OLIs Wilde Welt
Clownfisch in Anemone (Bild: imago/Nature Picture Library)

Clownfisch


Amphiprion ocellaris

Spätestens seit dem Kinofilm "Findet Nemo" ist der Clownfisch weltbekannt. Seinen Namen trägt er wegen seiner orange-weiß-schwarzen Färbung. Er wird aber auch Anemonenfisch genannt.
Aussehen
Der Clownfisch ist orange-weiß-schwarz gestreift (Bild: SWR)
Übersehen lässt sich der Clownfisch nicht: Seine orangerot leuchtende Farbe wird von drei breiten weißen, senkrechten Streifen unterbrochen, die wiederum von einem schwarzen Rand gesäumt sind.
Bei manchen Clownfischen ist dieser schwarze Rand breiter, bei anderen ganz schmal. Das hängt davon ab, wo die Fische herkommen.
Clownfische von den Philippinen besitzen zum Beispiel nur einen schmalen schwarzen Rand.
Fische im Aquarium (Bild: SWR)
Die leuchtende Färbung dieser Fische hat einen besonderen Sinn: Da es in ihrem Lebensraum, dem Korallenriff, sehr viele verschiedene Fischarten gibt, ist es wichtig, dass sich die einzelnen Arten eindeutig an ihrer Farbe und an dem auffälligen Muster erkennen können.
Die Fische werden etwa acht Zentimeter groß. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Aber was heißt bei den Clownfischen schon Männchen und Weibchen? Alle Tiere werden nämlich als Männchen geboren. Nur einige von ihnen entwickeln sich, wenn sie heranwachsen und größer werden, zu Weibchen.

Clownfische werden auch Anemonenfische genannt und gehören zur Familie der Riffbarsche - und somit zur Ordnung der Barschartigen.
Heimat
Der Clownfisch Amphiprion ocellaris kommt vom östlichen indischen Ozean bis in den Westpazifik vor. Er lebt im Meer um Thailand, Indien, Malaysia, Australien, Indonesien, China, Taiwan, Japan und vor der Küste der Philippinen.
Lebensraum
Clownfische und ihre Anemone (Bild: SWR)

Clownfische sind typische Bewohner von Korallenriffen.
Dort leben sie in der Nähe von oder aber auch in See-Anemonen.

Sie entfernen sich höchstens vier Meter von ihrer Anemone, da sie sich bei Gefahr zwischen ihren Tentakeln verstecken.

Rassen und Arten
Es gibt 27 verschiedene Clownfisch-Arten. Neben dem Clownfisch Amphiprion ocellaris gibt es zum Beispiel noch den Indischen Weißrücken-Clownfisch, den Schwarzen Dreibinden-Anemonenfisch oder den Halsband-Anemonenfisch.
Lebenserwartung
In einem geeigneten Aquarium und bei sehr guter Pflege können Clownfische bis zu 15 Jahre alt werden.
Alltag
Clownfische im Aquarium (Bild: SWR)
Clownfische leben meist paarweise oder in kleinen Gruppen.
Sie haben ein Revier - nämlich ihre See-Anemone - das sie heftig gegen Eindringlinge verteidigen.

Clownfische fallen nicht nur durch ihre bunte Färbung, sondern auch durch die Art und Weise auf, wie sie schwimmen: Sie schwimmen nicht ruhig umher wie die meisten anderen Bewohner des Korallenriffs, sondern schwimmen ziemlich hektisch auf und ab.

Clownfische vor einer Anemone (Bild: SWR)
Clownfische leben immer in der Nähe von oder sogar in See-Anemonen.
Diese Anemonen sehen zwar aus wie Pflanzen, gehören aber zu den Tieren, genauer gesagt zu den Blumentieren.
Sie besitzen zahlreiche Tentakeln, über die sie giftige Stoffe abgeben können, die jeden anderen Fisch vertreiben oder töten.

Tentakeln einer Anemone (Bild: SWR)
Clownfische jedoch sind immun gegen diese Substanzen und suchen Schutz zwischen den vielen Tentakeln der Anemonen. Sie sind aber nicht von Anfang an unempfindlich gegen das Anemonengift, sondern werden erst nach und nach immun, wenn sie heranwachsen.
Nur kranke und geschwächte Clownfische werden von der Anemone getötet und gefressen.

Clownfische nutzen sogar das Gift der Anemonen: Sie können es in die Schleimhaut ihres Körpers aufnehmen. Dadurch können sie von den Anemonen nicht mehr als Beutetiere wahrgenommen werden.
Anemone (Bild: SWR)
Die Anemone bietet dem Clownfisch Schutz vor Angreifern.

