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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Buntspecht

Alltag
Buntspecht pickt Würmer aus dem Baumstamm (Bild: SWR)Buntspechte sind tagaktive Vögel, die nicht nur an ihrer auffälligen Färbung leicht zu erkennen sind. Auch ihre Haltung ist typisch: Meist sieht man sie aufrecht an Ästen sitzen oder geschickt an Stämmen empor laufen. Wenn sie nach unten wollen, laufen sie niemals mit dem Kopf voran, sondern klettern rückwärts hinunter.
Buntspechte sind keine großen Flugkünstler. Sie können natürlich fliegen und ihr wellenförmiger Flug ist unverkennbar. Aber sie legen keine großen Strecken zurück, sondern bleiben meist in ihrem Revier und klettern dort auf den Bäumen umher.
Buntspecht-Männchen klopft gegen Baumstamm (Bild: dpa Picture-Alliance)Der Schnabel der Buntspechte ist ein vielseitiges Werkszeug: Er dient zum Aushöhlen einer Nisthöhle, zum Hacken in Ästen und zum Bohren nach Nahrung in der Baumrinde. Um Larven und Insekten aus dem Holz zu ziehen, benutzen sie ihren Schnabel wie eine Pinzette.
Und natürlich dient der Schnabel zum Trommeln, Klopfen und Hämmern: Buntspechte trommeln auf allem, was laut ist: Auf hohlen Baumstämmen, toten Ästen, aber auch auf Regenrinnen oder Fensterrahmen. Aber wie halten Buntspechte das heftige Hämmern aus?

Ganz einfach: Sie besitzen zwischen Schnabelbasis und Schädel eine gelenkartige, federnde Verbindung, die wie ein Stoßdämpfer wirkt. Außerdem haben sie im Hinterkopf starke Muskeln und stabile Knochen.
Ein Buntspecht-Weibchen blickt aus seinem Bau (Bild: dpa Picture-Alliance)Buntspechte bleiben bei uns das ganze Jahr über in ihrem Revier. Vögel aus Nord- und Osteuropa ziehen dagegen im Winter in Richtung Süden, zum Beispiel nach Norddeutschland.
Buntspechte zimmern im Laufe ihres Lebens viele Höhlen, die auch von anderen Vogelarten genutzt werden. Sperlingskäuze brüten immer in alten verlassenen Spechthöhlen, aber auch Stare, Meisen und sogar Fledermäuse, Eichhörnchen oder Siebenschläfer ziehen als Nachmieter gern in alte Spechthöhlen ein.
Freunde und Feinde
Kleine Raubtiere wie Marder sowie Greifvögel wie Sperber und Habichte oder Waldkäuze und andere Eulen werden vor allem jungen Buntspechten gefährlich.
Nachwuchs
Wenn Buntspecht-Männchen bei der Balz sich um ein Weibchen streiten, reißen sie den Schnabel weit auf und stellen die Kopffedern auf.
Hat ein Männchen ein Weibchen erobert, bleiben die beiden für eine Brutsaison zusammen. Sie zimmern - meist gemeinsam - mit dem Schnabel eine 30 bis 50 Zentimeter tiefe Bruthöhle.
Junge Specht-Küken in ihrem Nest (Bild: SWR)Nach der Paarung legt das Weibchen vier bis sieben weiße Eier. Diese bebrüten Männchen und Weibchen abwechselnd elf bis zu 13 Tage lang.
Die Jungen werden von beiden Eltern drei bis vier Wochen gefüttert, bis sie flügge und selbstständig sind. Mit einem Jahr werden sie geschlechtsreif.
Sprache
Rufe wird man von Buntspechten kaum hören, höchstens kurze Kick- oder Kix-Laute. Dafür ist das Trommeln der Buntspechte unverkennbar. Meist folgen 10 bis 20 Schläge blitzschnell aufeinander. Ab Dezember, wenn die Balzzeit beginnt, trommeln Buntspechtmännchen länger und häufiger als sonst.

Dieses Trommeln dient ihnen nun dazu, ihr Revier abzugrenzen und Weibchen anzulocken. Auch Buntspechtweibchen trommeln und machen so die Männchen auf sich aufmerksam.
Autorin: Barbara Kiesewetter