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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Achatschnecke

Alltag
Achatschnecken wurden früher aus ihrer Heimat Afrika in viele andere Länder eingeführt, weil sie gegessen wurden und als Leckerbissen begehrt waren. Deshalb gibt es sie heute in fast allen tropischen Ländern. Dort sind sie zu einer richtigen Plage geworden, weil sie in Feldern und Obstplantagen große Schäden anrichten können. In vielen Ländern - zum Beispiel in den USA - ist deshalb heute die Einfuhr und das Halten von Achatschnecken streng verboten.

Schneckenhaus (Bild: SWR)
Achatschnecken sind nachtaktiv und kommen erst bei Dämmerung aus ihren Verstecken im Boden hervor.
Bei uns halten die Achatschnecken während der kalten Jahreszeit meist eine Winterruhe. Dabei verhalten sie sich genauso, wie in ihrer afrikanischen Heimat während der Trockenzeit:

Sie verkriechen sich im Boden und verschließen ihr Gehäuse mit einem Kalkdeckel.
Freunde und Feinde
Wo sich Achatschnecken einmal breit gemacht haben, wird man sie kaum wieder los. Auf Pazifikinseln, wo die eingeschleppten Tiere große Schäden angerichtet haben, wurden Raubschnecken eingeführt, die sich ausschließlich von Schnecken ernähren. Die Menschen hofften, auf diese Weise mit den Achatschnecken kurzen Prozess zu machen. Doch das war ein Irrtum: Die Raubschnecken trauten sich nicht, die riesigen Achatschnecken anzugreifen und fraßen statt dessen die einheimischen kleinen Schneckenarten!

Zu den natürlichen Feinden in ihrer Heimat Afrika gehören Kröten, Warane und Vögel, die entweder die Eier der Schnecken oder die Schnecken selbst fressen.
Nachwuchs
Achatschnecke (Bild: SWR)
Im Alter von sechs bis acht Monaten sind Achatschnecken geschlechtsreif. Sie sind Zwitter, das heißt, jedes Tier ist Männchen und Weibchen zugleich.

Wenn sich zwei Tiere miteinander gepaart haben, legt jedes - je nach Art - sechs bis 500 Eier im Boden ab. Bei manchen Arten dauert das Paarungs-Spiel mehrere Stunden lang.

Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die jungen Schnecken. Sie sind gleich selbstständig und wachsen sehr schnell.

Achatschnecken können sich auch im Terrarium sehr stark vermehren - sie legen bis zu viermal pro Jahr Eier. Wenn das Terrarium gesäubert und die Erde ausgetauscht werden soll, muss darauf geachtet werden, dass die Eier herausgesucht und zerstört werden, bevor die Erde weggeworfen wird; sonst besteht die Gefahr, dass die Achatschnecken auch bei uns heimisch werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter