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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Clownfisch

Alltag
Clownfische im Aquarium (Bild: SWR)
Clownfische leben meist paarweise oder in kleinen Gruppen.
Sie haben ein Revier - nämlich ihre See-Anemone - das sie heftig gegen Eindringlinge verteidigen.

Clownfische fallen nicht nur durch ihre bunte Färbung, sondern auch durch die Art und Weise auf, wie sie schwimmen: Sie schwimmen nicht ruhig umher wie die meisten anderen Bewohner des Korallenriffs, sondern schwimmen ziemlich hektisch auf und ab.

Clownfische vor einer Anemone (Bild: SWR)
Clownfische leben immer in der Nähe von oder sogar in See-Anemonen.
Diese Anemonen sehen zwar aus wie Pflanzen, gehören aber zu den Tieren, genauer gesagt zu den Blumentieren.
Sie besitzen zahlreiche Tentakeln, über die sie giftige Stoffe abgeben können, die jeden anderen Fisch vertreiben oder töten.

Tentakeln einer Anemone (Bild: SWR)
Clownfische jedoch sind immun gegen diese Substanzen und suchen Schutz zwischen den vielen Tentakeln der Anemonen. Sie sind aber nicht von Anfang an unempfindlich gegen das Anemonengift, sondern werden erst nach und nach immun, wenn sie heranwachsen.
Nur kranke und geschwächte Clownfische werden von der Anemone getötet und gefressen.

Clownfische nutzen sogar das Gift der Anemonen: Sie können es in die Schleimhaut ihres Körpers aufnehmen. Dadurch können sie von den Anemonen nicht mehr als Beutetiere wahrgenommen werden.
Anemone (Bild: SWR)
Die Anemone bietet dem Clownfisch Schutz vor Angreifern.

Umgekehrt verteidigt der Clownfisch "seine" Anemone aber auch vor Eindringlingen und Feinden, liefert ihr durch seine Nahrungsreste außerdem ausreichend Futter und entfernt Schmutz und Abfall von ihren Tentakeln.

Von diesem Zusammenleben - auch Symbiose genannt - haben also beide Tiere etwas.

Leben Clownfische einige Zeit von ihrer Anemone getrennt, spüren auch sie das Gift der Anemone und brauchen einige Zeit, um wieder dagegen immun zu werden.
Freunde und Feinde
Junge Clownfische fallen vielen räuberisch lebenden Fischen zum Opfer. Die erwachsenen Tiere dagegen sind in ihrer Anemone sehr gut vor Feinden geschützt.
Nachwuchs
Bei Clownfischen, die in Gruppen leben, entwickelt sich immer das größte Tier zum Weibchen. Bei jungen Anemonenfischen sind sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane angelegt. Zunächst entwickelt sich aber nur das Hodengewebe zur Reife - die Fische sind also Männchen. Ab einem bestimmten Alter und einer bestimmten Größe verkümmern dann die Hoden und die weiblichen Geschlechtsorgane entwickeln sich zu den Eierstöcken.

Stirbt das Weibchen einer Gruppe, verwandelt sich das nächst größere Männchen nach und nach zum Weibchen. Diese Geschlechtsumwandlung hat einen Vorteil: Die Fische müssen ihre schützende Anemone nicht verlassen, um sich ein neues Weibchen zu suchen.

Clownfisch-Weibchen legen alle zwei Wochen Eier an Steinen ab. Anschließend kümmert sich das Männchen um die Eier, indem es mit den Flossen frisches Wasser zu ihnen fächelt und unbefruchtete Eier, die faulen würden, frisst. Nach einer Woche bis zehn Tagen schlüpfen die jungen Clownfische. Sie sind drei bis vier Millimeter groß und noch farblos. Erst nach einer Woche beginnen sie, die typische Färbung anzunehmen.

Junger Clownfisch (Bild: SWR)
Da viele von ihnen die ersten Tage nicht überleben und gefressen werden, legen die Weibchen jeweils etwa 500 Eier ab, so dass wenigstens ein paar Jungfische überleben.
Junge Clownfische leben noch nicht mit Anemonen zusammen, da sie gegen deren Gift empfindlich sind. Sie schwimmen im freien Wasser umher.

Erst wenn sie groß sind, werden sie immun und suchen sich eine Anemone, die sie vor Feinden schützt.
Autorin: Barbara Kiesewetter