OLIs Wilde Welt
Eine etwa eine Woche alte Felsen-Klapperschlange (Bild: picture-alliance/ dpa)

Felsen-Klapperschlange


Crotalus lepidus

Felsen-Klapperschlangen sind im Grunde sehr scheu: Kommt man ihnen jedoch zu nahe und erschreckt sie, beißen diese sehr giftigen Schlangen zu.
Aussehen
Felsen-Klapperschlangen gehören zur Gattung der Echten Klapperschlangen. Sie werden nicht besonders lang: Meist messen sie zwischen 60 und 80 Zentimeter. Die maximale Länge beträgt 83 Zentimeter. Ihr Körper ist sehr kräftig gebaut.
Muster einer Felsen-Klapperschlange  (Bild: SWR)
Ihre Färbung kann sehr unterschiedlich sein. Sie ist davon abhängig, aus welcher Region sie stammt.

Manche sind bräunlich, andere grau oder graugrün. Es gibt aber auch weißgraue, bläuliche und rosa gefärbte Tiere. Ihre Zeichnung besteht aus Querbinden oder Flecken auf der Oberseite des Körpers, die weiß umrandet sind.
Die Bauchseite ist beige bis rötlich gefärbt. Auffällig sind die großen, gelben Augen.
Typisches Merkmal der Felsen-Klapperschlange ist - wie bei allen Klapperschlangen - die Klapper.
Heimat
Die Felsen-Klapperschlange ist in West-Texas, im südlichen Neu-Mexiko, in Süd-Arizona und in großen Gebieten Mexikos zu Hause.
Lebensraum
Ihr Name verrät schon, wo sie leben: Felsen-Klapperschlangen bewohnen am liebsten felsig-buschige Gebiete. Sie leben in Wüsten und in Canyons, in denen bis auf Kiefern und Eichen nur wenige Pflanzen gedeihen. Felsen-Klapperschlangen kommen in Höhen von 350 bis 3200 Metern vor. Hauptsächlich findet man sie aber in 1000 bis 2500 Meter Höhe. In diesen hohen Lagen ist sie sogar recht häufig.
Rassen und Arten
Es gibt etwa 30 verschiedene Klapperschlangen-Arten und 60 Unterarten, die je nach Art von Kanada bis Argentinien vorkommen. Sie leben in Wäldern, Felsgebirgen, Savannen und Wüsten.
Lebenserwartung
Wie alt Felsen-Klapperschlangen werden, ist nicht genau bekannt. Vermutlich können sie aber bis weit über zehn Jahre alt werden.
Alltag
Felsen-Klapperschlang auf Nahrungssuche  (Bild: SWR)
Felsen-Klapperschlangen sind meistens am Tag aktiv. Sie liegen gerne in der Sonne. Werden sie gestört flüchten sie in Felsspalten oder unter Steine.

In der heißesten Jahreszeit kommen sie jedoch erst in der Dämmerung und am Abend aus ihren Verstecken und machen sie dann auf Nahrungssuche.

In der kühleren Jahreszeit halten die Schlangen vier bis fünf Monate lang Winterruhe. Sie verbringen diese Zeit in Verstecken unter Felsen.
Klapper einer Felsen-Klapperschlange  (Bild: SWR)
Die Klapper setzt sich aus trockenen, lose miteinander verbundenen Hornringen am Schwanzende zusammen.

Diese bestehen aus Hautresten vorausgegangener Häutungen. Nur bei der ersten Häutung wird die Endschuppe am Schwanz abgeworfen.

Bei den nächsten Häutungen bleibt die Endschuppe erhalten und wird hart. Sie löst sich zwar von der Haut ab, wird aber nicht abgeworfen, sondern bildet ein Glied der kettenartigen Klapper.

