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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Bienenfresser

Alltag
Ein Bienenfresser gräbt an seinem Bau am Hang (Bild: SWR)Bienenfresser sind sehr gesellige Vögel. Sie brüten meistens in Kolonien, das heißt, die Paare brüten in enger Nachbarschaft zu anderen Bienenfresser-Paaren.
Zum Brüten graben sie 120 Zentimeter bis zwei Meter lange Röhren in steile Hänge, die zu einer Brutkammer erweitert sind, in die die Eier hinein gelegt werden.
Ihr Balzritual sieht ziemlich seltsam aus: Hat ein Vogel einen interessanten Partner entdeckt, landet er neben ihm und klappt heftig seine Flügel zusammen.
Bienenfresser (Bild: SWR)Dann machen die beiden Vögel ruckartige Bewegungen, sträuben die Federn an ihrem Hinterkopf und stoßen kehlige Rufe aus. Bei jeder Bewegung verengen sich die Pupillen in ihren Augen. Dadurch leuchtet die Iris rot auf. Ab und zu tun sie so, als ob sie am Bauch des Partners ein Insekt erschlagen würden.

Dieses Ritual dauert mehrere Tage lang. Ein richtiges Paar sind sie aber erst, nachdem sie eine Nacht lang eng aneinander gekuschelt geschlafen haben.
Bienenfresser arbeitet an seinem Bau (Bild: SWR)Anschließend graben Männchen und Weibchen gemeinsam ihre Brut-Höhle, indem sie mit dem Schnabel in den Boden hacken und die lose Erde mit den Beinen wegscharren.

Der Bau einer solchen Höhle dauert ein bis zwei Wochen. Ist die Höhle fertig, füttert das Männchen das Weibchen mehrmals am Tag und schließlich findet die Paarung statt.
Im Laufe einiger Tage legt das Weibchen die Eier, die dann abwechselnd von beiden Partnern ausgebrütet werden.
In Südeuropa leben die Bienenfresser als Zugvögel und ziehen im Herbst nach Afrika. Nach der Brutzeit fliegen europäische Bienenfresser sogar bis Südafrika und kommen erst im Frühjahr zum Brüten zurück.
Jagd
Bienenfresser sitzen gern auf hohen Masten und starten von dort zu ihren Jagdflügen. Ähnlich wie Schwalben machen sie in der Luft Jagd nach Insekten: sie schnappen sich ihre Beute im Flug.
Nachwuchs
Mitte Mai legen die Bienenfresser-Weibchen fünf bis sieben Eier in ihrer Bruthöhle ab. Die Jungen schlüpfen nach 20 bis 22 Tagen. Sie sind noch nackt und blind und wiegen nur drei bis vier Gramm. Wenn sie fünf Tage alt sind, beginnen die Federn zu wachsen. Erst am sechsten Tag öffnen sie dann die Augen. Nach einigen Tagen sind den jungen Küken schon viele Federkiele gewachsen und sie sehen fast ein bisschen aus wie winzige Igel.
Ein Bienenfresser füttert ein Junges am Eingang seiner Höhle (Bild: SWR)Zum Füttern kriechen die Eltern in den Gang der Bruthöhle. Dort kommt ihnen das hungrigste Küken entgegen und schnappt sich die Beute aus dem Schnabel der Eltern. Danach krabbelt es in die Bruthöhle zurück und das nächste Küken kriecht in den Gang.

Erst drei Wochen nach dem Schlüpfen sind sie groß genug, um sich zum ersten Mal zum Höhlen-Eingang vor zu wagen und nach draußen zu schauen.

In diesem Alter sind kleine Bienenfresser ganz schön mollig: sie wiegen bis zu 70 Gramm - und sind damit schwerer als ihre Eltern! Deshalb wird in den letzten Tagen bevor sie flügge werden gefastet.
Zwei Bienenfresser auf einem Ast (Bild: SWR)Schon eine Woche, nachdem sie das erste Mal den Schnabel aus der Brut-Höhle gestreckt haben, machen sie die ersten Flugversuche.
In den ersten Nächten kehren sie aber zum Schlafen noch in die Brut-Höhle zu ihren Eltern zurück.
Erst später suchen sie sich Schlafplätze in den Bäumen, wo sie zu mehreren in einer Reihe übernachten.
Sprache
Bienenfresser rufen mehrmals hintereinander "rrüpp" oder "schrrück" - das klingt wie ein Trillern oder raues Pfeifen.
Autorin: Barbara Kiesewetter