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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Beo

Alltag
Zwei Beos (Bild: SWR)Beos sehen vielleicht nicht so bunt aus wie Papageien, sind dafür aber sehr muntere und intelligente Vögel.

Einige von ihnen sind sogar wahre Sprachkünstler: Sie können viele Geräusche nachahmen und sogar ganze Sätze sprechen.
Allerdings weiß man beim Kauf nie, ob ein Beo zu diesen begabten Exemplaren gehört es gibt nämlich auch einige, die ihr ganzes Leben lang kein Wort sprechen.
Zwei Beos auf einem Ast (Bild: SWR)Beos sind sehr gesellige Vögel und dürfen niemals längere Zeit allein sein. Am besten hält man deshalb ein Paar oder eine kleine Gruppe.

In der Natur ziehen Beos in kleinen Schwärmen durch die Wälder, zur Brutzeit leben sie nur mit ihrem Partner zusammen.

Es ist aber nicht ganz einfach, mehrere Beos in Gefangenschaft zu halten, weil sie sich manchmal nicht miteinander vertragen. Manche Tiere sind auch so sehr an den Menschen gewöhnt, dass sie andere Beos als Partner oder Spielgefährten nicht mehr akzeptieren.

Beos brauchen viel Bewegung, sie dürfen also nicht die ganze Zeit im Käfig sitzen, sondern müssen frei herumfliegen dürfen. Die Wohnung ist dafür wenig geeignet. Da Beos viel weiches Futter fressen, setzen sie auch oft manchmal alle drei bis fünf Minuten kleine Häufchen ab; ganz egal, wo sie gerade herum hüpfen oder fliegen.

Ein Beo untersucht mit seinem Schnabel einen Ast (Bild: SWR)Außerdem sind Beos superneugierig und beim Freiflug ist nichts vor ihrem Schnabel sicher.
Das bedeutet aber nicht nur, dass sie einiges kaputt machen können, sondern auch, dass sie sich in Gefahr bringen, wenn sie zum Beispiel an elektrischen Leitungen knabbern oder die Steckdose untersuchen. Wie alle Vögel können sie auch keine Fensterscheiben erkennen, fliegen oft dagegen und verletzen sich dabei.
Man muss auf Beos beim Freiflug also immer gut aufpassen. Wer sie längere Zeit beobachtet, kann an ihrem Verhalten erkennen, wie sich die Tiere fühlen: Ein Beo, der Angst hat, spreizt zum Beispiel seine Schwanzfedern, macht seinen Körper schlank, hält ihn waagerecht nach vorn gerichtet und gibt dann meist noch Warnlaute von sich.
Beo (Bild: SWR)Ist ein Beo neugierig und aufmerksam, hält er den Körper etwas aufgerichtet und neigt den Kopf abwechselnd zur Seite, um das, was ihn neugierig macht, besser beobachten zu können. Dabei dreht er den Kopf um bis zu 180 Grad.
Beos, die auf sich aufmerksam machen wollen, geben fauchende Geräusche von sich und recken den Körper nach vorn. Halten sie bei diesem Laut den Körper angespannt, dann ist das eine Drohung und heißt: "Komm mir nicht zu nahe!"

Beo auf einem Ast (Bild: SWR)Zum Angriff auf einen Gegner sind sie bereit, wenn sie die Flügel abspreizen, die Schwanzfedern zu einem Fächer aufstellen und sich mit Luft aufpumpen.

Vorher klappern sie mit dem Schnabel, um den Konkurrenten zu warnen. Richtig wohl fühlen sich Beos, wenn sie entspannt auf einer Sitzstange sitzen, ihr Gefieder putzen oder im Sand baden.
Nachwuchs
In Gefangenschaft pflanzen sich Beos nur ganz selten fort. Das kann daran liegen, dass bei uns meist von Menschen aufgezogene Beos leben, die nie gelernt haben, wie sie mit einem Beo-Partner zusammenleben und Junge aufziehen können.

Bei den wilden Beos werben die Männchen zur Brutzeit mit ihrem Gesang um ein Weibchen. Außerdem halten sie so Konkurrenten fern. Hat sich ein Beo-Paar gefunden, baut es aus Halmen, Blättern und Federn in Baumhöhlen ein Nest. Dort legt das Weibchen zwei bis drei hellblaue, bräunlich gepunktete Eier ab. Nach zwölf bis 14 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie sind schon nach vier Wochen flügge. Beide Partner brüten gemeinsam und ziehen die Jungen auch zusammen auf.
Sprache
Ein Beo mit offenem Schnabel (Bild: SWR)Beos können extrem laut schreien - und zwar am liebsten am frühen Morgen und abends vor dem Schlafen. In einer Stadtwohnung können sie also richtige Nervensägen sein. Und auch tagsüber sind sie alles andere als leise. Wer keinen Ärger mit den Nachbarn will, sollte sich die Anschaffung eines Beo also gut überlegen.

Manche Beos ahmen Geräusche aus ihrer Umgebung nach oder sprechen sogar ganze Sätze. Allerdings kann man es ihnen nicht beibringen - entweder, sie tun es von selbst, oder sie lernen nie sprechen.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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