OLIs Wilde Welt
Eine Gruppe Gorillas (Bild: dpa Picture-Alliance)

Gorilla


Gorilla gorilla

Affen sind uns Menschen von allen Tiere am ähnlichsten, besonders die Familie der Menschenaffen. Dazu zählen auch die Gorillas aus dem tropischen Afrika.
Aussehen
Flachland-Gorilla-Männchen (Bild: SWR)Gorillas sind die größten und schwersten Affen in der Familie der Menschenaffen. Aufrecht stehend misst ein ausgewachsenes Männchen bis zu zwei Meter und bringt 220 Kilogramm auf die Waage. Berggorilla-Männchen können sogar noch schwerer werden. Die Weibchen sind deutlich kleiner und leichter: Sie werden nur etwa 140 Zentimeter groß.

Gorillas haben meist ein schwarzes Fell, lange Arme, kurze, kräftige Beine und sehr große Hände und Füße. Typisch für Gorillas sind die dicken Augenbrauenwülste - deshalb schauen sie immer ein wenig ernst oder traurig drein.
Heimat
Gorillas leben nur in den tropischen Regionen Zentralafrikas.
Lebensraum
Gorillas lieben offene Regenwälder mit Lichtungen. Sie halten sich deshalb vor allem an Berghängen und entlang von Flüssen auf.

Wichtig ist ein dicht bewachsener Boden aus vielen Pflanzen und Büschen, damit die Tiere genügend Nahrung finden.
Rassen und Arten
Ein männlicher Flachland-Gorilla im Zoo (Bild: SWR)Gorillas gehören zur Familie der Menschenaffen. Das sind die Affen, die am weitesten entwickelt sind.
Leicht zu erkennen sind die Menschenaffen daran, dass sie im Gegensatz zu allen anderen Affen keinen Schwanz haben.
Gorilla-Rassen gibt es drei verschiedene: Der Westliche Flachland-Gorilla (Gorilla gorilla gorilla) lebt an der Küste am Golf von Guinea und ist braun gefärbt.
Flachland-Gorilla mit offenem Mund (Bild: SWR)Der Östliche Flachland-Gorilla (Gorilla gorilla graueri) lebt am Ostrand des Kongobeckens und hat ein schwarzes Fell.

Am bekanntesten sind die Berggorillas (Gorilla gorilla bereingei). Sie leben in den Bergen bis in 3600 Meter Höhe. Ihr Fell ist auch schwarz, aber ein bisschen länger.
Von den Westlichen Flachland-Gorillas leben noch etwa 45 000 Tiere, von den Östlichen dagegen nur noch etwa 4000 und von den Berggorillas vermutlich nur noch 400 Tiere.
Lebenserwartung
Gorillas werden maximal 50 Jahre alt, oft aber nur 30. Im Zoo erreichen sie ein Alter von bis zu 45 Jahren.
Alltag
Ein männlicher Flachland-Gorilla auf einer Wiese (Bild: SWR)Gorillas sind Familientiere, sie leben in Gruppen von 5 bis 20, manchmal auch 30 Tieren.
Eine Gruppe wird immer von einem alten Männchen angeführt - dem so genannten Silberrücken. Da er schon älter ist, hat sich sein Fell auf dem Rücken silbergrau verfärbt. Er beschützt und verteidigt seine Familie.

Zu der Gruppe gehören außerdem ein paar erwachsene Weibchen und deren Junge.
Zwei junge Gorillas auf einer Wiese (Bild: SWR)Der Alltag der Gorillas ist gemächlich. Meist ziehen sie langsam auf Nahrungssuche durch den Urwald. Sie machen viele Pausen und schaffen pro Tag meist nur einen Kilometer.

Wenn es abends dunkel wird, übernachten sie einfach dort, wo sie gerade sind. Dazu klettern sie auf Bäume und die Weibchen und Jungen flechten aus Zweigen und Blättern ein bequemes, kuscheliges Schlafnest. Die Männchen dagegen übernachten meist auf dem Boden.

Gorillas sind friedliche Tiere, die nur angreifen, wenn sie ernsthaft bedroht werden. Bei Gefahr weichen sie viel lieber aus, als sich auf einen Kampf einzulassen.
Freunde und Feinde
Gorillas sind so groß und stark, dass sie keine natürlichen Feinde haben. Ihr einziger Feind ist der Mensch. Lange Zeit wurden Gorillas gejagt. Die Menschen wollten ihr Fleisch und ihre Schädel verkauften sie als Trophäen. Oft wurden sie auch getötet, weil sie angeblich Felder zerstörten.
Heute ist der Handel mit Gorillas streng kontrolliert und sie stehen unter Schutz. Allerdings finden Gorillas immer seltener einen geeigneten Lebensraum, da die Regenwälder in Zentralafrika zerstört und für die Landwirtschaft genutzt werden.
Nachwuchs
Ein kleiner Gorilla (Bild: SWR)Gorillas werden erst spät richtig erwachsen: Erst mit zehn Jahren bringt ein Gorilla-Weibchen nach etwa neun Monaten Tragzeit ihr erstes Junges zur Welt.

Wie ein Menschen-Baby ist ein Gorilla-Baby in den ersten Monaten völlig hilflos und ganz von seiner Mutter abhängig.
Bei der Geburt ist es noch graurosa und hat nur an Rücken und Kopf dunkle Haare. Erst nach ein paar Tagen färbt sich die Haut dann schwarz.

Gorilla-Mutter mit ihrem schon etwas älteren Kind, das an ihrer Brust Milch trinkt (Bild: SWR)Das Baby klammert sich am Fell der Mutter fest, wird von ihr gesäugt und überall hin mitgetragen.

Nach etwa einer Woche kann das Junge richtig sehen, mit etwa neun Wochen kriechen die Kleinen herum und mit neun Monaten laufen sie aufrecht.
Ab dem sechsten Monat fressen sie vor allem Pflanzen, wagen sich aber nie weit von der Mutter weg.

Eine Gorilla-Mutter mit ihrem Jungen (Bild: SWR)Erst mit vier Jahren werden die Jungen selbständig, wenn die Mutter das nächste Junge zur Welt bringt. Die jungen Männchen verlassen ihre Gruppe, wenn sie erwachsen sind.

Danach ziehen sie eine Zeit lang alleine umher, bis sie ein Weibchen einer fremden Gruppe erobern und ihre eigene Gruppe gründen.

Auch die Weibchen trennen sich, wenn sie erwachsen sind, von ihrer Gruppe und schließen sich einem einzelnen Männchen oder einer benachbarten Gruppe an.
Sprache
Gorillas verständigen sich untereinander mit mehr als 15 verschiedenen Lauten. Dazu gehören Heul-, Brüll-, Hust- und Knurrlaute.
Ernährung
Ein Gorilla frisst eine Karotte (Bild: SWR)Gorillas sind reine Pflanzenfresser:

Sie fressen Blätter, Stängel, Wurzeln, Rinde, Knollen und junge Pflanzentriebe.

Ihr Futter suchen sie meist auf dem Boden.