OLIs Wilde Welt
Ein Graupapagei (Bild: picture alliance / dpa)

Graupapagei


Psittacus erithacus

Graupapageien überraschen mit ihrem Talent zum Sprechen. Manche können mehrere hundert Wörter nachahmen.
Aussehen
Graupapagei sitzt auf mit grünem Stoff bespannten Sitz aus Holz (Bild: SWR)Graupapageien gehören zur Familie der Papageien.
Sie sind im Vergleich zu vielen anderen Papageien ganz schlicht gefärbt: Ihr Gefieder ist hell- bis dunkelgrau und schimmert in vielen Nuancen. Die Federn am Kopf und am Hals besitzen einen hellen Rand. Schnabel und Krallen sind schwarz, die Füße grau.
Rund um das Auge ist die Haut weiß und frei von Federn. Umso auffallender sind ihre Schwanzfedern: Sie leuchten in grellem Rot.

Graupapagei  (Bild: SWR)Als typisches Merkmal für alle Papageien besitzen sie einen großen, sehr kräftigen Schnabel.
Graupapageien sind 33 bis 40 Zentimeter lang und wiegen etwa 450 Gramm. Damit sind sie die größten afrikanischen Papageien.
Wenn sie ihre Flügel ausbreiten, messen sie bis zu 70 Zentimeter.
Heimat
Graupapageien stammen aus Afrika. Dort leben sie von West- und Zentralafrika bis hinüber in den Nordwesten von Tansania - auch noch in Höhen von 1200 Metern.
Lebensraum
Graupapageien leben am liebsten im Wald. Sie bewohnen Mangrovenwälder, Regenwälder sowie Flussmündungen und die Steppen ihrer afrikanischen Heimat. In den Bergen kommen sie nicht vor.
Rassen und Arten
Es gibt drei Unterarten: den Kongo-Graupapagei, den Timneh-Graupapagei und den Fernando-Poo-Graupapagei. Sie leben in verschiedenen Gebieten Afrikas.
Lebenserwartung
Graupapageien werden wie alle Papageien sehr alt: Sie können 50 bis 80 Jahre leben.
Alltag
Federn eines Graupapageis (Bild: SWR)Graupapageien sind sehr gesellige Vögel. Meistens bleiben sie ein Leben lang mit einem Partner zusammen.
Beide Tiere füttern sich gegenseitig und pflegen sich das Gefieder - besonders an Stellen, an die sie selbst mit dem Schnabel nicht hinkommen.
Die Paare leben allerdings nicht allein, sondern in größeren Schwärmen von 100 bis 200 Tieren zusammen.

Fliegender Graupapagei (Bild: SWR)Graupapageien fliegen schnell und geradlinig. Wenn sie gemeinsam auf Nahrungssuche gehen, fliegen sie auch sehr hoch über den Wäldern. Oft fallen auch ganze Schwärme auf Feldern ein und suchen dort nach Futter.
Graupapageien sind sehr gute Kletterer. Geschickt halten sie sich mit dem Schnabel fest und turnen in den Ästen der Urwaldbäume herum.
Jemand streicht einem Graupapagei mit dem Finger über den Schnabel (Bild: SWR)Wenn es dunkel wird, fliegt der ganze Schwarm zu seinem Schlafplatz hoch oben in den Bäumen.
Auf dem Boden können sie nur relativ ungeschickt laufen.
Auch in Gefangenschaft brauchen Graupapageien unbedingt Gesellschaft. Beschäftigt man sich nicht genug mit ihnen, werden sie schnell einsam und krank.
Freunde und Feinde
In der Natur haben Graupapageien wenige Feinde. Am meisten werden sie vom Menschen bedroht: Seit dem 16. Jahrhundert wurden Graupapageien eingefangen, nach Europa gebracht und dort verkauft. Doch viele Vögel haben den Transport nicht überlebt oder sind nach kurzer Gefangenschaft gestorben.
Nachwuchs
Wenn die Brutzeit kommt, ziehen sich die Graupapageien-Paare in etwa 50 Zentimeter tiefe Baumhöhlen zurück und brüten dort ihre Eier aus. Solange das Weibchen brütet, hält das Männchen vor der Bruthöhle Wache und versorgt das Weibchen mit Futter.

Meist schlüpfen nach 30 Tagen drei bis vier Junge, die vom Weibchen und Männchen gemeinsam versorgt werden. Sie haben ein langes Daunenkleid, das sind flaumige weiche Federn, die erst nach zehn Wochen durch das richtige Gefieder ersetzt werden. Schnabel und Füße sind zunächst hell und werden erst später schwarz.

