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Afrikanisches Borstenhörnchen (Bild: picture alliance / imageBROKER)

Afrikanisches Borstenhörnchen


Xerus sp.

Afrikanische Borstenhörnchen sehen ein bisschen wie unsere Eichhörnchen aus. Doch sie sind deutlich größer und ihr raues, borstiges Fell fühlt sich fast so hart an, wie die Stacheln eines Igels. Daher kommt auch ihr Name "Borstenhörnchen".
 
Aussehen
Afrikanisches Borstenhörnchen spendet sich Schatten (Bild: picture alliance / imageBROKER)
Borstenhörnchen haben die typische Gestalt der Hörnchen und einen langen buschigen Schwanz. Dieser dient ihnen als Sonnenschirm: Sie halten ihn so, dass er dem Körper Schatten spendet. Das struppige, harte Fell ist graubraun oder zimtbraun bis beigegrau, der Bauch und die Innenseite der Beine sind hellgrau bis weißlich.


Afrikanische Borstenhörnchen messen von der Schnauze bis zum Po 20 bis 45 Zentimeter, dazu kommt der 20 bis 25 Zentimeter lange Schwanz. Die vier Arten sind aber etwas unterschiedlich groß: Das Gestreifte Borstenhörnchen ist das größte, Kap-Borstenhörnchen und Kaokoveld-Borstenhörnchen sind nur wenige Zentimeter kleiner. Am kleinsten ist das Schlichtborstenhörnchen. Die Tiere wiegen je nach Art und Geschlecht 300 bis 700 Gramm. Die Weibchen sind meist etwas größer und schwerer als die Männchen.
Kap-Borstenhörnchen (Bild: picture alliance / blickwinkel)
Kap-Borstenhörnchen, Kaokoveld-Borstenhörnchen und Gestreiftes Borstenhörnchen sind sich ziemlich ähnlich: Alle haben auf beiden Körperseiten je einen weißen Streifen. Nur beim Schlichtborstenhörnchen fehlt diese Zeichnung. Die Augen aller Arten haben einen kräftigen weißen Augenring, beim Kaokoveld-Borstenhörnchen ist dieser Ring jedoch nicht so deutlich ausgeprägt. 
Kap-Borstenhörnchen ruft (Bild: picture alliance / WILDLIFE)

Wie bei allen Nagetieren sind im Oberkiefer zwei Schneidezähne zu Nagezähnen ausgebildet. Diese wachsen ein Leben lang nach. An der Schnauze tragen Borstenhörnchen lange Tasthaare, sogenannte Vibrissen. Sie helfen den Tieren bei der Orientierung. Die Ohren sind winzig klein, Ohrmuscheln fehlen. Die Beine sind kräftig und die Füße besitzen lange Krallen, mit denen die Tiere gut graben können.
Heimat
Wie ihr Name schon sagt, kommen Afrikanische Borstenhörnchen nur in Afrika vor. Das Kap-Borstenhörnchen lebt im südlichen Afrika, das Kaokoveld-Borstenhörnchen in Angola und Namibia. Diese beiden Arten sind die einzigen, deren Verbreitungsgebiet sich überschneidet. Das Gestreifte Borstenhörnchen ist in West- und Zentralafrika zu Hause, das Schlichtborstenhörnchen in Ostafrika.
Lebensraum
Afrikanische Borstenhörnchen mögen offene Lebensräume wie Savannen und Halbwüsten, wo es nicht allzu viele Bäume gibt. Sie besiedeln aber auch lichtes Buschland und felsige Lebensräume im Gebirge.
Rassen und Arten
Afrikanische Borstenhörnchen gleichen nicht nur unserem Eichhörnchen, sie sind auch mit ihm verwandt: Sie gehören ebenfalls zur Familie der Hörnchen und zur Ordnung der Nagetiere. Es gibt vier verschiedene Arten von Afrikanischen Borstenhörnchen: Das Kap-Borstenhörnchen (Xerus inauris), das Kaokoveld- oder Damara-Borstenhörnchen (Xerus princeps), das Gestreifte Borstenhörnchen (Xerus erythropus) und das Schlichtborstenhörnchen (Xerus rutilus).
Lebenserwartung
Es ist nicht bekannt, wie alt Afrikanische Borstenhörnchen werden können.
Alltag
Borstenhörnchen in der Savanne (Bild: SWR)
Afrikanische Borstenhörnchen sind tagaktiv und – anders als unsere Eichhörnchen – reine Bodenbewohner. Sie leben in Kolonien in unterirdischen Bauen, die sie selbst graben. Dorthin ziehen sich die Tiere zum Ausruhen und Schlafen zurück und finden sowohl vor ihren Feinden als auch vor der extremen Hitze zur Mittagszeit Schutz. Am Morgen verlassen sie ihren Bau und wärmen sich in der Sonne auf, bevor sie auf Nahrungssuche gehen.
Eingänge zu einem Borstenhörnchen-Bau (Bild: SWR)

Die größten Baue legen die Kap-Borstenhörnchen an. Sie bestehen aus einem weit verzweigten System aus langen Tunneln und Kammern. Ein solches Labyrinth kann sich bis zu zwei Quadratkilometer weit erstrecken und bis zu hundert Ausgänge haben! Die Baue der Kaokoveld-Borstenhörnchen sind kleiner und einfacher, sie besitzen nur zwei bis fünf Eingänge. Borstenhörnchen-Weibchen verteidigen ihren Bau gegenüber Artgenossen, die nicht zu ihrer Kolonie gehören.
Vier Erdmännchen schauen aus ihrer Höhle (Bild: SWR)

In den Bauen der Borstenhörnchen leben manchmal auch Erdmännchen. Diese kleinen Raubtiere machen zwar normalerweise Jagd auf Borstenhörnchen, aber wenn sie als Mitbewohner in den Bau einziehen, lassen sie die Borstenhörnchen in Frieden. Die Erdmännchen nützen den Borstenhörnchen sogar, weil sie Schlangen töten, die den Hörnchen in ihren Bauen gefährlich werden können. 


Über das Verhalten der Borstenhörnchen ist nicht sehr viel bekannt. Man weiß aber, dass sich die Tiere gegenseitig warnen. Wenn sie einen Feind entdeckt haben, geben sie schrille Warnrufe von sich. Daraufhin verstecken sich alle Mitglieder der Kolonie blitzschnell im Bau.
Borstenhörnchen-Kolonie bei der Fellpflege (Bild: picture alliance / blickwinkel) Weibchen und Männchen leben in getrennten Kolonien. Bei den Kap-Borstenhörnchen bilden fünf bis zehn, selten auch bis zu 20 Tiere eine Kolonie. Die Kolonien der Kaokoveld-Borstenhörnchen und der Schlichtborstenhörnchen sind kleiner und  bestehen meist aus nur zwei bis vier Tieren. Bei allen Arten leben die Weibchen mit ihren Jungen dauerhaft in einer Kolonie. Die Männchen wechseln dagegen immer wieder von einer Kolonie zur anderen. Den Weibchen leisten sie nur zur Paarungszeit Gesellschaft. Danach gehen sie wieder ihrer Wege.
Freunde und Feinde
Afrikanische Borstenhörnchen haben zahlreiche Feinde. Sie werden zum Beispiel von Greifvögeln und räuberischen Säugetiere wie Schakalen und Zebra-Mangusten gejagt. Auch Schlangen sind für die Hörnchen sehr gefährlich.
In Südafrika sind die Borstenhörnchen bei manchen Farmern nicht beliebt, weil sie neben Wildpflanzen auch Getreide und Feldfrüchte fressen. Außerdem können sie Krankheiten, unter anderem Tollwut, übertragen.
Nachwuchs
Kap-Borstenhörnchen ruft (Bild: picture alliance / WILDLIFE)Bei Kap- und Schlichtborstenhörnchen ist das ganze Jahr über Paarungszeit. Die Paarung der Gestreiften Borstenhörnchen findet meistens im März und April statt.
Etwa sechs bis sieben Wochen nach der Paarung bringt ein Weibchen ein bis drei, maximal vier Junge zur Welt. Die Kleinen sind bei der Geburt nackt und blind. Sie bleiben etwa 45 Tage im Bau und werden dort von ihrer Mutter versorgt und gesäugt. Mit etwa acht Wochen ist der Nachwuchs selbstständig.
Sprache
Neben schrillen Warnrufen geben Afrikanische Borstenhörnchen auch andere Laute von sich, um sich miteinander zu verständigen.
Ernährung
Kap-Borstenhörnchen frisst eine afrikanische Frucht (Bild: picture alliance / imageBROKER)
Afrikanische Borstenhörnchen ernähren sich überwiegend von Pflanzen. Sie fressen Blätter, Kräuter, Gräser, Wurzeln und Früchte, lassen sich manchmal aber auch Insekten und Vogeleier schmecken. Neben Wildpflanzen fressen sie auch Getreide und Feldfrüchte.