OLIs Wilde Welt
Ein Rotfuchs schläft (Bild: picture alliance / dpa)

Fuchs


Vulpes vulpes

Der Fuchs gilt als besonders schlau. Deshalb wird er auch "Reineke" oder "Reinhard" genannt - das bedeutet "der durch seine Schlauheit Unüberwindliche".
Aussehen
Fuchs (Bild: SWR)Füchse sind Raubtiere und gehören zu den Hundeartigen, sie sind also ziemlich nah mit dem Hund und dem Wolf verwandt. Sie sehen Hunden recht ähnlich, haben aber kürzere Beine und einen viel längeren Körper.
Füchse werden 60 bis 90 Zentimeter lang, etwa 40 Zentimeter hoch und wiegen rund sieben Kilogramm.

Typisch für sie ist der dicke, buschige und sehr lange Schwanz. Er misst bis zu 40 Zentimeter, ist also halb so lang wie der ganze Fuchs.
Fuchs (Bild: SWR)Das dichte Fell ist rotbraun, Wangen, Bauch und die Innenseiten der Beine sind weiß. Die Schwanzspitze ist weiß oder dunkel gefärbt.
Unverkennbar ist das Gesicht der Füchse mit den aufmerksam hoch aufgerichteten Ohren, der langen spitzen Schnauze, der schwarzen Nase und den Augen mit den elliptischen Pupillen.

Füchse sind im Vergleich zu Hunden mit ähnlicher Körpergröße viel leichter und schmaler.

Deshalb sind sie sehr sportlich: Sie können bis zu fünf Meter weit und zwei Meter hoch springen und bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell laufen. Außerdem können sie sich auch noch in den engsten Höhlen und im kleinsten Erdloch verstecken.
Heimat
Der Fuchs ist eines der am weitesten verbreiteten Raubtiere: Er lebt in Europa (außer auf Zypern, Kreta, Malta und Mallorca), in Nordafrika, in Asien und in Nordamerika. In Australien wurde er vom Menschen eingeführt.
Lebensraum
Fuchs hinter einem Erdhügel (Bild: SWR)Füchse sind extrem anpassungsfähig. Egal ob Wälder, Halbwüsten, Küste und Hochgebirge bis zu 4500 Meter Höhe - Füchse finden überall einen Lebensraum.
Genauso fühlen sie sich heute aber auch in Parks zu Hause.
Und schlau wie sie sind, haben sie längst entdeckt, dass es auch in Städten allerlei Leckeres in Gärten, aber auch auf Müllhalden und in Abfallhaufen zu finden gibt.
Rassen und Arten
Neben unserem Fuchs, dem Rotfuchs, gibt es weiter im Norden bis in die Arktis den Eisfuchs. In Nordafrika lebt der Wüstenfuchs, in den Steppen Zentralasiens der Steppenfuchs.
Lebenserwartung
Füchse können bis zu zwölf Jahre alt werden.
Alltag
Ein Fuchs an einem Erdhügel (Bild: SWR)Anders als die meisten anderen hundeartigen Tiere - wie zum Beispiel die Wölfe oder unsere Haushunde - leben Füchse nicht in Rudeln. Sie streifen lieber allein durch die Wälder und gehen auch alleine auf die Jagd.

Nur in der Paarungszeit bleiben sie eine Zeit lang mit ihrem Partner zusammen. Dann gehen der Fuchs und die Fähe - so nennt man eine Füchsin - wieder getrennte Wege.

Ein Fuchs untersucht die Erde unter einem Baum (Bild: SWR)Füchse sind nachts und in der Dämmerung aktiv; dann durchstreifen sie ihr Revier auf der Suche nach Nahrung.

Ihre Beute spüren sie vor allem mit ihrem hervorragenden Geruchssinn und mit ihrem Gehör auf. Auch wenn eine Maus noch so leise durchs Gras huscht, kann sie einem Fuchs nicht entgehen.
Zahlreiche Tasthaare an der Schnauze und den Pfoten dienen dazu, auch noch die kleinste Bewegung und Erschütterung wahrzunehmen.
Zum Schlafen und bei schlechtem Wetter ziehen sich Füchse in ihre unterirdischen Baue zurück. Manchmal graben sie sie selbst, manchmal ziehen sie aber auch einfach in von Dachsen oder Kaninchen gegrabene Höhlen ein.

