OLIs Wilde Welt
Ein Eichhörnchen sitzt auf einem Ast (Bild: dpa picture-alliance)

Eichhörnchen


Sciurus vulgaris, Rothörnchen

Eichhörnchen - entweder kommt der Name von dem indogermanischen Wort "aig" und bedeutet, dass sich etwas heftig und schnell bewegt; oder er kommt von "aik", was einfach Eiche bedeutet. Und die puscheligen Ohren sehen von weitem aus wie kleine Hörnchen.
Aussehen
Ein Eichhörnchen sitzt auf einem Ast (Bild: dpa picture-alliance)Besonders auffällig ist der buschige Schwanz des Eichhörnchens. Mit 17 bis 20 Zentimetern ist er fast so lang wie sein Körper, der eine Größe von 20 bis 25 Zentimetern erreichen kann.

Die 300 bis 500 Gramm schweren Eichhörnchen sind auf dem Bauch und auf der Brust weiß. Der Rücken ist meist mit rotem Fell bedeckt; das Fell kann aber auch alle anderen Farben von schwarz bis hellgelb haben.

Die Hinterpfoten des Eichhörnchens sind länger und kräftiger als seine Vorderpfoten. Im Winter stehen oben auf den Ohren kleine Haarbüschel in die Höhe, die auch Pinsel genannt werden.
Heimat
Von ein paar Inseln im Mittelmeer abgesehen, gibt es Eichhörnchen in jeder bewaldeten Region Europas und Asiens.
Lebensraum
Eichhörnchen auf einer Mauer (Bild: SWR)Eichhörnchen leben im Wald. Am liebsten leben sie in Wäldern, in denen hohe Nadelbäume stehen.
Aber auch in Laubwäldern und Parkanlagen fühlen sie sich wohl - vorausgesetzt, sie finden genügend zu fressen.
Rassen und Arten
Eichhörnchen im Wald auf einem Baum (Bild: SWR)Die Eichhörnchen gehören zu den Hörnchen, die mit 250 Arten eine große Familie innerhalb der Nagetiere bilden.
Die Hörnchen unterteilen sich in Baumbewohner, Erdhörnchen und Flughörnchen.
Im gesamten Verbreitungsgebiet des Eichhörnchens gibt es rund 40 Unterarten.
Lebenserwartung
Eichhörnchen können zwölf Jahre alt werden. Aber in der freien Natur erreichen sie nur selten so ein hohes Alter.
Alltag
Eichhörnchen klettert an einem Baumstamm herunter (Bild: SWR)Das Leben der Eichhörnchen spielt sich meist hoch oben in den Bäumen ab: Dort klettern und turnen sie blitzschnell über die Äste.

Der Schwanz dient dabei als Balancierstange und bei ihren waghalsigen Sprüngen von Baum zu Baum als Steuer.

An dieses Leben sind Eichhörnchen hervorragend angepasst: Sie können sehr gut sehen und Entfernungen genau abschätzen.
Ein Eichhörnchen steht auf den Hinterfüßen (Bild: SWR)Außerdem besitzen sie richtige Sensoren: Tasthaare am Kopf, an den Körperseiten. an Vorder- und Hinterbeinen und am Schwanz helfen ihnen, immer den richtigen Abstand zu halten und Äste und Zweige genau zu spüren.
Läuft ein Eichhörnchen auf dem Boden, ist es besonders vorsichtig: Es richtet sich immer wieder auf und hält aufmerksam nach Gefahren Ausschau.
Eichhörnchen sind tagaktiv. Morgens verlassen sie ihre Schlafnester und machen sich auf Nahrungssuche. Dabei bewegen sie sich in einem Umkreis von 10 bis 50 Hektar.

Am Abend kehren sie in ihre Nester, die man auch Kobel nennt, zurück. Dort verkriechen sie sich auch gerne für ein paar Tage, wenn es draußen zu sehr regnet und stürmt.
Ein Eichhörnchen sitzt im Schnee und frisst (Bild: SWR)Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf - selbst bei Kälte und Schnee kann man sie manchmal bei der Futtersuche beobachten.
Bei großer Kälte schlafen manchmal mehrere Eichhörnchen zusammen in einem Nest - eng aneinander gekuschelt und warm zugedeckt mit ihren buschigen Schwänzen.
Freunde und Feinde
Zu den Feinden der Eichhörnchen zählen, Greifvögel wie Habichte, Bussard und Uhu, aber auch Baummarder und Zobel. Eichhörnchen können ebenso für andere Tiere gefährlich werden, denn manchmal fressen sie Vogeleier und Jungvögel.
Nachwuchs
Ende Dezember beginnt die Paarungszeit der Eichhörnchen. Die Männchen jagen die Weibchen. Dabei regt sich das Weibchen manchmal ziemlich auf. Das Männchen versucht dann, das Weibchen zu beruhigen, indem es die Rufe junger Eichhörnchen nachmacht. Es kann einige Tage dauern, bis das Weibchen schließlich paarungsbereit ist.
Ziemlich genau 38 Tage nach der Paarung bringt das Weibchen zwei bis fünf nackte, blinde Junge zur Welt. Die Neugeborenen wiegen gerade einmal zehn Gramm. Drei Monate lang werden sie von der Mutter versorgt. Sie füttert die Jungen, verteidigt sie und zieht mit ihnen sogar in ein anderes Nest um, wenn sie sich bedroht fühlt. Danach können sich die Jungtiere selbst ernähren. Sie verlassen ihre Mutter etwa einen Monat später.
Rund drei Viertel der Jungen sterben schon im ersten Lebensjahr, weil sie Feinden zum Opfer fallen oder nicht genug zu fressen finden. Eichhörnchen können zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die ersten Würfe finden im späten Januar statt, die letzten im August.
Sprache
Wenn Eichhörnchen aufgeregt sind, rufen sie "tjuk-tjuk-tjuk". Oft trommeln sie dabei mit den Vorderfüßen auf dem Boden oder dem Baumstamm.
Ernährung
Eichhörnchen im Wald findet eine Nuss (Bild: SWR)Eichhörnchen gehören zu den Allesfressern.
Auf ihrem Speiseplan stehen Pflanzenteile wie Samen, Knospen, Beeren und Blüten von Bäumen. Allerdings fressen sie auch Insekten, Schnecken, junge Vögel und Vogel-Eier.

Für magere Zeiten legen die Eichhörnchen mehrere Vorratslager mit Nahrung an. Dazu vergraben oder verstecken sie hauptsächlich Nüsse und Eicheln. Bevorzugte Plätze sind Baumhöhlen, Astgabeln und Erdlöcher an Baumwurzeln.
Nüsse und Kerne, die ein Eichhörnchen gerne frisst (Bild: SWR)Die Eichhörnchen merken sich die Verstecke aber nicht. Wenn sie Hunger haben und keine Nahrung finden, suchen sie bis sie eine Vorratskammer entdecken.
Auf diese Weise tragen Eichhörnchen dazu bei, dass die Samen von Bäumen und Sträuchern an viele neue Plätze gebracht werden: Werden sie vom Eichhörnchen nicht gefressen, können sie hier im nächsten Frühjahr keimen und zu einem neuen Baum heranwachsen.