OLIs Wilde Welt
Akazienratte  (Bild: SWR)

Akazienratte


Thallomys paedulcus

Die afrikanischen Akazienratten haben ihren Namen daher, dass sie fast ausschließlich auf Akazienbäumen leben.
Aussehen
Schwanz einer Akazienratte  (Bild: SWR)
Akazienratten sehen auf den ersten Blick gar nicht wie Ratten aus, sondern eher wie eine Maus mit dicht behaartem Schwanz.

Sie gehören zu den Nagetieren und dort zur Familie der Mäuse.
Akazienratten werden etwa zehn bis 15 Zentimeter lang. Dazu kommt der 15 bis 20 Zentimeter lange Schwanz.
Die Färbung um die Augen ist typisch für Akazienratten  (Bild: SWR)
Akazienratten wiegen zwischen 50 und 100 Gramm.
Besonders auffällig ist die breite schwarze Zeichnung rund um die Augen - sie macht die Akazienratte unverwechselbar.
Der Rücken ist grau gefärbt, der Bauch leuchtend weiß. Die dichte Haare auf dem Schwanz sind dunkel.
Heimat
Akazienratten kommen nur im östlichen und südlichen Afrika vor. Dort leben sich von Äthiopien über Angola bis nach Süd-Afrika
Lebensraum
Akazienratten leben fast ausschließlich - wie ihr Name schon sagt - auf Akazienbäumen.
Rassen und Arten
Neben der Akazienratte Thallomys paedulcus gibt es noch drei weitere Arten: Thallomys loringi, Thallomys nigricauda und Thallomys shortridgei. Sie sind sich aber alle so ähnlich, dass nur Spezialisten sie unterscheiden können.
Lebenserwartung
Akazienratten werden etwa drei bis vier Jahre alt.
Alltag
Akazienratte im Terrarium  (Bild: SWR)
Besonders viel ist über das Leben der Akazienratten nicht bekannt, weil sie noch kaum erforscht sind.

Man weiß nur, dass sie gesellig und nachtaktiv sind. Ganz sicher sind sich die Forscher aber nicht: Manche vermuten, dass Akazienratten in großen Kolonien, aber auch in Familiengruppen leben.
Andere glauben eher, dass sie einzeln oder als Paar mit den Jungen zusammen wohnen. Wiederum andere Forscher berichten, dass Akazienratten keine festen Paare bilden.

Die meiste Zeit halten sich Akazienratten auf Akazienbäumen auf, um dort zu fressen. Sie bevorzugen zwei bestimmte Akazienarten: Gelbfieberbäume sowie Regenschirmbäume.
Akazienratte auf einem Baumstamm  (Bild: SWR)
Zum Ruhen und Schlafen klettern sie jedoch auf andere Bäume, die höher sind. Auf diesen Bäumen - und manchmal auf hohen Baumstümpfen - bauen sie in Astgabeln, Baumhöhlen oder hohlen Ästen ihre Nester. Diese bestehen aus Ästen und anderem Pflanzenmaterial. Sind die Temperaturen kühler, legen sie vermutlich auch Nester im Boden an.

Bei ganz großer Gefahr kommen Akazienratten von ihren Bäumen herunter und fliehen.
Freunde und Feinde
Akazienratte versteckt sich  (Bild: SWR)
Eulen, Marder und Schlangen können den Akazienratten gefährlich werden.

Weil die Tiere aber im Dickicht der Akazienäste mit ihren langen Dornen leben, sind sie vor vielen Feinden gut geschützt.
Nachwuchs
Bei den Akazienratten paart sich ein Männchen mit mehreren Weibchen. Paarungszeit ist in der Natur im März und April. Normalerweise bewegen sich die Männchen auf einem Gebiet von ein bis zwei Hektar. Während der Fortpflanzungszeit sind sie jedoch sehr viel aktiver und laufen auf einem Gebiet von fünf bis zehn Hektar umher. In diesen Gebieten leben mehrere Weibchen. Diese besuchen die Männchen, um sich mit ihnen zu paaren.

Nach nur 24 Tagen kommen die Jungen zur Welt. Pro Wurf können es zwei bis fünf Tiere sein. Meistens sind es drei. Ein Weibchen kann in einem Jahr dreimal Junge bekommen.
Die kleinen Akazienratten sind schon mit 30 Tagen selbstständig und mit 100 Tagen geschlechtsreif. So lange bleiben sie bei den Eltern. Erst dann suchen sie sich einen eigenen Baum. In Gefangenschaft hat man beobachtet, dass die Eltern ihre Jungen heftig verteidigen: Um Störenfriede zu verjagen, klappern sie mit den Zähnen.
Ernährung
Akazienratte beim Fressen  (Bild: SWR)
Akazienratten ernähren sich überwiegend von den Blättern von Akazien sowie von Knospen, Beeren, Wurzeln und sogar dem Baumharz der Akazien.
Ab und zu sammeln sie auf dem Boden auch Gras-Samen, die sie in Vorratskammern im Boden verstecken.
Manchmal fressen sie aber auch Insekten oder sogar junge Vögel.
Haltung
Akazienratte beim Klettern  (Bild: SWR)
Akazienratten werden noch nicht lange als Heimtiere gehalten. Sie werden aber immer beliebter, weil sie so hübsch gefärbt sind, sie sich recht einfach halten lassen und kaum riechen. Allerdings brauchen sie unbedingt reichlich Gelegenheit zum Klettern. Man muss für sie Kletterbäume aufstellen oder den Käfig mit Ästen von Obstbäumen oder Weißdorn ausstatten.
Das heißt aber, dass man einen recht großen Käfig für sie braucht. Er sollte am besten einen bis zwei Meter hoch sein. Nistkästen, die eigentlich für Vögel gedacht sind, dienen als Schlafhöhlen. Sie werden von den Akazienratten mit Heu, Stroh oder trocknen Blättern ausgepolstert. Als Bodeneinstreu nimmt man Nagerstreu.
Akazienratte lässt sich füttern  (Bild: SWR)
Am besten hält man mehrere Tiere, weil sie sich in Gesellschaft wohler fühlen. Wenn man nicht genug Platz für eine Gruppe hat, sollte man wenigstens ein Pärchen halten.
Wichtig ist, dass man die Tiere als Jungtiere zusammen kauft - erwachsene Tiere, die später zu einer Gruppe kommen, werden nicht akzeptiert sondern angegriffen.
Wenn sie zahm geworden sind, kann man Akazienratten unter Aufsicht auch einmal in der Wohnung frei herumlaufen lassen.
Pflegeplan
Futter  (Bild: SWR)
In Gefangenschaft gehaltene Akazienratten werden mit einer Mischung aus Wellensittichfutter und Hamsterfutter ernährt.

Sie dürfen aber nicht zu viele Nüsse und Sonnenblumenkerne bekommen ,weil sie sonst zu dick werden.

Dazu bekommen sie Obst und Gemüse sowie Insekten oder ab und zu etwas gekochtes Ei. Außerdem brauchen Akazienratten täglich frisches Wasser.