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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Gorilla

Alltag
Ein männlicher Flachland-Gorilla auf einer Wiese (Bild: SWR)Gorillas sind Familientiere, sie leben in Gruppen von 5 bis 20, manchmal auch 30 Tieren.
Eine Gruppe wird immer von einem alten Männchen angeführt - dem so genannten Silberrücken. Da er schon älter ist, hat sich sein Fell auf dem Rücken silbergrau verfärbt. Er beschützt und verteidigt seine Familie.

Zu der Gruppe gehören außerdem ein paar erwachsene Weibchen und deren Junge.
Zwei junge Gorillas auf einer Wiese (Bild: SWR)Der Alltag der Gorillas ist gemächlich. Meist ziehen sie langsam auf Nahrungssuche durch den Urwald. Sie machen viele Pausen und schaffen pro Tag meist nur einen Kilometer.

Wenn es abends dunkel wird, übernachten sie einfach dort, wo sie gerade sind. Dazu klettern sie auf Bäume und die Weibchen und Jungen flechten aus Zweigen und Blättern ein bequemes, kuscheliges Schlafnest. Die Männchen dagegen übernachten meist auf dem Boden.

Gorillas sind friedliche Tiere, die nur angreifen, wenn sie ernsthaft bedroht werden. Bei Gefahr weichen sie viel lieber aus, als sich auf einen Kampf einzulassen.
Freunde und Feinde
Gorillas sind so groß und stark, dass sie keine natürlichen Feinde haben. Ihr einziger Feind ist der Mensch. Lange Zeit wurden Gorillas gejagt. Die Menschen wollten ihr Fleisch und ihre Schädel verkauften sie als Trophäen. Oft wurden sie auch getötet, weil sie angeblich Felder zerstörten.
Heute ist der Handel mit Gorillas streng kontrolliert und sie stehen unter Schutz. Allerdings finden Gorillas immer seltener einen geeigneten Lebensraum, da die Regenwälder in Zentralafrika zerstört und für die Landwirtschaft genutzt werden.
Nachwuchs
Ein kleiner Gorilla (Bild: SWR)Gorillas werden erst spät richtig erwachsen: Erst mit zehn Jahren bringt ein Gorilla-Weibchen nach etwa neun Monaten Tragzeit ihr erstes Junges zur Welt.

Wie ein Menschen-Baby ist ein Gorilla-Baby in den ersten Monaten völlig hilflos und ganz von seiner Mutter abhängig.
Bei der Geburt ist es noch graurosa und hat nur an Rücken und Kopf dunkle Haare. Erst nach ein paar Tagen färbt sich die Haut dann schwarz.

Gorilla-Mutter mit ihrem schon etwas älteren Kind, das an ihrer Brust Milch trinkt (Bild: SWR)Das Baby klammert sich am Fell der Mutter fest, wird von ihr gesäugt und überall hin mitgetragen.

Nach etwa einer Woche kann das Junge richtig sehen, mit etwa neun Wochen kriechen die Kleinen herum und mit neun Monaten laufen sie aufrecht.
Ab dem sechsten Monat fressen sie vor allem Pflanzen, wagen sich aber nie weit von der Mutter weg.

Eine Gorilla-Mutter mit ihrem Jungen (Bild: SWR)Erst mit vier Jahren werden die Jungen selbständig, wenn die Mutter das nächste Junge zur Welt bringt. Die jungen Männchen verlassen ihre Gruppe, wenn sie erwachsen sind.

Danach ziehen sie eine Zeit lang alleine umher, bis sie ein Weibchen einer fremden Gruppe erobern und ihre eigene Gruppe gründen.

Auch die Weibchen trennen sich, wenn sie erwachsen sind, von ihrer Gruppe und schließen sich einem einzelnen Männchen oder einer benachbarten Gruppe an.
Sprache
Gorillas verständigen sich untereinander mit mehr als 15 verschiedenen Lauten. Dazu gehören Heul-, Brüll-, Hust- und Knurrlaute.
Autorin: Barbara Kiesewetter