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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Gottesanbeterin

Alltag
Gottesanbeterin (Bild: SWR)Gottesanbeterinnen fliegen nicht gerne und bewegen sich meistens auch sehr langsam.
Deshalb sitzen sie oft tagelang auf der selben Pflanze, manchmal sogar immer auf dem selben Zweig.

Dort beobachten sie ihre Umgebung und warten auf Beute. Denn Fangschrecken sehen sehr gut.
Jagd
Gottesanbeterin mit Beute (Bild: SWR)Meist machen es sich die Fangschrecken bei der Jagd leicht. Sie sitzen, häufig mit dem Kopf nach unten, bewegungslos auf einer Pflanze und warten darauf, dass sich ein unvorsichtiges Insekt nähert. Dann klappen sie blitzschnell die gefalteten Fangbeine aus und packen das Beutetier.
Dabei klappen sie die Fangbeine wie ein Taschenmesser zusammen. Weil die Fangbeine Haken und Dornen haben, können die gefangenen Insekten nicht fliehen. Die Fangschrecken lähmen ihre Beute dann mit einem Genickbiss und fressen sie auf.

Manchmal schleichen sich Gottesanbeterinnen auch ganz langsam an ihre Beute heran. Dann gehen sie wie in Zeitlupe und nähern sich dem Beutetier mit winzigen Schritten. Seltener bewegen sich Gottesanbeterinnen schnell bei der Jagd. Doch sie können auch große Sprünge machen.
Nachwuchs
Zwei Gottesanbeterinnen mit Beute (Bild: SWR)Die Paarung kann bei den Gottesanbeterinnen vom Sommer bis in den späten Herbst stattfinden.

Zur Paarung schleicht sich das Männchen von hinten an das Weibchen heran. Dann springt es auf das Weibchen und hält es an den Flügeln fest.

Die Paarung dauert etwa zwei Stunden. Danach fressen die Weibchen ihre Partner häufig auf.
Später legen die Weibchen 100 bis 300 Eier in Behältern ab, die auch Kokons oder Ootheken genannt werden.

Eine Gottesanbeterin legt ihre Eier in ein Kokon (Bild: SWR)Diese Behälter sind etwa 2,5 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit.
Sie sehen aus wie kleine Pilze und werden oft an Blättern oder Halmen abgelegt.
Die Behälter schützen die Eier vor dem Austrocknen und vor kalten Temperaturen. Das ist wichtig, denn die Eier müssen in den Kokons überwintern.

Bis die Larven im Frühjahr schlüpfen, dauert es also mindestens zwei Monate. Beim Schlüpfen durchbrechen sie die Wand der Behälter und häuten sich gleichzeitig auch zum ersten Mal.

Die jungen Larven sehen aus wie kleine Ausgaben der erwachsenen Tiere. Sie bewegen sich sehr flink und gehen auch schon auf Beutefang wie ihre Eltern. Nach sechs bis sieben Häutungen (die Männchen häuten sich einmal weniger als die Weibchen) sind die Tiere erwachsen. Etwa zwei Wochen nach der letzten Häutung werden sie geschlechtsreif.
Autorin: Barbara Kiesewetter