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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Hai

Alltag
Grauer Riffhai (Bild: SWR)Bis auf wenige Arten wie Walhaie und Riesenhaie, die friedliche Riesen sind und sich von Plankton ernähren, sind Haie perfekte Jäger.
Ihre fantastisch ausgebildeten Sinne machen sie zu den erfolgreichsten Raubfischen, die wir kennen.
Vorn an der Schnauze liegt die Nase. Welch große Bedeutung der Geruchssinn für Haie hat, zeigt, dass das Riechzentrum bis zu zwei Drittel des Gehirns ausmachen kann.
Zebrahai (Bild: SWR)Haie finden auch aus großer Entfernung fast blind ihre Beute, weil sie noch winzigste Duftspuren im Wasser ausmachen können.
Mit ihrem Gehör können Haie außerdem die Geräusche von zappelnden kranken oder verwundeten Fischen wahrnehmen.
Und weil die Geschmack-Sinneszellen der Haie fast über die ganze Haut verteilt sind, können Haie den Geschmack eines Tieres auch wahrnehmen, indem sie sich an ihm reiben.
Schwarzspitzen-Riffhai (Bild: SWR)Haie können sehr gut sehen: Weil ihre Augen etwa zehnmal so lichtempfindlich sind wie das menschliche Auge, können sie auch in großen Meerestiefen, wo es fast stockdunkel ist, noch etwas erkennen.
Außerdem können die meisten Haie auch Farben wahrnehmen.
Schwarzspitzen-Riffhai (Bild: SWR)Und Haie besitzen - wie andere Fische auch - noch ein besonderes Sinnesorgan: Das Seitenlinienorgan.
Es verläuft an den Körperseiten vom Kopf bis zum Schwanz.
Dort sind in eine gallertartige Masse Sinneszellen eingebettet, mit denen Haie feinste Druckunterschiede, die durch von Beutetieren hervorgerufenen Bewegungen im Wasser stammen, spüren.
Leopardenhai von vorne (Bild: SWR)In der Schnauze sitzen außerdem die sogenannten Lorenzinischen Ampullen.
Mit ihnen können Haie elektrische Felder, die durch den Herzschlag oder Muskelbewegung anderer Tiere ausgelöst werden, wahrnehmen.
Mit diesem Sinnesorgan können Haie auch das magnetische Feld der Erde erkennen und zum Navigieren benutzen.

Schwarzspitzen-Riffhai von vorne (Bild: SWR)Die wichtigste Waffe der Haie, ihre Zähne, wachsen ein Leben lang nach.
Und weil ihr Oberkiefer nicht fest mit dem Schädel verbunden ist, sind die Kiefer sehr beweglich und können beim Zubeißen weit nach vorn geschoben werden.
Freunde und Feinde
Einige Filme und Berichte haben dafür gesorgt, dass viele Menschen Haie für Monster halten. Doch das ist nicht wahr: Pro Jahr kommt es weltweit zwar zu etwa 100 Angriffen von Haien auf Menschen, und fünf bis zehn Menschen kommen jedes Jahr durch Haie ums Leben. Doch die Gefahr, von einem Blitz getroffen zu werden, ist sehr viel größer.
Grundsätzlich passen Menschen nicht ins Beuteschema der Haie. Zu Unfällen kommt es deshalb meist nur dann, wenn große Haie, wie etwa der Weiße Hai, zum Beispiel einen surfenden Menschen mit einem "Probebiss" angreifen. Denn aus der Sicht der Haie sehen die Surfer, wenn sie auf ihren Brettern liegen und mit Armen und Beinen durch das Wasser paddeln, von unten aus wie Robben.
Zu Angriffen von Haien kann es aber auch kommen, wenn sich Menschen ungeschickt verhalten und sich zum Beispiel Haien zu sehr nähern, sodass diese sich bedroht fühlen.
Grauer Riffhai (Bild: SWR)Manche Haie wie der Graue Riffhai warnen jedoch deutlich durch ihre Körperhaltung, bevor sie zum Angriff übergehen: Sie senken die Brustflossen nach unten - ein Signal an den Menschen oder ein Tier, von dem Hai mehr Abstand zu halten.
Umgekehrt werden Millionen von Haien jedes Jahr von Menschen gejagt und gefischt.
Mehr als 70 Hai-Arten sind deshalb vom Aussterben bedroht, viele stehen inzwischen unter Schutz.
Aber Haie haben auch natürliche Feinde: Schwertwale machen auf kleinere, bis zu drei Meter lange Haie Jagd, und auch Pottwale jagen Haie. Und größere Hai-Arten jagen durchaus auch kleinere Haie.
Nachwuchs
Wie kleine Tüten geformte Eier von Haien (in einem ist bereits ein Hai-Embryo zu erkennen) (Bild: SWR)Je nach Art ist die Fortpflanzung der Haie verschieden. Sie unterscheidet sich jedoch grundsätzlich von der der anderen Fische: Während bei diesen die Weibchen meist die Eier ins Wasser abgeben und die Männchen ihren Samen im Wasser darüber geben, findet bei Haien eine richtige Paarung von Männchen und Weibchen statt.
Die Eier werden also im Körper des Hai-Weibchens befruchtet. Dazu führen die Männchen die sogenannten Klammerorgane, die sich aus dem Rand der Bauchflossen entwickelt haben, in die sogenannte Kloake des Weibchens ein.
Drei Wochen alter "Braungebänderter Bambushai" mit deutlichen schwarzen und weißen Streifen (Bild: SWR)Nach der Befruchtung wird eine Hülle um jedes Ei gebildet.
Je nach Hai-Art legt das Weibchen dann Eikapseln ab, in denen die Jungen heranwachsen, oder die befruchteten Eier entwickeln sich im Körper des Hai-Weibchens weiter und das Weibchen bringt schließlich lebende Junge zur Welt.
Dornhaie zum Beispiel gebären lebende Junge, die Tragzeit beträgt 22 Monate.
Autorin: Barbara Kiesewetter