SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Graupapagei

Alltag
Federn eines Graupapageis (Bild: SWR)Graupapageien sind sehr gesellige Vögel. Meistens bleiben sie ein Leben lang mit einem Partner zusammen.
Beide Tiere füttern sich gegenseitig und pflegen sich das Gefieder - besonders an Stellen, an die sie selbst mit dem Schnabel nicht hinkommen.
Die Paare leben allerdings nicht allein, sondern in größeren Schwärmen von 100 bis 200 Tieren zusammen.

Fliegender Graupapagei (Bild: SWR)Graupapageien fliegen schnell und geradlinig. Wenn sie gemeinsam auf Nahrungssuche gehen, fliegen sie auch sehr hoch über den Wäldern. Oft fallen auch ganze Schwärme auf Feldern ein und suchen dort nach Futter.
Graupapageien sind sehr gute Kletterer. Geschickt halten sie sich mit dem Schnabel fest und turnen in den Ästen der Urwaldbäume herum.
Jemand streicht einem Graupapagei mit dem Finger über den Schnabel (Bild: SWR)Wenn es dunkel wird, fliegt der ganze Schwarm zu seinem Schlafplatz hoch oben in den Bäumen.
Auf dem Boden können sie nur relativ ungeschickt laufen.
Auch in Gefangenschaft brauchen Graupapageien unbedingt Gesellschaft. Beschäftigt man sich nicht genug mit ihnen, werden sie schnell einsam und krank.
Freunde und Feinde
In der Natur haben Graupapageien wenige Feinde. Am meisten werden sie vom Menschen bedroht: Seit dem 16. Jahrhundert wurden Graupapageien eingefangen, nach Europa gebracht und dort verkauft. Doch viele Vögel haben den Transport nicht überlebt oder sind nach kurzer Gefangenschaft gestorben.
Nachwuchs
Wenn die Brutzeit kommt, ziehen sich die Graupapageien-Paare in etwa 50 Zentimeter tiefe Baumhöhlen zurück und brüten dort ihre Eier aus. Solange das Weibchen brütet, hält das Männchen vor der Bruthöhle Wache und versorgt das Weibchen mit Futter.

Meist schlüpfen nach 30 Tagen drei bis vier Junge, die vom Weibchen und Männchen gemeinsam versorgt werden. Sie haben ein langes Daunenkleid, das sind flaumige weiche Federn, die erst nach zehn Wochen durch das richtige Gefieder ersetzt werden. Schnabel und Füße sind zunächst hell und werden erst später schwarz.

Nach etwa zwölf Wochen verlassen die Jungen zum ersten Mal das Nest, werden aber noch vier Monate vom Männchen gefüttert. Sie können noch nicht fliegen, sondern turnen nur auf den Ästen rund um die Bruthöhle herum.

Zwischen dem fünften und achten Lebensmonat wird das zunächst dunkle Gefieder immer heller, und nach und nach lernen die jungen Graupapageien immer besser fliegen. Sie leben dann selbstständig im Schwarm mit den anderen Graupapageien zusammen.
Sprache
Graupapagei (Bild: SWR)Jeder kennt die typischen Papageien-Schreie: Laut und kreischend dringen sie durch jede Wand. Vor allem vereinsamte Tiere können sich zu richtigen Schreihälsen entwickeln.
Wenn sie Angst haben, können Graupapageien auch knurren oder fauchen.

Ein Graupapagei auf einem Ast (Bild: SWR)Graupapageien haben eine besondere Begabung: Sie können sehr gut andere Laute nachahmen und sogar Wörter oder ganze Sätze nachsprechen.
Allerdings lernt nicht jeder Graupapagei gleich gut sprechen: Begabte Papageien können einige hundert, weniger begabte nur einige wenige Wörter nachsprechen. Manche ahmen nur Geräusche, wie das Klingeln eines Telefons, nach. Das kann auf die Dauer ganz schön nervig sein!
Autorin: Barbara Kiesewetter