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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Eisbär

Alltag
Die schwarze Haut schimmert durch das weiße Fell des Eisbären (Bild: SWR)Das dichte Fell der Eisbären funktioniert wie eine Thermojacke: Die bis zu 15 Zentimeter langen Haare sind hohl, sodass ein Luftpolster entsteht, das die Tiere vor Kälte schützt.
Und weil die Haut unter dem Fell schwarz gefärbt ist, kann sie das Sonnenlicht, das durch die hohlen Haare zur Haut geleitet wird, als Wärme speichern.
Eine mehrere Zentimeter dicke Speckschicht trägt ebenfalls dazu bei, dass es den Eisbären auch im eisigsten Sturm nicht kalt wird.
Ein Eisbär guckt aus dem Wasser (Bild: SWR)Dank ihrer kleinen Ohren und der behaarten Fußsohlen verlieren sie außerdem kaum Körperwärme.
Durch das Fell an den Füßen sowie die Schwimmhäute können Eisbären auf dem Schnee wie mit Schneeschuhen gehen, ohne einzusinken.
Die einzigen unbehaarten Stellen sind - außer der Nase - die Ballen der Fußsohlen. Auch die sind schwarz: Über sie können die Tiere die Wärme besonders gut speichern, sie aber auch abgeben, falls es ihnen zu warm wird.
Ein Eisbär sitzt am Wasser (Bild: SWR)Eisbären können zwar nicht gut sehen, dafür aber sehr gut riechen. Ihr feiner Geruchssinn hilft ihnen, Beute aus großer Entfernung wahrzunehmen.
Die meiste Zeit des Jahres leben Eisbären als Einzelgänger. Sie haben große Reviere, die sie aber nicht markieren und kaum verteidigen.
Gibt es genug Beute, akzeptieren sie auch Artgenossen in ihrer Nähe.
Auf dem Land können sie weit laufen und werden bis zu 40 Kilometern pro Stunde schnell. Und sie können über bis zu fünf Meter breite Eisspalten springen.
Ein Eisbär mit tropfend nassem Fell (Bild: SWR)Eisbären sind sehr gute Schwimmer, und legen im Wasser große Strecken von Insel zu Insel oder von den Treibeisgebieten zur Festlandsgrenze zurück. Sie können bis zu zwei Minuten tauchen.
Weil das Wasser von ihrem Fell sehr schnell abläuft, verlieren sie auch nach einem Bad im Meer kaum Körperwärme.
Freunde und Feinde
Erwachsene Eisbären sind so groß und stark, dass sie so gut wie keine natürlichen Feinde haben.
Junge Eisbären fallen allerdings immer wieder erwachsenen Eisbär-Männchen zum Opfer.

Der größte Feind der Eisbären ist der Mensch. Die großen Raubtiere wurden seit jeher wegen ihres Fells gejagt.
Jagd
Durch ihr gelblich-weißes Fell sind Eisbären in ihrem Lebensraum perfekt getarnt und deshalb sehr erfolgreiche Jäger. Beim Jagen lauern Eisbären meist lange Zeit an den Atemlöchern von Robben. Dort strecken die Beutetiere immer wieder zum Luftholen ihren Kopf aus dem Wasser. Der lauernde Eisbär packt die Tiere dann mit seinen riesigen Pranken und zieht sie auf das Eis.
Manchmal schieben sich Eisbären auch auf dem Bauch langsam an Robben heran, die sich auf dem Eis sonnen und töten sie mit einem Prankenhieb.
Dank ihres feinen Geruchssinns können sie auch die Schneehöhlen der Robbenweibchen, in denen diese ihre Jungen zur Welt bringen, aufspüren. Die Bären lassen sich dann mit ihrem ganzen Gewicht ihres Vorderkörpers auf die Höhle fallen, drücken diese ein und erbeuten die Robben.
Nachwuchs
Die Paarungszeit der Eisbären reicht von April bis Juni. Nur in dieser Phase kommen Männchen und Weibchen für kurze Zeit zusammen. Die Männchen spüren mit ihrer feinen Nase die Spuren von Bärinnen auf, und oft kommt es zwischen Männchen, die um ein Weibchen streiten, zu heftigen Kämpfen. Nach der Paarung gehen Bär und Bärin wieder getrennte Wege.
Wilbär aus dem Stuttgarter Zoo wird von seiner Mutter getragen (Bild: SWR)Die trächtigen Weibchen graben sich im Oktober oder November eine Schneehöhle aus mehreren Kammern. In dieser Höhle bleiben die Weibchen den ganzen Winter über.
Weil sie in dieser Zeit nicht jagen, müssen sie von dem Fettpolster leben, dass sie sich zuvor angefressen haben.
Nach etwa acht Monaten Tragzeit bringt die Bärin in dieser Höhle ihre Jungen zur Welt, meist sind es zwei Jungtiere. Bei der Geburt sind die Babys nur 20 bis 30 Zentimeter groß und wiegen 600 bis 700 Gramm.
Wilbär aus dem Stuttgarter Zoo mit seiner Mutter am Wasser (Bild: SWR)Sie sind noch blind und taub, besitzen nur wenige Haare und sind deshalb völlig auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen.
Bis zum nächsten Frühjahr bleiben sie in der Höhle, werden von der Mutter gesäugt und wachsen schnell heran. Im März oder April verlassen sie zusammen mit ihrer Mutter ihr Versteck und wandern zum Meer.
Autorin: Barbara Kiesewetter