SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Flamingo

Alltag
Eine Gruppe von Flamingos (Bild: SWR)Flamingos sind sehr gesellig. Sie leben zum Teil in riesigen Schwärmen von mehreren tausend bis zu einer Million Tieren. Solche großen Ansammlungen kommen aber nur in Afrika vor.

Die Bilder von den Flamingo-Scharen in Ostafrika sind beeindruckende Aufnahmen aus der Tierwelt.
Zwei Flamingos stehen im Teich und durchsieben das Wasser nach Nahrung (Bild: SWR)Majestätisch stelzen Flamingos durch flaches Wasser. Dabei wühlen sie mit den Füßen Schlamm auf und befördern so kleine Krebse, Würmer oder Algen hervor. Dann stecken sie immer wieder den Kopf ins Wasser, um den Schlamm und das Wasser nach Nahrung zu durchsieben.

Der Oberschnabel liegt dabei auf dem Grund und mit dem dicken Unterschnabel filtern sie Futter aus dem Wasser.
Nahaufnahme eines Flamingoschnabels (Bild: SWR)Der Schnabel ist mit einem so genannten Seihapparat ausgestattet, der aus feinen Hornplatten besteht, die wie ein Sieb wirken.

Das Wasser wird durch pumpende Bewegungen der Kehle und mit Hilfe der Zunge angesaugt und durch diesen Seihapparat gepresst.
Die Flamingos in Südfrankreich bleiben zum Teil das ganze Jahr dort, einige Tiere fliegen aber weiter an das südliche Mittelmeer oder sogar bis Westafrika.
Freunde und Feinde
Flamingos reagieren sehr empfindlich auf Störungen. Deshalb lassen sie bei Gefahr durch Überschwemmungen oder Feinde rasch ihr Gelege oder ihr Junges im Stich. Die Eier und Jungtiere werden dann oft Opfer von Möwen und Greifvögeln.
Nachwuchs
Nachgestellte Szene: Das Ei eines Flamingos auf einem Schlammkegel (Bild: SWR)In Südeuropa brüten Flamingos zwischen Mitte April und Mai. Weil es in ihren Lebensräumen wenig Äste und anderes pflanzliches Nistmaterial gibt, bauen Flamingos bis zu 40 Zentimeter hohe Schlammkegel. Meist legen sie ein, manchmal auch zwei Eier ab. Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten ab.
Ein Flamingo-Küken geschützt unter den Federn eines erwachsenen Flamingos (Bild: SWR)Nach 28 bis 32 Tagen schlüpfen die Jungen. Ihr Aussehen erinnert noch gar nicht an das eines Flamingos: Ihre Beine sind dick und rot und ihr Federkleid ist unscheinbar grau.
Sie werden die ersten zwei Monate mit der so genannten Kropfmilch ernährt, einem Sekret, das in Drüsen des oberen Verdauungstrakts gebildet wird. Es besteht aus viel Fett und etwas Eiweiß.

Zwei graue Flamingo-Küken auf einer Wiese (Bild: SWR)Erst nach zwei Monaten ist ihr Schnabel so weit entwickelt, dass sie selbst Nahrung aus dem Wasser filtern können.
Wenn sie vier Tage alt sind, verlassen sie zum ersten Mal das Nest und folgen ihren Eltern. Im Alter von etwa 78 Tagen sind Flamingos flügge.
Erst mit drei bis vier Jahren haben Flamingos ein rosa Federkleid.
Im Alter von etwa sechs Jahren brüten sie schließlich zum ersten Mal.

Sprache
Die Rufe der Flamingos erinnern an die Schreie von Gänsen.
Autorin: Barbara Kiesewetter