Ein Fuchs auf einer Wiese (Bild: SWR)Besonders beliebt sind Baue mit einem Ausgang an der Sonnenseite: Hier nehmen Füchse und ihre Jungen gerne ein ausgiebiges Sonnenbad.
Ein Bau besteht aus vielen Höhlen sowie Haupt- und Fluchtgängen - der Fuchs kann also von vielen Stellen seines Reviers aus blitzschnell in seinem Bau verschwinden.

In ganz großen Bauen gibt es manchmal richtige Wohngemeinschaften: Fuchs, Dachs, Iltis und sogar Kaninchen leben friedlich zusammen - jeder in einem Teil der Höhle. Das geht gut, weil im Bau Burgfrieden herrscht: Alle lassen sich in Ruhe, und auch die Kaninchen müssen nicht um ihr Leben fürchten - allerdings wirklich nur, solange sie im Bau sind.
Freunde und Feinde
Früher konnten Adler und Wolf den Füchsen gefährlich werden. Doch heute haben die Füchse bei uns kaum noch natürliche Feinde.
Jemand hält einen kleinen Fuchs im Arm, während der Fuchs in den Daumen beißt (Bild: SWR)Am meisten wurden sie vom Menschen bedroht: Einst wurden sie wegen ihres Pelzes gejagt.
In den letzten Jahrzehnten mussten viele Füchse getötet werden, weil sie die Hauptüberträger der Tollwut sind. Mit dieser tödlichen Krankheit kann der Fuchs nicht nur andere Tiere, sondern auch den Menschen anstecken.
Füchse, die an Tollwut erkrankt sind, verhalten sich ziemlich seltsam: Sie verlieren ihre Scheu vor dem Menschen, sind aggressiv und beißen. Also Finger weg vor einem Fuchs, der scheinbar zutraulich am Straßenrand sitzt und sich streicheln lassen will!
Jagd
Da Füchse Einzelgänger sind, jagen sie allein. Nur Fuchsmütter gehen manchmal zusammen mit ihren heranwachsenden Jungen auf Jagd.
Nachwuchs
Wenn man in kalten Januar- oder Februarnächten ein Heulen und Bellen im Wald hört, sind das oft Füchse auf Partnersuche.

Meist umwerben mehrere Männchen ein Weibchen. Der Auserwählte paart sich schließlich mit der Fähe, bleibt bei ihr und hilft bei der Aufzucht der Jungen.

Kleiner Fuchs im Wald (Bild: SWR)50 bis 52 Tage nach der Paarung kommen drei bis fünf Junge zur Welt. Sie sind noch winzig klein, blind und haben ein dunkelgraues Fell. Sie wiegen nur 80 bis 150 Gramm. Nach etwa zwei Wochen öffnen sie die Augen.
Im Alter von einem Monat verlassen sie zum ersten Mal den Bau und unternehmen die ersten Ausflüge. Junge Füchse sind sehr verspielt. Stundenlang tollen sie vor dem Bau miteinander herum und üben dabei alle Bewegungen, die sie später einmal für die Jagd brauchen. Schon nach vier Monaten sind sie selbstständig.
Sprache
Füchse bellen nicht wie unsere Hunde. Sie können aber viele andere Laute von sich geben: ein dem Bellen ähnliches "hau", lautes Kreischen und Knurren, helle Klagelaute und Winseln. Wenn sie sich streiten, lassen sie auch ein lautes Keckern hören.
Ernährung
Füchse sind Allesfresser. Auf dem Speiseplan ganz oben stehen Mäuse, Wühlmäuse, Regenwürmer, Schnecken und Heuschrecken, aber auch viele andere Insekten, Vögel und Vogeleier sowie Eidechsen und Frösche. Sie fressen aber auch Früchte und Beeren sowie Schlachtabfälle und Aas.
Ein junger Fuchs frisst ein Küken (Bild: SWR)Wenn sich die Gelegenheit bietet, stibitzen sie auch mal ein Huhn aus dem Hühnerstall. Schließlich sind sie schlau genug, um auch den Weg in einen gut verschlossenen Stall zu finden.

Nur das alte Kinderlied "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" hat wohl nicht ganz recht:

Eine ausgewachsene Gans ist für die meisten Füchse einfach eine Nummer zu groß. Füchse können höchstens junge Gänse überwältigen.