichneten dieses Vorhaben höhnisch als „Vernichtung durch Arbeit“.
Die sogenannten Vernichtungslagern wurden von den Nationalsozialisten für den gezielten Massenmord an Juden, Sinti und Roma und anderen verfolgten Personengruppen errichtet. In diesen Lagern ließen die Nationalsozialisten Gaskammern bauen, um die Gefangenen mit Gas zu töten.
Millionen Menschen – Männer, Frauen und Kinder – wurden von den Nationalsozialisten in den Lagern ermordet. Nach Kriegsende und der Niederlage der Deutschen konnten die Siegermächte, die US-Amerikaner, Briten, Franzosen und Sowjets, nur wenige Überlebende aus den Lagern retten.
Ein Lager, in dem besonders viele Menschen starben, war Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen. Heute ist es ein wichtiger Ort, an dem an die Verbrechen der deutschen Nationalsozialisten erinnert wird.
 
L
 
Luftangriff
Luftangriffe sind eine Möglichkeit, Krieg gegen ein anderes Land zu führen. Die Soldaten greifen den Feind mit Flugzeugen aus der Luft an und versuchen, wichtige Ziele im Feindesland mit Bomben zu treffen. Dazu zählen beispielsweise Industriegebiete, Häfen, Flughäfen, wichtige Verkehrsverbindungen und Militäreinrichtungen. Ein weiteres Ziel des Luftkriegs ist, den Gegner durch den dauernden Beschuss mit Bomben kriegsmüde zu machen, d.h. zu zermürben.
Im Zweiten Weltkrieg bombardierten deutsche Flieger zum Beispiel die polnische Stadt Warschau, das holländische Rotterdam und das damals jugoslawische Belgrad. Nach dem Sieg gegen Frankreich im Juni 1940 wollte Hitler Großbritannien in einer Luftschlacht erobern. Das gelang der deutschen Armee nicht, trotz vieler brutaler Bombardierungen großer Städte wie London oder Coventry. Im Gegenzug flogen Hitlers Gegner zahlreiche Luftangriffe gegen Deutschland. Insbesondere gegen Ende des Krieges bombardierten Amerikaner und Briten viele deutsche Städte.
 
N
 
Nationalsozialismus
In Deutschland entstand der Nationalsozialismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er war eine Sammelbewegung von politischen Strömungen und Gruppierungen, die gegen die Demokratie waren und extrem nationalistische und rassistische, vor allem judenfeindliche, Ideen und Ziele hatten.
Die Deutschen lebten Ende der 1920er Jahre in einer Demokratie; sie wurde Weimarer Republik genannt. Die Zeiten waren damals nicht einfach und die Menschen hatten mit großen Problemen zu kämpfen: Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit bestimmten den Alltag. Adolf Hitler, der Anführer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), gab vor, einfache Lösungen für diese Probleme zu haben. Viele Deutsche wurden begeisterte Anhänger der Nationalsozialisten. Im November 1932 gewann Hitlers nationalsozialistische Partei die Wahlen (aber nur mit rund 33 Prozent) und Hitler wurde zwei Monate später Regierungschef. Er ließ schließlich alle anderen Parteien verbieten, so dass die NSDAP die einzige Partei war.
Die Nationalsozialisten behaupteten, die Juden seien von Natur aus schlecht und beschuldigten sie, für viele Probleme auf der Welt verantwortlich zu sein. Auf diese absurde, menschenverachtende Behauptung beriefen sie sich, um die Juden zu demütigen, zu verfolgen und ihnen Leid zuzufügen. Mit Hilfe der nationalsozialistischen Partei baute Hitler eine grausame Diktatur auf.
1939 begann er den Zweiten Weltkrieg. In diesem Krieg starben über 55 Millionen Menschen. Während Hitlers Herrschaft, die von Januar 1933 bis Mai 1945 andauerte, ermordeten die Nationalsozialisten ungefähr sechs Millionen Juden. Man nennt diese Zeit heute auch die Zeit des Nationalsozialismus.
 
NSDAP
Bevor Hitler an die Macht kam, gab es viele verschiedene Parteien in Deutschland. Die Deutschen lebten Ende der 1920er Jahre in einer Demokratie; sie wurde Weimarer Republik genannt. Die Zeiten waren damals nicht einfach und die Menschen hatten mit großen Problemen zu kämpfen: Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit bestimmten den Alltag. Adolf Hitler, der Anführer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), behauptete, einfache Lösungen für diese Probleme zu haben. Im Juli 1932 gewann die NSDAP die Wahlen und Hitler wurde zwei Monate später Regierungschef. Er ließ schließlich alle anderen Parteien verbieten, sodass die NSDAP die einzige Partei war. Mit Hilfe der NSDAP baute Hitler eine grausame Diktatur auf: Er schaffte die Meinungs- und Pressefreiheit ab, Vereine und Parteien wurden aufgelöst. Hitler und seine Partei brachten sämtliche Gegner und Andersdenkende im Laufe weniger Jahre mit Gewalt zum Schweigen.
 
P
 
Propaganda
Propaganda ist der Versuch, andere Menschen zu beeinflussen und zu lenken. Wer Propaganda macht, möchte, dass die anderen nach den eigenen Vorstellungen denken und handeln.
Die Nationalsozialisten unter Hitler verbreiteten durch Propaganda Angst und Vorurteile und machten insbesondere Juden für viele Probleme verantwortlich. Sie versuchten die Menschen nicht mit Argumenten und Vernunft zu überzeugen, sondern sprachen ihre Gefühle an. Die Nationalsozialisten nutzten alle damals zur Verfügung stehenden Medien wie Radio, Film, Zeitungen und Großveranstaltungen für ihre Zwecke. Sie wollten den Menschen Angst machen und Hass gegen bestimmte Gruppen in der Gesellschaft erzeugen. Hitler hatte sogar einen eigenen Minister für Propaganda: Joseph Goebbels. Seine Aufgabe war es, die Politik Hitlers, beispielsweise gegenüber den Juden, als richtig erscheinen zu lassen.
 
Pogromnacht 1938
Unter „Pogrom“ versteht man die gewalttätige Verfolgung bestimmter Bevölkerungsgruppen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 plünderten und zerstörten Hitlers Anhänger in einer gezielten Aktion jüdische Geschäfte und setzten viele Synagogen und jüdische Gebetshäuser in Brand. In dieser Nacht wurden in Deutschland tausende Juden, aber auch andere Gegner der Nationalsozialisten, verhaftet oder umgebracht. Nur wenige halfen ihren jüdischen Nachbarn. Von nun an hatten die Juden in Deutschland nahezu keine Rechte mehr und wurden erbarmungslos verfolgt. Wer konnte, floh ins sichere Ausland. Hitlers Hass auf die Juden war so stark, dass er das ganze jüdische Volk vernichten wollte. Am Ende des Krieges hatten die Nationalsozialisten ungefähr sechs Millionen Juden ermordet.
 
R
 
Royal Air Force
Die Royal Air Force (RAF) ist die königliche Luftwaffe Großbritanniens. Im Zweiten Weltkrieg bombardierten britische Flugzeuge deutsche Städte als Antwort auf den von Deutschland begonnenen Krieg. Mit den Luftangriffen wollten die Briten die Deutschen dazu bewegen, den Krieg zu beenden. Im März 1942 wurde als erste deutsche Stadt Lübeck an der Ostsee massiv bombardiert. Die schwersten Angriffe flogen die Briten auf die deutschen Städte Rostock, Köln, Hamburg, Berlin und Dresden. Insgesamt starben in dem Bombenhagel durch die Royal Air Force und die Amerikaner mehr als 500.000 Menschen in Deutschland.
 
S
 
Stalingrad
Die Stadt Stalingrad heißt heute Wolgograd und liegt am Ufer der Wolga, knapp 1000 Kilometer südöstlich der russischen Hauptstadt Moskau.
Die Stadt war von 1925 bis 1961 nach dem Diktator Josef Stalin benannt, der von 1927 bis 1953 als Parteichef der KPdSU über die Sowjetunion herrschte.
Im Zweiten Weltkrieg fand dort eine große Schlacht statt: Im August 1942 griff die deutsche Wehrmacht Stalingrad an. Die deutschen Bomben zerstörten die Stadt zu großen Teilen. Dennoch gingen die Kämpfe weiter.
Stalin hatte allen Einwohnern, Männern, Frauen und Kindern, befohlen, die Stadt zu verteidigen – niemand durfte fliehen.
Die zermürbenden Kämpfe um die Stadt nutzte die sowjetische Armee, um Truppen in der Nähe zu sammeln und die Deutschen erneut von verschiedenen Seiten aus anzugreifen. So wurden die deutschen Soldaten vom sowjetischen Militär umzingelt. Hitler befahl seiner Armee weiterzukämpfen, doch die ausgehungerten und fast erfrorenen deutschen Soldaten waren besiegt. Ende Januar 1943 ergaben sie sich in der völlig zerstörten Stadt. Über 700.000 Menschen starben in der Schlacht um Stalingrad.
 
