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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Blutegel

Alltag
Ein Blutegel auf einer Hand (Bild: SWR)
Der Blutegel heißt offiziell "Medizinischer Blutegel", weil er schon seit Jahrhunderten in der Medizin eingesetzt wird. Dazu werden aber nur Blutegel verwendet, die im Labor gezüchtet wurden.
Zum Saugen halten sich die Blutegel mit dem hinteren Saugnapf auf der Haut fest, mit dem vorderen suchen sie eine geeignete Stelle zum Zubeißen.
Viele Blutegel im Wasser (Bild: SWR)
Beim Saugen geben sie verschieden Substanzen in die Wunde. Sie hemmen die Blutgerinnung, bekämpfen Entzündungen und lindern Schmerzen. Deswegen werden Blutegel auch an Menschen angesetzt.
Meistens werden sie gegen Blutgerinnsel und Blutergüsse sowie bei Krampfadern und Venenentzündungen, bei Rheuma und Arthrosen eingesetzt. Neuere Forschungen zeigen, dass Blutegel eine sehr heilsame Wirkung bei Gelenkentzündungen haben und die Schmerzen besser lindern als viele Schmerzmittel.
Schwimmender Blutegel (Bild: SWR)
Blutegel können sehr gut schwimmen, sie bewegen sich aber auch an Land recht geschickt. Dazu verwenden sie ihre Saugnäpfe, mit denen sie sich am Untergrund festhalten und den Körper so Stück für Stück fortbewegen.

Für den Laien können sie dabei von weitem schon mal aussehen wie ein dicker Regenwurm.
Nachwuchs
Ein Blutegel an Land (Bild: SWR)
Blutegel sind Zwitter, das heißt jedes Tier hat männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane. Meist befruchten sich zwei Tiere gegenseitig.
Zur Fortpflanzung brauchen Blutegel ein Gewässer mit gleichbleibendem Wasserstand. Die Befruchtung findet zwischen April und Oktober statt.
Ein Blutegel legt bis zu 30 Eier in einem Kokon in die feuchte Ufererde ab, so dass sie nicht austrocknen können. Nach etwa sechs Wochen schlüpfen die jungen Blutegel. Sie messen nur 16 Millimeter. Erst im Alter von etwa vier Jahren können Blutegel zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter