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Tierlexikon für Kinder- Archiv

Afrikanisches Borstenhörnchen

Alltag
Borstenhörnchen in der Savanne (Bild: SWR)
Afrikanische Borstenhörnchen sind tagaktiv und – anders als unsere Eichhörnchen – reine Bodenbewohner. Sie leben in Kolonien in unterirdischen Bauen, die sie selbst graben. Dorthin ziehen sich die Tiere zum Ausruhen und Schlafen zurück und finden sowohl vor ihren Feinden als auch vor der extremen Hitze zur Mittagszeit Schutz. Am Morgen verlassen sie ihren Bau und wärmen sich in der Sonne auf, bevor sie auf Nahrungssuche gehen.
Eingänge zu einem Borstenhörnchen-Bau (Bild: SWR)

Die größten Baue legen die Kap-Borstenhörnchen an. Sie bestehen aus einem weit verzweigten System aus langen Tunneln und Kammern. Ein solches Labyrinth kann sich bis zu zwei Quadratkilometer weit erstrecken und bis zu hundert Ausgänge haben! Die Baue der Kaokoveld-Borstenhörnchen sind kleiner und einfacher, sie besitzen nur zwei bis fünf Eingänge. Borstenhörnchen-Weibchen verteidigen ihren Bau gegenüber Artgenossen, die nicht zu ihrer Kolonie gehören.
Vier Erdmännchen schauen aus ihrer Höhle (Bild: SWR)

In den Bauen der Borstenhörnchen leben manchmal auch Erdmännchen. Diese kleinen Raubtiere machen zwar normalerweise Jagd auf Borstenhörnchen, aber wenn sie als Mitbewohner in den Bau einziehen, lassen sie die Borstenhörnchen in Frieden. Die Erdmännchen nützen den Borstenhörnchen sogar, weil sie Schlangen töten, die den Hörnchen in ihren Bauen gefährlich werden können. 


Über das Verhalten der Borstenhörnchen ist nicht sehr viel bekannt. Man weiß aber, dass sich die Tiere gegenseitig warnen. Wenn sie einen Feind entdeckt haben, geben sie schrille Warnrufe von sich. Daraufhin verstecken sich alle Mitglieder der Kolonie blitzschnell im Bau.
Borstenhörnchen-Kolonie bei der Fellpflege (Bild: picture alliance / blickwinkel) Weibchen und Männchen leben in getrennten Kolonien. Bei den Kap-Borstenhörnchen bilden fünf bis zehn, selten auch bis zu 20 Tiere eine Kolonie. Die Kolonien der Kaokoveld-Borstenhörnchen und der Schlichtborstenhörnchen sind kleiner und  bestehen meist aus nur zwei bis vier Tieren. Bei allen Arten leben die Weibchen mit ihren Jungen dauerhaft in einer Kolonie. Die Männchen wechseln dagegen immer wieder von einer Kolonie zur anderen. Den Weibchen leisten sie nur zur Paarungszeit Gesellschaft. Danach gehen sie wieder ihrer Wege.
Freunde und Feinde
Afrikanische Borstenhörnchen haben zahlreiche Feinde. Sie werden zum Beispiel von Greifvögeln und räuberischen Säugetiere wie Schakalen und Zebra-Mangusten gejagt. Auch Schlangen sind für die Hörnchen sehr gefährlich.
In Südafrika sind die Borstenhörnchen bei manchen Farmern nicht beliebt, weil sie neben Wildpflanzen auch Getreide und Feldfrüchte fressen. Außerdem können sie Krankheiten, unter anderem Tollwut, übertragen.
Nachwuchs
Kap-Borstenhörnchen ruft (Bild: picture alliance / WILDLIFE)Bei Kap- und Schlichtborstenhörnchen ist das ganze Jahr über Paarungszeit. Die Paarung der Gestreiften Borstenhörnchen findet meistens im März und April statt.
Etwa sechs bis sieben Wochen nach der Paarung bringt ein Weibchen ein bis drei, maximal vier Junge zur Welt. Die Kleinen sind bei der Geburt nackt und blind. Sie bleiben etwa 45 Tage im Bau und werden dort von ihrer Mutter versorgt und gesäugt. Mit etwa acht Wochen ist der Nachwuchs selbstständig.
Sprache
Neben schrillen Warnrufen geben Afrikanische Borstenhörnchen auch andere Laute von sich, um sich miteinander zu verständigen.
Autorin: Barbara Kiesewetter