SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Äskulapnatter

Alltag
Kletternde Äskulapnatter (Bild: SWR)
Äskulapnattern sind bei uns selten geworden, weil sie immer weniger geeignete Lebensräume finden, aber in einigen Gebieten Süddeutschlands gibt es sie noch.

Die tagaktiven Schlangen leben nicht nur auf dem Boden, sondern können auch gut klettern und machen in Bäumen Jagd auf Vögel oder erbeuten Vogeleier.

Bei uns kann man sie aber nur wenige Monate im Jahr sehen: Erst im April oder Mai, wenn es für die wechselwarmen Tiere warm genug ist, kriechen sie aus ihren Winterquartieren, und oft ziehen sie sich schon im September wieder in sie zurück.
Äskulapnatter im Unterschlupf (Bild: SWR)
Als Unterschlupf für den Winter dienen Mäusegänge. Gleich im Mai beginnt dann auch die Paarungszeit.

Treffen zwei Männchen aufeinander, kämpfen sie, indem sie sich gegenseitig auf den Boden drücken. Sie verletzen sich aber nie, das schwächere Tier gibt immer nach und zieht sich zurück.

Äskulapnattern können Erschütterungen sehr gut wahrnehmen und haben einen hervorragenden Geruchssinn. Bevor sie über offenes Gelände kriechen, richten sie sich meist auf und prüfen, ob Gefahr droht.
Äskulapnatter mit offenem Maul (Bild: SWR)
Fängt man sie ein, beißen Äskulapnattern immer zu. Ihre Bisse sind jedoch harmlos, da sie nicht giftig sind.

Äskulapnattern halten sich ziemlich oft in der Nähe von Häusern auf.

Sie sind nicht scheu und haben kaum Angst vor Menschen. Wenn sich Äskulapnattern bedroht fühlen, können sie aus speziellen Drüsen ein übel riechendes Sekret abgeben, das Feinde vertreibt.
Äskulapnatter bei der Häutung (Bild: SWR)
Wie alle Schlangen müssen sich auch Äskulapnattern regelmäßig häuten, um wachsen zu können.
Manchmal könnt ihr dann die abgestreifte Haut der Schlangen - die so genannten Natternhemden - finden.
Bevor die Häutung beginnt, werden die Augen trübe und die Schlangen ziehen sich in ein Versteck zurück.
Freunde und Feinde
In der Natur können Marder, Greifvögel und auch Wildschweine diesen Schlangen gefährlich werden. Junge Äskulapnattern fallen auch Krähen und Igeln zum Opfer. Der größte Feind ist jedoch der Mensch. Zum einem werden die Lebensräume dieser Schlangen immer seltener, zum anderen sind sie als Terrarientiere beliebt und werden manchmal gefangen, obwohl sie streng geschützt sind.
Jagd
Äskulapnattern kriechen lautlos an ihre Beute heran und packen sie mit dem Maul. Als einzige einheimische Schlange töten sie ihre Beute, bevor sie sie verschlucken, indem sie sie wie eine Riesenschlange erwürgen. Danach verschlingen sie die Tiere mit dem Kopf voran.
Nachwuchs
Äskulapnattern bei der Paarung (Bild: SWR)
Bei der Paarung beißt sich das Männchen im Hals des Weibchens fest und beide verschlingen ihre Schwänze zu einem Zopf.

Den Vorderkörper heben sie S-förmig an und wenden ihre Köpfe einander zu.
Schlange beim Eierlegen (Bild: SWR)
Nach ein paar Wochen, etwa Ende Juni oder im Juli, legt das Weibchen fünf bis acht, manchmal auch bis zu 20 Eier in modrigem Gras, Komposthaufen oder an Rändern von Äckern ab.

Die Eier sind etwa 4,5 Zentimeter lang und nur 2,5 Zentimeter dick.
Junge Äskulapnatter schlüpft (Bild: SWR)
Im September schlüpfen die jungen Schlangen.
Sie sind dann schon 30 Zentimeter lang.

In ihrem ersten Lebensjahr bekommt man sie kaum zu Gesicht, da sie sich schon im September oder Oktober in ihre Winterquartiere zurückziehen.
Erst mit vier oder fünf Jahren werden sie geschlechtsreif.
Autorin: Barbara Kiesewetter