Selektion
Selektion bedeutete im Nationalsozialismus „Aussortierung“. In den Konzentrations- und Vernichtungslagern teilten die Nationalsozialisten die Menschen gnadenlos in „arbeitsfähig“ oder „nicht arbeitsfähig“ ein. Die „Arbeitsfähigen“ kamen als Häftlinge in die Konzentrationslager und mussten dort unter schlimmsten Bedingungen arbeiten. Alte, Kinder, Frauen, Kranke und Menschen mit Behinderung dagegen wurden von den Nationalsozialisten sehr oft ermordet.
 
Synagoge
Die Synagoge ist das Gotteshaus der Juden. Hier beten die Gläubigen, erhalten jüdischen Religionsunterricht und feiern Gottesdienste. Das Wort Synagoge kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet „Haus der Versammlung“. Synagogen sehen ebenso wie Kirchen sehr unterschiedlich aus: Jede Synagoge hat jedoch im Innenraum einen Schrein, d. h. eine Art Schrank oder Truhe, mit der Thora-Rolle, der heiligen Schrift der Juden. Die Thora-Rolle ist ein wichtiger Teil der jüdischen Bibel und enthält die ersten fünf Bücher Mose. Das Judentum zählt mit rund 14 Millionen Gläubigen zu den großen und ältesten Weltreligionen. Eine der größten Synagogen befindet sich in Jerusalem, in Israel. Die jüdischen Geistlichen werden Rabbiner genannt.
 
SS (Schutzstaffel)
Die Schutzstaffel (SS) war eine besondere militärische Organisation der Nationalsozialisten. Als die SS 1923 gegründet wurde, waren ihre Männer zunächst die Leibwache Adolf Hitlers. Unter ihrem Chef Heinrich Himmler wurde die Schutzstaffel eine mächtige Organisation. Die SS war bekannt für ihre Verbrechen: Im Krieg ordnete sie Massenerschießungen an. Teile der SS waren für die Bewachung der Konzentrationslager zuständig.
 
Sowjetunion
Die Sowjetunion, kurz UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken), war ein Staat, der von 1922 bis 1991 bestand. Zur Sowjetunion gehörten Russland und verschiedene Länder in Osteuropa und Nordasien. Dazu zählten viele Länder, die heute eigenständig sind: Russland, Weißrussland, die Ukraine, Moldawien, Estland, Lettland, Litauen, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kirgistan, Kasachstan, Turkmenistan, Tadschikistan und Usbekistan.
In der Sowjetunion gab es nur eine Partei: die KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion). Sie bestimmte über alles, was im Land passierte und duldete keine Kritik. Von 1927 bis 1953 herrschte der Diktator Josef Stalin als Parteichef der KPdSU über die Sowjetunion.
 
Sinti und Roma
Sinti und Roma sind Volksgruppen, die früher auch mit dem diskriminierenden Begriff „Zigeuner“ bezeichnet wurden. Sie kamen vor vielen hundert Jahren von Nord-West-Indien. Aufgrund von Krieg, Verfolgung, Vertreibung oder aus wirtschaftlicher Not waren sie heimatlos geworden und siedelten sich in Europa an. Es gab und gibt bis heute viele Vorurteile gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe. Die Nationalsozialisten nutzten das aus. Sie bezeichneten Sinti und Roma als minderwertige Menschen und verfolgten sie brutal. Sie verschleppten Sinti und Roma in Konzentrationslager und brachten etwa 500.000 von ihnen um.
 
V
 
Vichy-Regime
Im Zweiten Weltkrieg besiegten Hitlers Soldaten die Franzosen im Sommer 1940. Der deutsche Sieg führte dazu, dass Frankreich in zwei Hälften geteilt wurde. Im Norden und in der Hauptstadt Paris regierten die deutschen Besatzer. Der Süden Frankreichs wurde nicht besetzt. Dort gab es nun in der Stadt Vichy eine neue französische Regierung unter Staatschef Henri Philippe Pétain. Wegen des Namens der Stadt wurde sie Vichy-Regime genannt.
Der neue Regierungschef arbeitete mit den deutschen Nationalsozialisten zusammen. So unterstützte er Hitler bei der Verfolgung der Juden.
 
