OLIs Wilde Welt
Ein orange gestreifter Tigergecko (Bild: picture-alliance/ dpa)

Gecko


Gekkonidae

Geckos sind eine der vielfältigsten Gruppen der Reptilien. Sie fallen auf, weil sie auch glatte Wände mühelos empor laufen können.
Aussehen
gut getarnt! (Bild: SWR)Die Familie der Geckos gehört zu den Reptilien. Sie sind eine sehr alte Tiergruppe, die bereits seit etwa 50 Millionen Jahren auf der Erde lebt.
Das Spektrum reicht vom knapp drei Zentimeter kleinen Kugelfingergecko bis zum Tokee mit bis zu 40 cm Länge. Wie bei allen Reptilien ist die Haut der Geckos von Schuppen bedeckt.

Die meisten Geckos sind unauffällig bräunlich oder grünlich gefärbt. Es gibt aber auch auffallend bunte Geckos, dies sind meist am Tag aktive Arten.
Gecko mit Haftzehen (Bild: SWR)Viele Gecko-Arten haben Haft-Zehen mit den typischen Lamellen, andere besitzen Zehen mit Krallen, wieder andere haben Häute zwischen den Zehen.
Wie alle Reptilien müssen sich Geckos immer wieder häuten, wenn sie wachsen.
Und wie unsere Eidechsen können Geckos ihren Schwanz abwerfen, wenn sie von einem Fressfeind angegriffen werden. Der Schwanz wächst dann wieder nach, wird aber nicht mehr so lange wie der ursprüngliche.
Der Schwanz ist für die Geckos sehr wichtig: Er dient ihnen als Fett- und Nährstoffspeicher.
Heimat
Geckos sind rund um die Erde verbreitet. Die meisten leben in tropischen und subtropischen Regionen, einige auch im Süden Europas.
Lebensraum
Gecko vergräbt sich im Sand (Bild: SWR)Geckos kommen in den unterschiedlichsten Lebensräumen vor.
Sie bewohnen Wüsten und Halbwüsten, Steppen und Savannen, Felsregionen und tropische Regenwälder.
Manche besiedeln auch Gärten oder kommen sogar in Häuser.
Rassen und Arten
Leopardgecko (Bild: SWR)Man kennt knapp 1000 verschiedene Gecko-Arten.
Dazu gehören so bekannte Arten wie der im Mittelmeerraum verbreite Hausgecko und der Mauergecko, der in großen Teilen Asiens lebende Leopardgecko oder der Palmatogecko aus der afrikanischen Namib-Wüste.
Manche Arten kommen nur auf einigen Inseln vor. Beispiele sind der Plattschwanzgecko und Standings Taggecko, die nur Madagaskar und einige nahen Inseln bewohnen.
Den Neukaledonische Riesengecko findet man nur in Neukaledonien, einer Inselgruppe im Südpazifik.
Lebenserwartung
Die verschiedenen Gecko-Arten haben eine ganz unterschiedliche Lebenserwartung. Manche Arten wie der Tokee können über 20 Jahre alt werden.
Alltag
Typische Pupille für nachtaktiven Gecko (Bild: SWR)Geckos sind scheue Tiere und bewegen sich sehr schnell, deshalb bekommt man sie meist nur für einen Augenblick zu sehen.
Man unterteilt sie in Taggeckos und Nachtgeckos.
Die erste Gruppe ist am Tag aktiv, die zweite Gruppe in der Dämmung und Nachts. Drei Viertel der Gecko-Arten gehören zu der nachtaktiven Gruppe.

Tagaktiver Gecko (Bild: SWR)Unterscheiden kann man diese beiden Gruppen ganz einfach an den Augen: Tagaktive Geckos haben eine runde Pupille, bei nachtaktiven ist die Pupille schmal und schlitzförmig.
Einige Arten haben bewegliche Augenlider, bei anderen fehlen die Lider und die Augen werden von einer durchsichtigen Haut geschützt.
Geckos können ausgezeichnet sehen: Allerdings entdecken sie ihre Beute nur, solange diese sich bewegt. Dann erbeuten sie diese mit einem blitzschnellen Sprung.
Kaum zu sehen: Wo ist der Gecko? (Bild: SWR)Weil die Körpertemperatur der Geckos - wie bei allen Reptilien - von der Temperatur der Umgebung abhängt, sonnen sich Geckos gerne.
Auch die nachtaktiven Geckos tun dies, man sieht oft früh am Morgen auf von der Sonne beschienen Steinen sitzen, wo sie sich aufwärmen.
Geckos können auch an glatten Wänden oder sogar an Glasscheiben ohne Mühe empor klettern oder kopfüber an der Zimmerdecke laufen.
Haftlamellen (Bild: SWR)Der Grund dafür sind ihre speziell ausgebildeten Füße. Viele Geckos haben sehr breite Zehen mit sogenannten Haftlamellen. Betrachtet man sie unter dem Mikroskop sieht man, dass diese hauchdünnen Lamellen mit winzigen Hafthärchen besetzt sind.
Beim Gehen werden diese Hafthärchen auf die Unterlage gepresst und haken sich - wie ein Klettverschluss - in der Unterlage fest.
Denn auch scheinbar glatte Wände oder sogar Glasscheiben haben winzigste Unebenheiten, die man nur unter starker Vergrößerung erkennt.
Gecko mit Krallen (Bild: SWR)Es gibt aber auch Geckos, die keine Haftlamellen, sondern Krallen an den Zehen haben.
Der Leopardgecko kann mit seinen Krallen gut an Felsen empor klettern.
Und der Palmatogecko hat Häute zwischen den Zehen. Mit diesen Schwimmfüßen kann er über Sand laufen und sich blitzschnell im Sand der Wüste eingraben.
Freunde und Feinde
Geckos können vor allem Vögeln und Raubtieren zum Opfer fallen.
Nachwuchs
Der Gecko legt seine Eier in die Sonne (Bild: SWR)
Wie alle Reptilien legen Geckos Eier, die sie an Land von der Sonne ausbrüten lassen.
Die Entwicklung der Eier dauert, je nach Art, zwei bis sechs Monate.
Schließlich schlüpfen aus den Eiern die winzigen Jungtiere.
Sprache
Anders als die übrigen Reptilien fallen Geckos durch ihre Stimme auf. Sie geben die unterschiedlichsten Töne von sich. Das Repertoire reicht von einem leisen, vielfältigen Zirpen bis zu lautem Bellen. Auch quakende Rufe kann man hören.
Ernährung
Der Gecko frisst gerne Insekten (Bild: SWR)Geckos sind geschickte Räuber. Sie ernähren sich überwiegend von Insekten wie Fliegen, Heuschrecken oder Grillen.
Manche wie der Leopardgecko jagen sogar Skorpione oder kleine Nagetiere.
Geckos naschen aber auch gerne an süßen, reifen Früchten.