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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Chinchilla

Alltag
Chinchilla auf Ast (Bild: SWR)
Am Abend werden Chinchillas erst richtig munter: sie sind nachtaktive Tiere. Am Tag brauchen sie unbedingt Ruhe und Schlaf.
Chinchillas sind wahnsinnig neugierig: sie laufen und klettern überall herum und untersuchen alles, was sie finden.

Bei Chinchillas heißt das, dass sie an allem nagen und knabbern, denn sie wollen immer herausfinden, ob etwas essbar ist oder nicht.
Chinchilla mit Futter (Bild: SWR)
Auf ihren Entdeckungstouren richten sie sich oft auf den Hinterbeinen auf und schauen, was um sie herum passiert.
Wenn sie etwas Interessantes finden, nehmen sie es in die Vorderpfoten und knabbern daran. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen können sie ziemlich weit springen.

Wilde Chinchillas leben in Felsspalten und Höhlen. Oft wohnen sie dort gemeinsam mit den Chinchilla-Ratten, die die Höhlen angelegt und gegraben haben. In der Dämmerung und nachts sind sie auf Nahrungssuche. Erst am Morgen kehren sie in ihre Höhlen zurück.
Chinchilla in einem hohlen Baumstamm (Bild: SWR)
Chinchillas sind nicht gern allein. Deshalb sollte man immer mindestens zwei Chinchillas halten.

Erwachsene Chinchillas vertragen sich meistens gut und sind sehr friedlich. Sie genießen es, beim Ausruhen und Schlafen eng aneinander gekuschelt in ihrem Schlafhaus zu sitzen.

Wilde Chinchillas leben als Pärchen in großen Gruppen mit über hundert Tieren. Meist leben Großmütter, Mütter und Töchter friedlich mit einem Männchen in einer Gruppe zusammen. Die jungen Männchen werden von den Vätern allerdings vertrieben, wenn sie erwachsen sind, und müssen sich ein neues Revier suchen.

Chinchillas verbringen viel Zeit mit der Fellpflege. Ganz besonders genießen sie ein Sandbad. Das ist nicht nur gut für ihr Fell - sie können sich dabei auch wunderbar entspannen.
Freunde und Feinde
Wilde Chinchillas müssen sich vor Greifvögeln und Eulen in acht nehmen. Manchmal werden sie auch von Füchsen oder Stinkmardern gejagt. Allerdings gibt es heute in der Wildnis nur noch wenige Chinchillas: sie wurden von den europäischen Eroberern in Südamerika im 18. Und 19. Jahrhundert häufig gejagt, weil ihr Fell sehr begehrt war, um daraus Jacken oder Mäntel herzustellen.
Nachwuchs
111 Tage nach der Paarung bringt das Chinchilla-Weibchen drei bis vier Junge zur Welt. Sie sind gerade mal so groß wie eine Streichholzschachtel und wiegen nur 30 bis 55 Gramm. Die neugeborenen Jungen schlüpfen nach der Geburt sofort unter den Bauch der Mutter, wo sie gewärmt und trockengeleckt werden. Mit einem leichten Biss in den Nacken prüft die Mutter, ob das Junge auch gesund und munter ist. Reagiert es mit einem lauten Quieken, ist alles in Ordnung.

Chinchillas wachsen schnell. Nach einer Woche sind sie schon doppelt so schwer wie bei der Geburt und können am Käfiggitter hochklettern. Chinchilla-Babys werden sechs Wochen gesäugt. Mit etwa neun Wochen sind sie selbstständig.
Sprache
Chinchillas können quietschen, fiepen und schreien. Junge Chinchillas schreien manchmal laut, wenn sie mit erwachsenen Tieren zusammentreffen. Damit wollen sie sagen: Ich bin noch klein, und du darfst mir nichts tun! Mit einem kurzen hustenartigen Laut drücken Chinchillas Ärger und Abwehr aus.
Autorin: Barbara Kiesewetter