OLIs Wilde Welt
Grüner Leguan (Bild: dpa picture-alliance )

Echsen


Lacertilia (Sauria)

Echsen sind eine sehr vielfältige Gruppe der Reptilien: Das Artenspektrum reicht von kleinen Eidechsen bis zu riesigen Waranen.
Aussehen
Vier Leguane sitzen bei- und übereinander (Bild: SWR)Echsen gehören wie die Schildkröten, Panzerechsen (Krokodile) und Brückenechsen zur Klasse der Kriechtiere (Reptilien) und dort zur Ordnung der Schuppenkriechtiere. Diese ist wiederum aufgeteilt in Echsen und Schlangen.
Echsen können zwar recht verschieden aussehen, sie haben aber viele gemeinsame Merkmale, die sie unverwechselbar machen.
Ein Gecko sitzt an einer Wand (Bild: SWR)Ihr lang gestreckter Körper besitzt zwei Vorder- und zwei Hinterbeine und einen langen Schwanz.
Eine Ausnahme sind die Schleichen: Sie besitzen keine Gliedmaßen, sondern sehen aus wie Schlangen.
Trotzdem gehören sie zu den Echsen, denn an ihrem Skelett sind noch winzige Reste der Beine zu erkennen.
Ein Stachelleguan (Bild: SWR)Der ganze Körper der Echsen ist von einem Schuppenkleid bedeckt, das aus verhornten Hautschuppen besteht. Diese Schuppen schützen die Tiere vor Sonne und Austrocknung.
Weil das Schuppenkleid nicht mitwachsen kann, müssen sich alle Echsen, wenn sie größer werden, häuten.
Eine Kragenechse (Bild: SWR)Die alte Haut wird abgeworfen, und darunter kommt das neue Schuppenkleid zum Vorschein.
Je nach Art sind Echsen sehr verschieden groß:
Der Unterschied reicht von den nur wenige Zentimeter langen Geckos bis zu den riesigen, bis zu drei Meter langen Komodowaranen.
Heimat
Ein Chamäleon (Bild: SWR)Echsen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis zu finden.
Sie besiedeln subtropische und tropische, aber auch gemäßigte Regionen.
In den Tropen und Subtropen finden sich aber die meisten Echsenarten.
Lebensraum
Echsen sind in den verschiedensten Lebensräumen zu Hause: Manche leben in heißen Wüsten, andere in feuchten, tropischen Wäldern, wieder andere in Savannen. Manche sind sogar in Gebirgen bis zu Schneegrenze zu finden.
Rassen und Arten
Ein Krokodilteju frisst eine Schnecke samt Gehäuse (Bild: SWR)Die Echsen machen mehr als Hälfte aller Reptilien aus: Es gibt rund 5000 verschiedene Arten.
Sie werden eingeteilt in die Leguanartigen, die Geckoartigen, die Skinkartigen, die Schleichenartigen und die Waranartigen.
Zu den bei uns heimischen Echsen zählen beispielsweise die Eidechsen.
Lebenserwartung
Je nach Art leben Echsen sehr unterschiedlich lange: Manche werden nur bis zu fünf Jahre alt, andere zehn, wieder andere über 20 oder 30 Jahre. Einige Leguan-Arten können, so vermuten Wissenschaftler, sogar mehr als 80 Jahre alt werden.
Alltag
Ein Stirnlappenbasilisk auf einem Ast über dem Wasser (Bild: SWR)Wie alle Reptilien sind Echsen wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt von der Temperatur der Umgebung ab. Ist es kalt, sind die Tiere deshalb steif und fast unbeweglich. Ist es warm sind sie sehr flink.
Oft sitzen Echsen deshalb am Morgen in der Sonne, um sich nach der kühlen Nacht wieder aufzuwärmen.
Ein Sepik-Waran mit herausgestreckter Zunge (Bild: SWR)Beobachtet man Echsen, kann man meist ein ganz typisches Verhalten sehen: Sie züngeln.
Ihre Zunge schnellt dabei immer wieder blitzschnell aus dem Maul und wieder zurück.

Echsen tun dies, weil sie mit der Zunge riechen und so ihre Beute oder Nahrung aufspüren können. Beim Züngeln nehmen sie Duftstoffe aus der Luft auf und führen sie zu den Riechzellen im Mund.
Freunde und Feinde
Schwanz eines Geckos (Bild: SWR)Vor allem kleine Echsen haben Feinde wie Greifvögel oder kleine Raubtiere.
Eidechsen und Geckos haben aber einen Trick, um Feinden zu entkommen: Sie werfen den Schwanz ab.
Weil das abgeworfene Schwanzstück noch zuckt und zappelt, werden Angreifer abgelenkt, und die Echse kann fliehen. Der Schwanz wächst wieder nach, wird aber nicht mehr ganz so lang und schön wie vorher.
Manche Echsen haben andere Strategien, um Feinde einzuschüchtern: Die Kragenechse etwa besitzt einen großen Hautlappen am Hals, den sie bei Gefahr aufstellt, sodass er wie ein Kragen um den Hals steht.
Ein Blauzungenskink streckt seine typisch blaue Zunge heraus (Bild: SWR)Die zierliche Echse wirkt dann plötzlich groß und bedrohlich - und Angreifer werden in die Flucht geschlagen.
Der Blauzungenskink wiederum besitzt eine leuchtend blau gefärbte Zunge, die er bei Gefahr herausstreckt:
Die leuchtende Farbe schreckt Angreifer ab.
Jagd
Ein Chamäleon fängt mit seiner Zunge ein Insekt (Bild: SWR)Manche Echsen sind raffinierte Räuber: Chamäleons erledigen ihre Beute mit einem Zungenschuss: Die bedächtigen Tiere lauern meist auf einem Ast auf Beute. Nähert sich ein Insekt, schnellt ihre lange Zunge blitzschnell vor, die Beute wird gepackt, ins Maul gezogen und dann verschluckt.

Dieser Zungenschuss ist so schnell, dass wir Menschen ihn nur genau erkennen können, wenn er von einer Kamera in Zeitlupe aufgenommen wird.
Nachwuchs
Echsen pflanzen sich unterschiedlich fort: Manche legen Eier, aus denen die Jungen schlüpfen. Bei anderen wachsen die Jungen in den Eiern im Mutterleib heran und schlüpfen während oder kurz nach der Eiablage. Und bei manchen Arten entwickeln sich die Jungen ganz im Bauch der Mutter und kommen erst dann zur Welt.

Bei den meisten Echsen kümmern sich die Eltern kaum um ihren Nachwuchs. Die Jungen sind von Anfang an selbstständig.
Ernährung
Drei Leguane fressen Salatblätter (Bild: SWR)Die verschiedenen Echsenarten haben einen ganz unterschiedlichen Speiseplan.
Viele ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnen, andere fressen außerdem noch pflanzlicher Kost wie Blätter oder Früchte.
Nur wenige Echsen sind reine Vegetarier.