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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Gemeine Strandkrabbe

Alltag
Eine Strandkrabbe im Watt (Bild: SWR)Als Erstes entdeckt man am Strand meist die leeren Rückenpanzer von. Die Panzer wurden bei der Häutung abgestoßen oder stammen von toten Tieren. Doch mit etwas Glück kann man auch lebende Exemplare beobachten: Besonders bei Flut und in der Nacht sind die Strandkrabben aktiv und wandern dann am Strand hin und her. Dabei laufen sie nicht nach vorn, sondern seitwärts, wie es für Krebse typisch ist. Sie sind blitzschnell und können mit bis zu einem Meter pro Sekunde über den Strand sausen.
Wenn sie bei Ebbe nicht ins tiefere Wasser abwandern, suchen sie sich ein Versteck unter Seetang und Steinen oder im Sand. In diesen feuchten Schupfwinkeln können sie die mehrere Stunden dauernde Ebbe an Land überstehen. Das ist erstaunlich, denn Strandkrabben atmen mithilfe von Kiemen. Damit die Kiemen in dieser Zeit mit sauerstoffhaltigem Wasser versorgt werden, tragen sie in den Kiemenkammern links und rechts unter dem Rückenpanzer einen Wasservorrat mit sich.
Eine Strandkrabbe droht mit ihrer Schere (Bild: SWR)Fühlt sich eine Strandkrabbe bedroht, reckt sie dem Feind ihre Scheren entgegen, spreizt sie auseinander und klappt sie drohend zusammen. Gefährlich sind die Tiere aber nicht – weder für ihre Fressfeinde noch für uns Menschen. Sie können uns bestenfalls in die Finger kneifen. Miteinander gehen Strandkrabben wenig freundlich um: In ihren Verstecken sitzen sie zwar dicht beieinander, wenn sie sich aber am Strand über den Weg laufen, drohen sie sich mit den Scheren. Die Männchen kämpfen sogar miteinander, wenn es darum geht, wer sich mit einem Weibchen paaren darf. Weil sie ihr Panzer schützt, verletzen sie sich aber kaum.
Im Gegensatz zu anderen Krabben wird die Gemeine Strandkrabbe nicht kommerziell gefischt. Sie wird nur regional in wenigen Gegenden gegessen.
Freunde und Feinde
Die Gemeine Strandkrabbe hat viele Feinde: Für Seevögel sind sie ein Leckerbissen, aber auch Fische und Tintenfische fressen sie. Gegenüber diesen Feinden haben die Krabben trotz Scheren und Panzer kaum eine Überlebenschance. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu fliehen. Allerdings haben die Krabben eine clevere Überlebensstrategie entwickelt: Packt sie ein Angreifer, etwa eine Möwe, an einem Bein, können sie dieses abwerfen und entkommen. Im Lauf der Zeit wächst das Bein bei den Häutungen wieder nach. Verlieren sie bei einem Angriff die Knackschere, wandelt sich die schwächere Schere sogar in eine neue Knackschere um.
Nachwuchs
Je nach Region findet die Paarun zu verschiedenen Zeiten statt. Die Weibchen können sich jedoch nur dann paaren, wenn sie sich gerade gehäutet haben. Nach der Paarung tragen sie einen großen Klumpen mit bis zu 185 000 orangefarbenen Eiern am Hinterleib mit sich herum, bis die Larven schlüpfen. Das dauert je nach Wassertemperatur bis zu vier Monate. Wenn es soweit ist, wandern die Weibchen in tieferes Wasser, da sich die Larven frei schwimmend bewegen. Schließlich häuten sich die Larven mehrmals und wandeln sich in winzige, gerade mal einen Millimeter große Jungkrabben um. Diese leben dann auf dem Meeresboden.
Autorin: Barbara Kiesewetter