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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Barschartige

Alltag
Wolfsbarsch (Bild: SWR)Die beiden typischen Rückenflossen mit ihren Flossenstrahlen sind nicht nur das wichtigste Merkmal, an dem man einen Barsch erkennt.
Die Strahlen wirken vielmehr wie ein Schutzpanzer: Sie sind hart und stachelig, und kein Raubfisch, der versucht, einen Barsch zu fressen, tut das ein zweites Mal.
Weil die Barsch-Arten so vielfältig sind, ist auch ihre Lebensweise ganz unterschiedlich.
Wrackbarsch (Bild: SWR)Einige sind richtige Einzelgänger, wie zum Beispiel der bis zu 250 Zentimeter lange und bis zu 45 Kilogramm schwere Wrackbarsch.
Er kommt im Atlantik und im Mittelmeer vor. Er hält sich gern in Felsspalten und in Schiffswracks auf. Dort lauert der Fisch auf seine Beute.
Mittelmeer-Zackenbarsch (Bild: SWR)Mit bis zu zwei Metern Länge sind die Wolfsbarsche ebenfalls große Vertreter der Barsche.
Sie leben im Atlantik sowie im Mittelmeer und im Schwarzen Meer.
Und auch die bekannten Zackenbarsche werden sehr groß und leben am Riff als Einzelgänger. Sie sind geschickte Jäger. Regungslos lauern sie auf Beute. Schwimmt ein Fisch vorbei, reißen sie blitzschnell ihr Maul auf. Dadurch entsteht ein Sog, der das Opfer in das Maul zieht.
Ein Schwarm von Glasbarschen (Bild: SWR)Zu den im Schwarm lebenden Barschen gehören zum Beispiel die in allen Farben schillernden Fahnenbarsche, aber auch die Glasbarsche.
Zu letzteren zählen 46 verschiedene Arten. Bei einigen ist, wie ihr Name sagt, der Körper durchsichtig, sodass man die Knochen und Organe sehen kann.

Das Leben im Schwarm bietet dem einzelnen Tier mehr Sicherheit: Viele Augen sehen mehr als zwei.
Jeder einzelne Fisch orientiert sich an seinen direkten Nachbarn, indem er die Schwingungen des Wassers, die durch die Bewegungen eines jeden Fischs entstehen, wahrnimmt. So spürt jeder Fisch, wohin sich der Schwarm bewegt, und weiß, in welche Richtung er schwimmen muss.
Clownfisch zwischen den Tentakeln einer Seeanemone (Bild: SWR)Zum Star unter den Barschen wurde der Anemonen- oder Clownfisch. Seit der Film "Findet Nemo" im Kino lief, kennt jedes Kind diesen kleinen, orange und weiß gefärbten Fisch.
Weil er nicht der beste Schwimmer ist und leicht zur Beute von Raubfischen wird, hat er eine raffinierte Überlebenstaktik entwickelt: Er lebt in Symbiose mit See-Anemonen.
Tentakel einer Seeanemone (Bild: SWR)Die Tentakel dieser Tiere sind voller giftigen Nesselzellen, die sie auf potenzielle Feinde abschießen.
Der Clownfisch selbst ist vor dem Gift der See-Anemonen durch eine dicke Schleimschicht geschützt und kann deshalb zwischen den Tentakeln Schutz suchen.
Als Gegenleistung verteidigt der Clownfisch die Anemone vor Fischen, die sich auf das Fressen von See-Anemonen spezialisiert haben.
Flussbarsch (Bild: SWR)Einer der bekanntesten bei uns lebenden Süßwasserbarsche ist der Flussbarsch.
Die größten Exemplare werden bis zu 70 Zentimeter lang und dreieinhalb Kilogramm schwer.
Bekannte Süßwasserbarsche sind außerdem die Buntbarsche, die in Hunderten von Arten vor allem die Seen und Flüsse Afrikas und Südamerikas bewohnen.
Freunde und Feinde
Mittelmehrfahnenbarsch (Bild: SWR)Die ganz großen unter den Barschen wie Wolfsbarsch oder Thunfisch haben nur wenige Feinde und sind selbst Raubfische.
Die kleineren Barsche haben dagegen viele Feinde, weil sie zahlreichen Raubfischen als Beute dienen.
Nachwuchs
Wie alle Fische legen auch Barsche ihren Laich - die Fischeier - ins Wasser ab. Dann geben die Männchen ihren Samen - die Milch - über dem Laich ab. Die Befruchtung findet also im Wasser statt. Einige Arten befestigen ihre Eier an Wasserpflanzen oder Steinen. Aus den Eiern schlüpfen schließlich die Jungfische.
Die meisten Fische überlassen ihren Nachwuchs sich selbst. Nur manche Arten betreiben Brutpflege, beispielsweise einige Buntbarsche. Sie bewachen ihr Gelege und schützen es vor Feinden. Andere Buntbarsche sind Maulbrüter: Vater oder Mutter nehmen die Eier oder Larven ins Maul und tragen sie so lange umher, bis sie groß genug für ein eigenständiges Leben sind.

Autorin: Barbara Kiesewetter