OLIs Wilde Welt
Igelfisch in Verteidigungsstellung (Bild: imago/ZUMA Press)

Ballon-Igelfisch


Diodon holocanthus

Der Name verrät, was das Besondere an diesem bizarr aussehenden Fisch ist: Er trägt auf dem ganzen Körper Stacheln, um seine Feinde abzuschrecken.
Aussehen
Ballon-Igelfisch (Bild: SWR)
Der Ballon-Igelfisch gehört zur Familie der Igelfische und damit zur Unterordnung der Kugelfischartigen - einer der interessantesten Fischgruppen, zu denen auch die berühmten giftigen Kugelfische zählen.

Die beige-braunen Fische mit dunklem Muster haben einen relativ plumpen, rundlichen Körper, einen kleinen Kopf, kurze, breite Flossen und ein schnabelförmiges Maul.
Ballon-Igelfisch (Bild: SWR)
Auf ihrer Haut befinden sich zahllose Stacheln, die am Ende wie ein Haken umgebogen sein können.
Auf Englisch werden sie deshalb "Porcupinefishes", also "Stachelschweinfische" genannt.
Bei kleineren Igelfisch-Arten stehen die Stacheln immer vom Körper ab, bei größeren liegen sie am Körper an und können bei Gefahr aufgestellt werden.
Die verschiedenen Igelfische sind zwischen zehn Zentimeter und einem Meter groß, der Ballon-Igelfisch erreicht eine Größe von 40 bis 50 Zentimetern.
Heimat
Igelfische kommen nur in den tropischen Meeren der Welt vor. Der Ballon-Igelfisch lebt im westlichen Atlantik an der Küste Floridas und von den Bahamas bis nach Brasilien. Außerdem im östlichen Atlantik an der Küste Afrikas, im Pazifik von der Küste Kaliforniens bis zur Küste Kolumbiens, rund um die Galapagos-Inseln sowie um Hawaii und an den tropischen Küsten Chinas.
Lebensraum
Igelfische leben im Salzwasser (Bild: SWR)
Igelfische sind reine Meeresfische, nur ganz selten verirren sie sich ins Brackwasser, also zum Beispiel in den Mündungsbereich von Flüssen, wo sich Süß- und Salzwasser mischen.

Im reinen Süßwasser findet man sie nie.
Igelfische leben vor allem am Rand von Korallenriffen in einer Tiefe von zwei bis 100 Metern über weichem, sandigem Meeresboden. Dort werden sie gerne von Tauchern bewundert.
Rassen und Arten
Die Igelfische sind eine kleine Fischfamilie mit höchstens 15 verschiedenen Arten. Dazu gehören neben dem Ballon-Igelfisch zum Beispiel der Masken-Igelfisch oder der Gezäumte Igelfisch.
Alltag
Igelfisch mit aufgestellten Stacheln (Bild: SWR)
Bei Gefahr wächst der Ballon-Igelfisch über sich selbst hinaus: Er stellt nicht nur seine Stacheln auf, sondern kann sich aufblasen, so dass er ein Vielfaches seines normalen Körperumfangs erreicht. Das schafft er, indem er Wasser in seinen Magen pumpt.

Meist sind die Angreifer dann so beeindruckt, dass sie sich zurückziehen und lieber nach kleinerer Beute Ausschau halten.

Der Igelfisch aber lässt, sobald die Gefahr vorbei ist, das Wasser langsam wieder aus seinem Magen ausströmen und bekommt so wieder seine ursprüngliche Größe.
Igelfische haben alles im Blick (Bild: SWR)
Ballon-Igelfische sind meist in der Nacht aktiv. Mit ihren großen Augen können sie ihre Beute im Dunkeln besonders gut aufspüren.

Igelfische können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen - sie haben also ihre ganze Umgebung gut im Blick.

Tagsüber verstecken sie sich im Seegras oder schlafen in Höhlen oder Nischen des Korallenriffs.

Besonders gute Schwimmer sind sie jedoch nicht: Ab und zu kommt es vor, dass sie gegen die Meeresströmung nicht ankommen und aus ihrer tropischen Heimat bis nach Europa getragen werden. Jedenfalls hat man Igelfische schon öfter im Mittelmeer entdeckt, obwohl sie dort nicht zu Hause sind.
Freunde und Feinde
Auf die Stacheln hat der Hai bestimmt keinen Appetit! (Bild: SWR)
Igelfische haben kaum Feinde:
Weil sie sich zu imposanter Größe aufblasen können, schrecken sie viele Gegner ab.

Außerdem ist ihr gefährliches Stachelkleid ein perfekter Schutz gegen mögliche Angreifer.
Nachwuchs
Igelfisch-Weibchen legen wie die meisten Fische Eier. Die Befruchtung findet außerhalb des Körpers statt. Die Weibchen geben jedes Jahr ungefähr zwischen Mai und Juni die Eier ins Wasser ab, wo sie dann von den Männchen befruchtet werden.
Junge Kugelfische sind sechs bis neun Zentimeter lang und tragen am ganzen Körper dunkle Tupfen.
Ernährung
Igelfisch mit einer Muschel (Bild: SWR)
Igelfische haben ein gewaltiges Gebiss: Mit ihren kräftigen, schnabelartigen Kiefern können sie die harten Panzer von Seeigeln, Krebsen oder Muscheln knacken. Und die gehören zur Lieblingsspeise der Igelfische.
Ihre Beute spüren sie auf, indem sie Wasserstrahlen in den Sand am Grund pusten und so die verstecken Seeigel oder Krebse aufspüren.
Haltung
Aquarium (Bild: SWR)
Die Haltung von Igelfischen ist nicht einfach, da sie sehr anspruchsvoll sind und sehr sauberes und sauerstoffhaltiges Wasser brauchen.

Sie können auch nicht in einem Aquarium zusammen mit Muscheln oder Seeigeln gehalten werden, da sie sie sehr schnell auffressen würden.
Außerdem werden Igelfische ziemlich groß - für ein einfaches Aquarium im Kinderzimmer sind sie also garantiert nicht geeignet.

Ein zahmer Igelfisch an der Wasseroberfläche (Bild: SWR)
Igelfische können im Aquarium jedoch richtig zahm werden: Dann schwimmen sie zur Wasseroberfläche, wenn der Pfleger sich mit dem Futter nähert.

Wenn sie besonders hungrig sind, können sie sogar nach dem Pfleger oder anderen beweglichen Gegenständen spucken.