Nach etwa zwölf Wochen verlassen die Jungen zum ersten Mal das Nest, werden aber noch vier Monate vom Männchen gefüttert. Sie können noch nicht fliegen, sondern turnen nur auf den Ästen rund um die Bruthöhle herum.

Zwischen dem fünften und achten Lebensmonat wird das zunächst dunkle Gefieder immer heller, und nach und nach lernen die jungen Graupapageien immer besser fliegen. Sie leben dann selbstständig im Schwarm mit den anderen Graupapageien zusammen.
Sprache
Graupapagei (Bild: SWR)Jeder kennt die typischen Papageien-Schreie: Laut und kreischend dringen sie durch jede Wand. Vor allem vereinsamte Tiere können sich zu richtigen Schreihälsen entwickeln.
Wenn sie Angst haben, können Graupapageien auch knurren oder fauchen.

Ein Graupapagei auf einem Ast (Bild: SWR)Graupapageien haben eine besondere Begabung: Sie können sehr gut andere Laute nachahmen und sogar Wörter oder ganze Sätze nachsprechen.
Allerdings lernt nicht jeder Graupapagei gleich gut sprechen: Begabte Papageien können einige hundert, weniger begabte nur einige wenige Wörter nachsprechen. Manche ahmen nur Geräusche, wie das Klingeln eines Telefons, nach. Das kann auf die Dauer ganz schön nervig sein!
Ernährung
Ein Graupapagei mit einer Traube im Schnabel (Bild: SWR)Wilde Graupapageien fressen Nüsse, Beeren und andere Früchte, manchmal auch Insekten.

Werden Graupapageien als Haustiere gehalten, bekommen sie eine Mischung aus Samen und Nüssen gefüttert. Außerdem mögen sie frisches Obst und Gemüse.
Ein Graupapagei hält eine Traube zwischen seinen Krallen und frisst (Bild: SWR)Besonders gern naschen sie Ananas, Äpfel, Kirschen, Melonen, Weintrauben oder Orangen.
Als Gemüse eignen sich Auberginen, Broccoli, Erbsen, Kohlrabi, Mais, Möhren, Tomaten oder Zucchini.
Vorsicht: Avocados sind für Graupapageien giftig!
Haltung
Ein Graupapagei sitzt auf einer Hand (Bild: SWR)Wenn man einen Graupapagei hält, sollte immer ein Erwachsener die Verantwortung übernehmen: es sind nämlich ziemlich anspruchsvolle Tiere, die viel Zuwendung brauchen.

Außerdem muss man eine Menge über das Verhalten der Papageien wissen und sich vor dem scharfen Schnabel in Acht nehmen.

Graupapageien brauchen viel Bewegung. Im Käfig kann man sie deshalb nur halten, wenn sie täglich frei im Zimmer herumfliegen können.

Ein Graupapagei im Käfig (Bild: SWR)Der Käfig muss mindestens so groß sein, dass das Tier bequem seine Flügel ausbreiten kann. Die Grundfläche sollte also mindestens 80 mal 50 Zentimeter sein, besser ist natürlich ein größerer Käfig.
Die Gitterstäbe sollen waagrecht sein, damit sich die Vögel beim Klettern gut daran festhalten können.
Die Bodenschale muss aus festen Kunststoff und so konstruiert sein, dass die Ränder für den scharfen Papageien-Schnabel nicht erreichbar sind.
Graupapageien zerlegen nämlich alles mit ihrem Schnabel, fressen manchmal kleine Teile und werden davon krank. Neben zwei Futternäpfen und einem Wassernapf gehören zwei bis drei Sitz-Stangen in den Käfig.

Wohler fühlen sich Graupapageien in einer großen Voliere, die etwa 200 mal 100 Zentimeter groß und 180 Zentimeter hoch ist. Hier kann man zwei Papageien halten, und sie haben trotzdem noch genug Platz, um sich zu bewegen. Dort gibt es auch genug Platz für einen Kletterbaum, der schnell zum Lieblings-Spielplatz eines Graupapageis werden wird.

Käfig oder Voliere sollten in einer hellen Ecke stehen, aber nicht direkt von der Sonne beschienen werden. Am wohlsten fühlen sie sich bei -18 bis 20 Grad Celsius. Ganz wichtig: Der Platz muss vor Zugluft geschützt sein.
Pflegeplan
Täglich muss das Futter gewechselt werden, dabei reinigt man auch alle Futternäpfe. Am besten spült man sie mit klarem Wasser aus, trocknet sie ab und füllt sie wieder. Einmal pro Woche wird die Bodenschale des Käfigs heiß ausgewaschen. Und alle drei bis vier Wochen muss man den ganzen Käfig mit den Gitterstäben und Sitz-Stangen sauber machen.