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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Birkhuhn

Alltag
Birkhühner sind standorttreue Vögel. Wenn sie einmal ein Revier erobert haben, leben sie dort über viele Jahre. Birkhühner sind tagaktiv und werden schon in den frühen Morgenstunden munter. Auf der Suche nach Nahrung streifen sie durch das Gebüsch und das Heidekraut. Sie halten sich aber immer in Gebieten auf, in denen sie bei Gefahr rasch Zuflucht unter Bäumen und dichten Sträuchern suchen können.
Balztanz eines Birkhahnes (Bild: SWR)
Im März und April ist bei den Birkhühnern Balzzeit. Tiere, die im Hochgebirge leben, beginnen mit der Balz jedoch erst im Mai und Juni.
Die Balz ist ein großartiges Schauspiel. Die Birkhähne balzen entweder allein oder in Gruppen von fünf und mehr Tieren.

Früher, als es noch viele Birkhühner gab, sollen sogar bis zu 50 Tiere gleichzeitig ihren Balztanz aufgeführt haben.
Birkhahn (Bild: SWR)
Frühmorgens fliegen die Birkhähne auf dem Balzplatz ein. Dann lassen sie viele merkwürdige Geräusche hören: Sie blasen und zischen, kullern, kollern, und gurgeln. Dabei fächern sie die Federn ihres Schwanzes auseinander und heben die Flügel etwas an.
Und obendrein springen sie zwischendurch immer wieder bis zu einem Meter hoch in die Luft.
Weil sie auch ihr übriges Gefieder bei diesem Balztanz aufplustern, wirken die Hähne viel größer, als sie wirklich sind.

Balztanz eines Birkhahnes (Bild: SWR)
Mit diesem Tanz locken sie die Hennen an, werben um sie und paaren sich schließlich mit ihnen. Manchmal kommt es vor, dass sich Birkhühner und Auerhühner paaren. Die daraus entstehenden Mischlinge werden Rackelhühner genannt.
Im Winter legen Birkhühner selbst gegrabene Schneehöhlen an, in denen sie die Nächte, aber auch sehr kalte Tage verbringen, um vor der Kälte geschützt zu sein. Dann verbringen sie bis zu 22 Stunden in dieser Höhle und verlassen sie nur am frühen morgen, um kurz zu fressen.
Freunde und Feinde
Vor allem Greifvögel wie der Habicht können Birkhühnern gefährlich werden. Ihnen fallen vor allem kleine Birkhuhnküken zum Opfer. Aber auch Füchse und Rabenkrähen machen Jagd auf Birkhühner. Früher wurden sie aber auch häufig vom Menschen gejagt und ausgestopft.
Nachwuchs
Das Brüten und die Aufzucht der Jungen ist bei den Birkhühnern Sache der Weibchen. In ein muldenförmiges Nest auf dem Boden legen sie sieben bis zwölf Eier und brüten sie in etwa 25 Tagen aus.
Küken (Bild: SWR)
Die kleinen Birkhühner sind Nestflüchter, das heißt, sie verlassen sofort das Nest und folgen ihrer Mutter.

Schon mit zwei Wochen können sie fliegen und mit vier Wochen sind sie selbstständig. Oft bleiben sie aber noch bis in den Winter hinein zusammen.

Im August färben sich bei den Junghähnen die Federn am Hals langsam blauschwarz, und im Oktober tragen sie schon das Federkleid eines erwachsenen Birkhahns.
Sprache
Vor allem bei der Balz lassen Birkhähne viele Geräusche wie Blasen, Zischen, Kullern, Kollern und Gurgeln hören. Manchmal krähen sie aber auch.
Autorin: Barbara Kiesewetter