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Muslim/a sein

 
Vom 16. Mai bis zum 14. Juni 2018 ist Ramadan. Musliminnen und Muslime fasten in dieser Zeit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Das Ende des Ramadan wird mit einem mehrtägigen Fest gefeiert: dem Zuckerfest.
 
Eine wichtige Zeit im Jahr ist für Muslime der Fastenmonat Ramadan. Vier Wochen lang wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet. Wir haben Yusuf, Merve und Gizem beim allabendlichen Fastenbrechen begleitet
 
Koranschule für Mädchen (Bild: dpa)
Großansicht: Koranschule für MädchenKoranschule für Mädchen
Eltern geben ihren Glauben an die Kinder weiter. Muslim oder Muslima wird man mit dem Aussprechen des Glaubensbekenntnisses.
In Koranschulen lernen Kinder, den Koran zu lesen. Oft lernen sie lange Kapitel auf arabisch auswendig. Auch Erwachsene können Muslime werden. Dazu sagen sie vor Zeugen: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet".
Gebet
Gläubige beten in der Moschee (Bild: dpa)
Großansicht: In der MoscheeIn der Moschee
Gläubige Muslime beten fünfmal täglich, wo sie gerade sind: bei der Arbeit, zu Hause oder in der Moschee, einem Versammlungsraum ihrer Gemeinde. Jeder Muslim wendet sich im Gebet direkt an Allah.
In islamischen Ländern erinnert der Muezzin (Gebetsrufer) vom Minarett, dem Turm der Moschee aus, an die Zeiten fürs Gebet. Besonders wichtig ist das Gebet am Freitag, dieser Tag ist der Höhepunkt der Woche wie für die Christen der Sonntag. Am Freitag hält der Imam, der Vorbeter, eine Predigt in der Moschee.
Frauen im Islam
Frauengruppe in einer Moschee (Bild: dpa)
Großansicht: Frauen beten getrennt von den MännernFrauen beten getrennt von den Männern
In den meisten islamischen Ländern sind Frauen nicht gleichberechtigt. Aber es gibt große Unterschiede: Im Iran zum Beispiel müssen Frauen den Kopf mit Schleier oder Kopftuch bedecken, aber sie können studieren und einen Beruf ausüben. Unter der Talibanherrschaft in Afghanistan durften Frauen ohne männliche Begleitung nicht einmal das Haus verlassen.
Der Koran rechtfertigt die Unterdrückung der Frauen nicht, dort steht zum Beispiel: "Frauen haben gleiche Rechte und Pflichten wie Männer. Doch weil Mann und Frau sich körperlich unterscheiden und deshalb verschiedene Stärken und Schwächen haben, sind ihnen laut Koran auch unterschiedliche Aufgaben zugeteilt. Der Mann zum Beispiel "ist für seine Familie verantwortlich."
So kommt es zu sehr verschiedenen Auffassungen über die Stellung der Frauen in der Gesellschaft.
Kalender
Die islamische Zeitrechnung beginnt am 16. Juli 622, dem Tag, an dem der Religionsstifter Mohammed von Mekka nach Medina floh. Dieser Kalender ist ein reiner Mondkalender. Im Vergleich zum Sonnenjahr ist das Mondjahr kürzer und die Mondphasen wechseln. Deshalb kann zum Beispiel der Ramadan auf verschiedene Jahreszeiten fallen. Aber für internationale Termine gilt auch in islamischen Ländern der gregorianische Kalender, also der, nach dem wir leben.
Wichtige Feste
Mann bereitet Essensplatten für das Fastenbrechen vor. (Bild: dpa)
Großansicht: Vorbereitung für das ZuckerfestVorbereitung für das Zuckerfest
Zuckerfest
Das "Zuckerfest" oder "Fest des Fastenbrechens". Das Ende des Fastenmonats Ramadan wird mit einem großen mehrtägigen Fest gefeiert. Schon vorher wird im Haus alles in Ordnung gebracht. Dann werden Leckereien für das Fest vorbereitet.
Kinder, schwangere Frauen und Kranke müssen nicht fasten, aber auch sie freuen sich sehr auf das Zuckerfest.
Opferfest
Beim Opferfest wird ein Schaf oder ein Rind geschlachtet und das Fleisch wird unter den Nachbarn, den Armen und der Familie aufgeteilt. Dieses Fest erinnert daran, dass Gott Abraham befahl, seinen Sohn zu töten, um Abrahams Glauben zu prüfen. Aber Gott ließ nicht zu, dass Abraham seinen Sohn tötete und erlaubte ihm, stattdessen einen Widder zu opfern.
 