Umgekehrt verteidigt der Clownfisch "seine" Anemone aber auch vor Eindringlingen und Feinden, liefert ihr durch seine Nahrungsreste außerdem ausreichend Futter und entfernt Schmutz und Abfall von ihren Tentakeln.

Von diesem Zusammenleben - auch Symbiose genannt - haben also beide Tiere etwas.

Leben Clownfische einige Zeit von ihrer Anemone getrennt, spüren auch sie das Gift der Anemone und brauchen einige Zeit, um wieder dagegen immun zu werden.
Freunde und Feinde
Junge Clownfische fallen vielen räuberisch lebenden Fischen zum Opfer. Die erwachsenen Tiere dagegen sind in ihrer Anemone sehr gut vor Feinden geschützt.
Nachwuchs
Bei Clownfischen, die in Gruppen leben, entwickelt sich immer das größte Tier zum Weibchen. Bei jungen Anemonenfischen sind sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane angelegt. Zunächst entwickelt sich aber nur das Hodengewebe zur Reife - die Fische sind also Männchen. Ab einem bestimmten Alter und einer bestimmten Größe verkümmern dann die Hoden und die weiblichen Geschlechtsorgane entwickeln sich zu den Eierstöcken.

Stirbt das Weibchen einer Gruppe, verwandelt sich das nächst größere Männchen nach und nach zum Weibchen. Diese Geschlechtsumwandlung hat einen Vorteil: Die Fische müssen ihre schützende Anemone nicht verlassen, um sich ein neues Weibchen zu suchen.

Clownfisch-Weibchen legen alle zwei Wochen Eier an Steinen ab. Anschließend kümmert sich das Männchen um die Eier, indem es mit den Flossen frisches Wasser zu ihnen fächelt und unbefruchtete Eier, die faulen würden, frisst. Nach einer Woche bis zehn Tagen schlüpfen die jungen Clownfische. Sie sind drei bis vier Millimeter groß und noch farblos. Erst nach einer Woche beginnen sie, die typische Färbung anzunehmen.

Junger Clownfisch (Bild: SWR)
Da viele von ihnen die ersten Tage nicht überleben und gefressen werden, legen die Weibchen jeweils etwa 500 Eier ab, so dass wenigstens ein paar Jungfische überleben.
Junge Clownfische leben noch nicht mit Anemonen zusammen, da sie gegen deren Gift empfindlich sind. Sie schwimmen im freien Wasser umher.

Erst wenn sie groß sind, werden sie immun und suchen sich eine Anemone, die sie vor Feinden schützt.
Ernährung
Fütterung der Clownfische (Bild: SWR)
Clownfische ernähren sich wie alle Anemonenfische von den Kleinst-Lebewesen im Meer.
Dazu gehört das im Wasser schwebende Plankton sowie Algen und Fischbrut.
Im Aquarium gehaltene Clownfische werden mit Salinenkrebschen und dem zerkleinerten Fleisch von Muscheln, Fischen und Garnelen gefüttert.
Haltung
Clownfisch (Bild: SWR)
Auch wenn du noch so begeistert von "Findet Nemo" bist - laufe bitte nicht gleich in die nächste Zoohandlung und kaufe dir so einen Fisch!

Clownfische gehören zwar zu den beliebtesten Zierfischen in Meeres-Aquarien und werden inzwischen auch gezüchtet, aber sie sind nicht einfach zu halten.
Großes Meerwasser-Aquarium (Bild: SWR)
Du musst eine Menge Erfahrung haben und viel über sie wissen, damit sie im Aquarium überleben - sie sind also für Anfänger nicht geeignet.

Um Clownfische halten zu können, braucht man ein großes Meerwasser-Aquarium: Das Becken muss mindestens 160 Liter Wasser fassen.
Dem Wasser im Becken muss Salz zugegeben werden, damit es den gleichen Salzgehalt hat wie das natürliche Meerwasser.
Messung des Salzgehaltes (Bild: SWR)
Der Salzgehalt muss regelmäßig mit einem speziellen Gerät gemessen und überprüft werden.
Clownfische mögen es warm: Sie brauchen eine Wassertemperatur von 24-28° C.

Sie leben auch im Aquarium zusammen mit einer Anemone. Diese sollte sich schon gut im Becken eingelebt haben, bevor man die Clownfische dazu setzt.