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Politiker und Parteien im Hürdenlauf

 
Wenn eine Partei in Deutschland in den Bundestag will, muss sie einiges mitmachen. Zum Beispiel einen Hürdenlauf!
 
Immer auf die Kleinen - darüber ärgern sich nicht nur viele Kinder, sondern auch viele kleine Parteien. Sie treten zur Wahl an, bekommen auch viele Stimmen - und können doch keine Abgeordneten in den Bundestag schicken. Warum ?

Weil es bei Wahlen in Deutschland seit dem Jahr 1953 eine Hürde gibt, und zwar die Fünf-Prozent-Hürde. Von hundert Wählern müssen also mindestens fünf für die jeweilige Partei stimmen. Sind es weniger, hat die Partei die Hürde nicht geschafft und kann nicht in den Bundestag einziehen. Die Regelung klingt ungerecht, hat aber einen guten Grund:

Wenn viele verschiedene Parteien vertreten sind, ist es auch viel schwieriger sich zu einigen. So eine Erfahrung haben die Deutschen in den zwanziger Jahren in der Weimarer Republik gemacht. Damals waren im Parlament manchmal bis zu 15 Parteien vertreten. Die konnten sich nicht einigen und es gab ständig Neuwahlen. Also musste sich was ändern: 1953 wurde die Fünf-Prozent-Hürde eingeführt.

Mit dem neuen Gesetz verschwanden die vielen kleinen Parteien aus dem Bundestag und über viele Jahre gab es neben den beiden großen Parteien CDU und SPD nur die FDP. 1983 schafften DIE GRÜNEN die Fünf-Prozent-Hürde und zogen ins Parlament ein. Aber natürlich gibt es, wie bei vielen Regeln, auch Ausnahmen: KandidatInnen, die die Stimmenmehrheit in ihren Wahlkreisen erhalten, ziehen ins Parlament ein, auch wenn ihre Partei an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. Sie erhalten ein Direktmandat.

Bei der Bundestagswahl 2002 haben das erstmals zwei Politikerinnen von der früheren PDS geschafft – heute heißt die Partei übrigens DIE LINKE.
 
Autoren: Constance Schirra/Jenny Beyen
 
Letzte Änderung am 12. September 2016
 
Zwei Männchen auf einer Deutschlandkarte (Bild: Eigenproduktion)

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Wahlzettel mit Parteilogos (Bild: SWR)

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