Autorin: Aurelia Amann
 
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Koran: Koran heißt die wichtigste heilige Schrift des Islam. Der Koran enthält Regeln für das Gebet, den Gottesdienst und das Fasten, Gesetze und auch Geschichten, in denen viele Personen aus der Bibel vorkommen. Mohammeds Anhänger schrieben den Koran nach den Predigten des Propheten auf.
Allah: Allah heißt auf arabisch: "Gott". Er ist der einzige Gott, den Muslime verehren. Einer der häufigsten Beinamen Allahs ist "der Barmherzige".
Mohammed: Mohammed ist nach dem Glauben der Muslime der letzte Prophet Gottes. Er wurde um 570 nach Christus in Mekka geboren. Im Alter von 40 Jahren begegnete er dem Engel Gabriel, der ihm auftrug, den Glauben an den Einen Gott zu predigen. In Mekka, wo die Menschen zu dieser Zeit an viele Götter glaubten, wurde er dafür verspottet und verfolgt. Deshalb floh er im Jahre 622 nach Medina (Hedschra), wo er viele Anhänger fand, die halfen, seine Botschaft zu verkünden und zu verbreiten. Auch Mekka wurde muslimisch. Mohammed starb 632 nach Christus in Medina.
Moschee: Moschee heißt das Gotteshaus, an dem sich Muslime zum Gebet versammeln. Männer und Frauen beten getrennt.
Muezzin: Der Muezzin ist ein islamischer Gemeindebeamter und erinnert die Muslime vom Minarett der Moschee aus fünfmal täglich an die Zeit fürs Gebet. In einer großen Stadt macht er das natürlich mit einem Lautsprecher, damit ihn jeder hören kann. In nichtislamischen Ländern ist das Ausrufen der Gebetszeiten oft nicht erlaubt.
Minarett: Minarett heißt der Turm einer Moschee, von dem aus der Muezzin (islamischer Gemeindebeamter) fünfmal am Tag zum Gebet ruft. Die Große Moschee in Mekka hat sieben Minarette
Imam: Imam heißt der Vorbeter in der Moschee. Beim Gebet am Freitag hält der Imam eine Predigt. Er ist das Oberhaupt einer islamischen Gemeinde.
Zeitrechnung: Religionen orientierten ihre Zeitrechnung oft an ihren Gründern.
Im Buddhismus beginnt die Zeitrechnung mit dem Tod Buddhas. Mönche haben den Tod von Siddhartha Gautama auf 543 v. Chr. datiert. Der buddhistische Kalender ist dem christlichen also um 543 Jahre voraus.
Die islamische Zeitrechnung beginnt mit der Hedschra - der Flucht Mohammeds - 622 nach Christus. Das Jahr wird im islamischen Kalender mit 354 Tagen nach dem Mondjahr berechnet. Der neue Monat beginnt, wenn die Mondsichel nach Neumond wieder sichtbar ist. Weil das Mondjahr kürzer ist als das Sonnenjahr kann der Fastenmonat Ramadan in jede Jahreszeit fallen.
Der christliche Kalender geht auf den Julianischen Kalender zurück, also auf einen Kalender mit Jahren, Monaten, Tagen und Schaltjahren. Hinzu kommt die Zeitrechnung in Wochen und Wochentagen, die auf die Schöpfung der Welt in sieben Tagen Bezug nimmt, und dem Jüdischen Kalender entstammt.
Der jüdische Kalender ist eine Lunisolarkalender - eine Mischung aus Mond- und Sonnenkalender. Die Monate sind wie bei einfachen Mondkalendern an den Mondphasen ausgerichtet, es existiert jedoch gleichzeitig eine Schaltregel zum Angleich an das Sonnenjahr.
Mekka: Stadt im heutigen Saudi-Arabien. Wichtigster Wallfahrtsort des Islam, weil sich dort die Kaaba befindet. Der Prophet Mohammed ist in Mekka geboren.
Medina: Medina Stadt im heutigen Saudi-Arabien. Bei der Hedschra floh Mohammed nach Medina, das damals noch Jatrib hieß. Mohammed ist in Medina begraben.
Ramadan: Ramadan heißt der Fastenmonat. Im Ramadan essen und trinken Muslime nicht, solange es hell ist. Schwangere Frauen, Kinder und Kranke müssen aber nicht fasten, denn Allah verlangt nicht, dass jemand seiner Gesundheit schadet. Die Einhaltung des Ramadan gehört zu den Fünf Säulen des Islam. Fastenzeiten gibt es in vielen Religionen. Während der Fastenzeiten sollen die Gläubigen sich besonders aufs Gebet konzentrieren.
Abraham: Abraham war laut Bibel der erste, der nicht an viele Götter, sondern nur an einen glaubte. Muslime, Christen und Juden verehren Abraham als Stammvater. Der arabische Name von Abraham ist Ibrahim.
Links zum Thema
Zuckerfest - Ramazan Bayrami - Ramadan-Fest - Das Ende des Fastenmonats Ramadan
https://www.kindernetz.de/schmecksplosion/feste/zuckerfest/-/id=466658/nid=466658/did=466524/ 78dqq5/index.html
 
Blick auf das Minarett einer Moschee (Bild: dpa)

Salaam aleikum

...„Friede sei mit dir“. So wollen die meisten Muslime ihren Glauben leben.
Aufwendig gestaltete Ausgabe des Koran. (Bild: dpa)

Der Koran

Muslimas und Muslime orientieren sich am Koran - die heilige Schrift des Islam.
Weltreligionen (Bild: SWR)

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