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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Hausmaus

Alltag
Eine Hausmaus (Bild: SWR)Wo Menschen leben, gibt es auch Mäuse: Die Hausmaus ist sehr anpassungsfähiger Kulturfolger. So nennt man Tiere, die im direkten Umfeld des Menschen leben, weil sie hier zum Beispiel reichlich Nahrung finden. Ausgrabungen in Anatolien in der Türkei zeigen, dass schon vor rund 10 000 Jahren Mäuse in den Behausungen der Menschen Unterschlupf suchten. Hausmäuse sind gesellig, meist leben sie in Familien zusammen. Sie sind ursprünglich tagaktiv. Wenn sie in der Nähe des Menschen leben, zeigen sie sich aber meist nur bei Dämmerung und nachts, da sie sich dann sicherer fühlen.
Hausmaus im Wald (Bild: SWR)Im freien Gelände benutzen Hausmäuse immer wieder die gleichen Wege, die sie – wie auch ihre Reviere – mit Urin markieren. Diese Wege kann man manchmal – zum Beispiel im Rasen – als kleine „Trampelpfade“ erkennen. Die Tiere können sehr gut laufen, springen, klettern und auch schwimmen. Sie haben einen sehr guten Gehör- und Geruchssinn. Hausmäuse kann man das ganze Jahr über beobachten. Nur wenn das Futterangebot sehr knapp ist, fallen sie im Freiland in eine sogenannte Winterstarre. Einen Winterschlaf halten sie jedoch nicht.
Weil Hausmäuse von den Vorräten der Menschen fressen und dort auch Kot und Urin hinterlassen und die Vorräte so ungenießbar machen, gelten Sie als Schädlinge. Außerdem können sie gefährliche Krankheitserreger übertragen. Zudem knabbern Mäuse manchmal auch elektrische Leitungen an und verursachen so Schäden, oder sie zerbeißen Papier oder Pappe, die sie zum Auspolstern ihrer Nester verwenden
Auf der anderen Seite hat die gezüchtete Variante der Hausmaus, die Labormaus eine große Bedeutung für den Menschen. Sie wird für Tests von Medikamenten und in der Krebsforschung verwendet, aber auch in der Verhaltensforschung eingesetzt.
Freunde und Feinde
eine Katze "spielt" mit ihrer Beute, einer Hausmaus (Bild: picture alliance / dpa)Hausmäuse haben zahlreiche Feinde: Wenn sie in der Umgebung des Menschen leben sind das neben Hauskatzen und Hunden Steinmarder sowie Wanderratten und Schleiereulen. In der freien Wildbahn fallen sie verschiedenen Greifvögeln und Eulen zum Opfer, außerdem Wieseln, verschiedenen Mardern, Füchsen und auch Schlangen. Und natürlich können auch Menschen Feinde der Hausmaus sein: Weil sie nicht möchten, dass sich Hausmäuse an ihren Vorräten vergreifen, stellen sie Fallen für die kleinen Nager auf oder legen vergiftete Köder aus. Ein Hausmaus-Männchen wirbt um ein Weibchen, indem es bestimmte Ultraschall-Töne hören lässt. Die Tiere können sich anhand der individuellen Tonfolgen und auch an ihrem Geruch genau erkennen und vermeiden es so, dass sich nah verwandte Tiere miteinander paaren.
Nachwuchs
Wenn sie genug zu fressen finden, können sich Hausmäuse das ganze Jahr über fortpflanzen. Dann kann ein Weibchen in einem Jahr bis zu zehn Mal Junge werfen. Wenn Futter und Lebensraum knapp sind, die Tiere also unter Stress leiden, pflanzen sie sich weniger häufig fort. So verhindern die Mäuse, dass sie sich übermäßig vermehren.
Ein Hausmaus-Männchen wirbt um ein Weibchen, indem es bestimmte Ultraschall-Töne hören lässt. Die Tiere können sich anhand der individuellen Tonfolgen und auch an ihrem Geruch genau erkennen und vermeiden es so, dass sich nah verwandte Tiere miteinander paaren
Nach der Paarung baut das Weibchen ein Wurfnest, in dem es nach etwa drei Wochen Tragzeit vier bis acht Junge zur Welt bringt. Die Mäusebabys sind bei der Geburt blind, nackt und taub und wiegen weniger als ein Gramm. Nach etwa zehn Tagen sind sie von kurzen Haaren bedeckt, nach 15 oder 16 Tagen öffnen sie schließlich die Augen. Die Jungen werden drei Wochen lang von der Mutter gesäugt. Dann wiegen sie etwa sechs Gramm. Doch schon mit etwa 18 Tagen beginnen sie, nach und nach die erste feste Nahrung aufzunehmen. Im Alter von sechs Wochen sind die Jungen dann selbstständig, werden geschlechtsreif und verlassen das Nest.
Da in den Gängen oder Bauten oft mehrere Weibchen einer Mäusefamilie Junge haben, werden diese zum Teil auch gemeinsam aufgezogen. Stirbt eine Mutter, versorgen die anderen ihre Jungen mit.
Sprache
Forscher haben herausgefunden, dass Mäuse zum einen über Gerüche miteinander kommunizieren, aber auch über verschiedene Laute, darunter auch Laute im Ultraschallbereich, die wir Menschen nicht hören können.
Autorin: Barbara Kiesewetter