Da sich Klapperschlangen bis zu dreimal im Jahr häuten, können also maximal drei neue Glieder der Klapper entstehen. Oft gehen aber alte Teile der Klapper kaputt, sodass sie in der Natur meist nur aus sechs bis acht Gliedern besteht. Den Rekord soll eine im Terrarium gehaltene Klapperschlange halten, deren Klapper aus 29 Gliedern bestand.
Felsen-Klapperschlange mit Klapper  (Bild: SWR)
Indem sie die Klapper 40 bis 60mal pro Sekunde hin- und herschütteln, entsteht ein rasselndes oder schwirrendes Geräusch, das andere Tiere oder auch Menschen vor der Schlange warnen soll. Das Rasseln ist bis zu 30 Meter weit zu hören.

Wenn sie angreift, richtet die Felsen-Klapperschlange ihren Körper spiralförmig auf. Kopf und Hals sind dabei s-förmig gebogen. Dann schnellt sie bis zur Hälfte ihrer Körperlänge nach vorne und beißt zu.

Felsen-Klapperschlangen sind sehr giftig: Sie produzieren zwar nur kleine Giftmengen, diese sind aber hochwirksam.
Freunde und Feinde
Felsen-Klapperschlangen haben - außer dem Menschen - nur wenige Feinde. Sie werden höchstens einmal von einem Pferd oder Büffel zertreten.
Nachwuchs
Felsen-Klapperschlangen paaren sich hauptsächlich im Frühjahr und Herbst. Vor der Paarung, die mehrere Stunden dauern kann, kämpfen die Männchen, die sich um ein Weibchen streiten, manchmal miteinander. Zu ernsthaften Verletzungen kommt es aber nie. Bei diesen Scheinkämpfen umschlingen sich die Männchen mit hoch aufgerichtetem Vorderkörper und schaukeln hin und her.

Felsen-Klapperschlangen sind lebendgebärend. Das heißt, dass sich die Eier im Körper der Mutter entwickeln. Im Spätsommer bringt das Weibchen dann meistens drei bis zehn Junge zur Welt. Sie sind 15 bis 20 Zentimeter lang. Klapperschlangen werden im Alter von drei Jahren geschlechtsreif. In Gefangenschaft pflanzen sich Felsen-Klapperschlangen nur fort, wenn die Winterruhe eingehalten wurde.
Sprache
Felsen-Klapperschlangen sind wie alle Schlangen stumm und taub. Sie können aber Erschütterungen des Bodens wahrnehmen.
Ernährung
Felsen-Klapperschlangen erbeuten vor allem Echsen, Mäuse und kleine Vögel. Manchmal fressen sie auch Frösche, Insekten und sogar andere Schlangen. Ganz junge Felsen-Klapperschlangen ernähren sich zunächst von kleinen Eidechsen.
Haltung
Felsen-Klapperschlange im Terrarium  (Bild: SWR)
Felsen-Klapperschlangen sind relativ einfach in Terrarien zu halten. Weil sie jedoch Giftschlangen sind, sind sie nicht für Anfänger und schon gar nicht für Kinder geeignet. Der Boden des Terrariums wird mit einer dicken Schicht feinem Sand aufgefüllt. Darauf kommen Steine mit Höhlungen, in denen sich die Schlange verstecken kann.

An der Rückwand des Terrariums richtet man Steinplatten auf. Auch zwischen ihnen finden die Felsen-Klapperschlangen Verstecke. Weil die Tiere Wärme brauchen, wird der Boden mit einem speziellen Heizkabel und das Terrarium mit einer Wärmelampe beheizt.
Die Lufttemperatur soll am Tag bei 24 bis 28° C liegen, in der Nacht bei 18 bis 22° C. Die Luftfeuchtigkeit sollte 40% bis 60% betragen. Während der Zeit der Winterruhe muss die Temperatur bei 8 bis 12° C liegen.
Pflegeplan
In Gefangenschaft werden Felsen-Klapperschlangen überwiegend mit lebenden Mäusen gefüttert. Die Schlangen schießen blitzschnell aus ihren Verstecken und beißen ihre Beute, die anschließend an dem Gift stirbt.