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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Fischotter

Alltag
Ein Fischotter am Ufer (Bild: SWR)Fischotter sind Einzelgänger, die amphibisch leben, also am Land und im Wasser.

Sie gehen hauptsächlich nachts und während der Dämmerung auf Beutefang. Nur wenn Fischotter völlig ungestört sind, trauen sie sich auch am Tag aus ihrem Bau.
Fischotter bevorzugen Baue, die unmittelbar an der Wasserlinie und an den Wurzeln von Bäumen liegen.

Ein Fischotter versteckt im Gestrüpp (Bild: SWR)Allerdings nutzen Fischotter viele verschiedene Verstecke als Schlafplatz. Etwa alle 1000 Meter haben sie einen Unterschlupf, den sie unregelmäßig bewohnen und immer wieder wechseln.

Nur die Verstecke, die sie als Schlafplatz und als Kinderstube verwenden, sind aufwendig gebaut.
Bei ihnen achten die Otter auch darauf, dass sie dort ungestört bleiben, und dass diese Baue nicht überschwemmt werden.
Ein Fischotter untersucht seine Umgebung (Bild: SWR)Die Uferstreifen von Gewässern bilden die Reviere der Fischotter. Jeder Fischotter markiert sein Gebiet mit einem Duftstoff und mit Kot. Die Reviere können zwei bis 50 Kilometer lang sein, je nachdem, wie viel Nahrung ein Fischotter in dem Gewässer findet.
Weil sie gerne nahe am Wasser bleiben, reichen die Otter-Reviere nur etwa 100 Meter ins Land hinein.
Ein Fischotter schwimmt (Bild: SWR)Mit ihrem schlanken Körper und ihren Schwimmhäuten sind Fischotter bestens an das Leben im Wasser angepasst. Sie können gut tauchen und schneller als sieben Stundenkilometer schwimmen. Ein Fischotter kann bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben. Dann muss er an die Oberfläche, um Luft zu schnappen.

Manchmal tauchen Fischotter 300 Meter weit und 18 Meter tief. Beim Tauchen sind Nase und Ohren verschlossen. Im Winter tauchen Fischotter lange Strecken unter dem Eis.

Aber auch an Land bewegen sie sich sehr schnell und geschmeidig. Oft wandern sie 20 Kilometer weit. Dabei schlängeln sich Fischotter wieselflink durchs Gras und durchs Unterholz. Wenn sie sich einen Überblick verschaffen wollen, stellen sie sich auf ihre Hinterbeine.
Jagd
Ein Fischotter hebt den Kopf halb aus dem Wasser (Bild: SWR)Fischotter orientieren sich vor allem mit den Augen. Im trüben Wasser spüren sie ihre Beute mit den Schnurrbarthaaren auf.
Mit diesen Haaren, die bis zu sechs Zentimeter lang sind, können Fischotter die Bewegungen von Beutetieren fühlen. Der Schnurrbart dient auch als Tastorgan.
Kleine Fische verspeisen Fischotter sofort.

Ein Fischotter schnappt sich einen Fisch im Wasser (Bild: SWR)Größere Beutetiere bringen sie zunächst an einen sicheren Uferplatz. Erst dort fressen sie diese unter lautem Schmatzen, wobei sie die Beute zwischen den Vorderpfoten halten.

Fischotter greifen Fische meistens vom Grund eines Gewässers an, weil Fische schlecht nach unten schauen können. Fische flüchten oft Richtung Ufer, um sich dort zu verstecken. Deshalb schlagen Fischotter manchmal mit dem Schwanz, um Fische in Buchten zu treiben, wo sie diese leicht jagen können.
Nachwuchs
Fischotter sind nach zwei bis drei Lebensjahren geschlechtsreif. Sie haben keine feste Paarungszeit. Deshalb können Junge das ganze Jahr über zur Welt kommen.

Nach der Paarung ist das Otterweibchen zwei Monate lang trächtig. Danach wirft sie meist ein bis drei Junge, seltener vier oder fünf. Ein Baby-Otter wiegt gerade einmal 100 Gramm, ist anfangs blind und öffnet erst nach etwa einem Monat die Augen.

Die Mutter säugt ihre Kinder sechs Monate lang, obwohl die Jungen schon nach sechs Wochen auch feste Nahrung fressen. Nach zwei Monaten verlassen sie erstmals den Bau.
Manchmal sind junge Fischotter ziemlich wasserscheu. Dann muss die Mutter ihre Jungen am Nacken packen und sie ins Wasser tauchen.
Autorin: Barbara Kiesewetter