W
 
Winston Churchill
Winston Churchill wurde 1874 geboren. Er gilt heute als einer der wichtigsten Politiker Großbritanniens. Von 1940 bis 1945 war Churchill britischer Regierungschef. Als die Deutschen ihre Luftangriffe gegen Großbritannien begannen, wurde Churchill zum wichtigsten Gegner Hitlers in Großbritannien und Europa. Während der deutschen Luftangriffe ab Sommer 1940 litt die Bevölkerung Großbritanniens sehr. Viele britische Städte wie London und Coventry wurden durch die deutschen Bomben teilweise zerstört, über 20.000 Menschen getötet. Regierungschef Churchill sprach in dieser schweren Lage seinen Landsleuten immer wieder Mut zu. Er beschwor sie, den Kampf gegen Deutschland nicht aufzugeben. Dies zahlte sich aus: Großbritannien wurde von den Deutschen nicht besiegt.
Winston Churchill war auch nach dem Zweiten Weltkrieg ein erfolgreicher Politiker und Schriftsteller. Für sein Buch über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges erhielt er den Nobelpreis für Literatur und wurde in England von Königin Elisabeth II zum Ritter geschlagen. Dies ist in Großbritannien eine große Ehre. Churchill starb 1965 in London.
 
Widerstand gegen Hitler
Viele Deutsche haben Hitler unterstützt, weil sie seine Politik gut fanden oder aus Angst vor seiner großen Macht. Es gab aber auch Menschen, die Widerstand leisteten. Manche Menschen halfen ihren jüdischen Mitbürgern und anderen Verfolgten, sich zu verstecken und aus Deutschland zu fliehen. Andere trafen sich heimlich, wie die Studenten Hans und Sophie Scholl. Sie verteilten mit ihrer Gruppe, der „Weißen Rose“, Flugblätter gegen Hitler und mussten dafür sterben. Wer Widerstand leistete, riskierte sein Leben. Die Nationalsozialisten verfolgten ihre Gegner brutal.
Es gab auch Attentate auf Hitler: Georg Elser legte am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller eine zeitgesteuerte Bombe. Das Attentat scheiterte nur knapp, Hitler und einige andere Nationalsozialisten verließen den Raum früher als geplant. Ein weiteres bekanntes Attentat fand am 20. Juli 1944 statt: Der Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg zündete mit einigen Verbündeten in Hitlers Hauptquartier eine Sprengstoffbombe. Hitler überlebte auch diesen Anschlag. Georg Elser wie auch von Stauffenberg und seine Verbündeten wurden von den Nationalsozialisten hingerichtet.
 
Wehrmacht
Die Wehrmacht war die deutsche Armee unter Adolf Hitler. Sie hatte eine Stärke von 4,5 Millionen Soldaten und war in drei Teile unterteilt: das Heer, die Kriegsmarine und die Luftwaffe. Die Soldaten mussten ihren Eid direkt auf Hitler leisten, da er der Chef, der „Oberste Befehlshaber der Wehrmacht“, war.
Schon vor Kriegsbeginn, von 1933 an, begann Hitler mit einem großen Aufrüstungsprogramm: Er ließ riesige Mengen an Waffen und Munition produzieren und Flugzeuge bauen und bereitete den Krieg vor.
Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg. Bei ihren Eroberungsfeldzügen beging die Wehrmacht grausame Verbrechen.
 
Z
 
Zweiter Weltkrieg
Im 20. Jahrhundert gab es zwei große Weltkriege, an denen viele Länder aus der ganzen Welt beteiligt waren. Der Erste Weltkrieg dauerte von 1914 bis 1918, der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945.
In Deutschland waren seit 1933 die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler an der Macht. Hitler war machtgierig und wollte ein großes Deutsches Reich, deshalb führte er Krieg. Hitler begann den Zweiten Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen 1939. Im Radio behauptete er, dass Polen Deutschland angegriffen habe. Eine Lüge!
Andere Länder wie Frankreich und Großbritannien wollten Hitlers Eroberungszug nicht hinnehmen und erklärten den Deutschen daraufhin den Krieg. Nach und nach traten immer mehr Länder in den Krieg ein.
In den ersten Kriegsjahren konnten die Nationalsozialisten große Teile Europas erobern. Mit dem Kriegseintritt der USA 1941 änderte sich die Situation. Die USA verbündeten sich mit Frankreich, Großbritannien und Russland (der damaligen Sowjetunion), um gegen Hitler zu kämpfen. Die verbündeten Länder nannte man die Alliierten. Gemeinsam gelang es ihnen, Deutschland zu besiegen. Als Hitler erkannte, dass der Krieg für ihn verloren war und viele deutsche Städte zerstört waren, brachte er sich um. Deutschland kapitulierte am 8. Mai 1945. Das bedeutet: Deutschland gab auf und akzeptierte die Niederlage. Im Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 55 Millionen Menschen getötet.