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Geändertes Wahlrecht ab 2013

 
In Deutschland geht es seit 2013 gerechter zu. Zumindest bei der Bundestagswahl!
 
Wenn der Deutsche Bundestag gewählt wird, geht es ab jetzt gerechter zu. Das oberste Gericht in Deutschland, das Bundesverfassungsgericht, hat im Jahr 2012 die bisherige Regelung als unfair verurteilt und eine Änderung gefordert. Und zwar geht es um die Überhangmandate. Was sind Überhangmandate?
Jeder Wähler hat bei der Bundestagswahl zwei Stimmen: Mit der ersten Stimme wählt er einen Kandidaten, den er besonders gut findet. Die zweite Stimme gibt der Wähler einer Partei. Er kann zum Beispiel mit seiner Erststimme einen Kandidaten der CDU wählen, seine Zweitstimme aber den Grünen geben. In den Bundestag kommt der Kandidat einer Partei, der in einem Wahlkreis die meisten Erststimmen hat.
Für das eigentliche Wahlergebnis sorgen aber die Zweitstimmen. Sie legen fest, wie viele Abgeordnete eine Partei insgesamt in den Bundestag schicken darf. Wenn eine Partei über die Erststimmen mehr Abgeordnete bekommt, als sie über die Zweitstimmen haben sollte, wird das mit den Überhangmandaten ausgeglichen. Das heißt, diese Partei bekommt im Bundestag zusätzliche Sitze.
Bisher hat diese Regelung vor allem den großen Parteien wie CDU und SPD genützt. Die Richter am Bundesverfassungsgericht wollten aber, dass alle Parteien die gleichen Chancen haben. Deshalb gibt es seit der Bundestagswahl im Jahr 2013 ein neues Wahlrecht. Und das sieht zum Beispiel aus:
Die Partei X hat durch die Zweitstimmen die Hälfte aller Sitze bekommen. Durch die Überhangmandate der anderen Parteien würde sie aber nur ein Viertel der Sitze haben. Also bekommt die Partei X im Bundestag noch so viele Sitze dazu, bis sie wieder die Hälfte aller Sitze hat. Das ist dann zwar fairer, aber im Bundestag wird es dadurch auch voller, weil dort mehr Politiker sitzen.
 
Autoren: Jost Langheinrich/Jenny Beyen
 
Letzte Änderung am 03. September 2013
 
 
 
 
 
 
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