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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Hermelin

Alltag
Ein Hermelin sitzt auf einem umgekippten Baumstamm und sieht sich um (Bild: SWR)Hermeline sind in der Dämmerung und nachts wach, am Tag lassen sie sich nur im Sommer sehen.
Meist sind die Einzelgänger drei bis fünf Stunden aktiv und ruhen sich dann wieder ein paar Stunden aus. In ihrer wachen Zeit laufen die neugierigen Tiere emsig und flink herum - eben so flink wie ein Wiesel.
Sie stecken ihre Nasen in jedes Loch und jeden Schlupfwinkel, nichts in ihrem Revier bleibt ihnen verborgen. Ab und zu richten sie sich auf den Hinterbeinen auf und halten Ausschau, ob von irgendwoher Gefahr droht.
Ein Hermelin kriecht in den Eingang einer Höhle (Bild: SWR)Hermeline wohnen in verlassenen Maulwurfs- oder Hamsterbauen, in den Gängen von Mäusen oder in Kaninchenbauen. Manchmal suchen sie aber auch in Baumhöhlen oder unter Wurzeln und in Steinhaufen Schutz.

Hermeline leben in Revieren, die sie mit Duftstoffen markieren.
Die Reviere von männlichen und weiblichen Hermelinen können sich überschneiden, gegen Artgenossen vom gleichen Geschlecht wird das Revier aber verteidigt.
Hermelin in seinem Nest (Bild: SWR)Die Nester in ihren Bauen sind mit Laub und Gras ausgepolstert. Dort leben sie allein.

Die Weibchen bleiben das ganze Jahr über in ihrem Revier, die Männchen verlassen ihr Gebiet im Frühjahr zu Beginn der Paarungszeit und suchen sich ein Weibchen.
Freunde und Feinde
Hermelin (Bild: SWR)Neben Eulen und Bussarden können auch Füchse und größere Marderarten wie der Steinmarder und der Vielfraß dem Hermelin gefährlich werden.
Außerdem hat der Mensch früher viele Hermeline gejagt. Besonders begehrt war der weiße Winterpelz mit der schwarzen Schwanzspitze, der so wertvoll war, dass er nur zu Mänteln für Könige verarbeitet werden durfte.
Jagd
Hermelin in einem unterirdischen Gang (Bild: SWR)Hermeline haben keine Mühe, ihre Beute aufzuspüren, denn sie können sehr gut riechen, hören und sehen. Und weil sie so schlank und niedrig sind, können sie zum Beispiel Mäuse mühelos in deren unterirdischen Gängen verfolgen.
Ihre Beute erlegen sie mit einem Biss ihrer dolchartigen Eckzähne in den Nacken.
Manchmal kommt es vor, dass Hermeline in Hühnerställe eindringen und dort viele Tiere töten.
Nachwuchs
Hermeline feiern zu verschiedenen Zeiten im Jahr Hochzeit: Sie paaren sich zwischen April und Spätsommer. Dabei packt das Männchen das Weibchen mit den Zähnen im Nacken und hält es mit den Vorderbeinen fest.

Nach der Paarung ruhen die befruchteten Eier im Bauch der Mutter, und erst neun bis zwölf Monate später werden im nächsten Frühjahr die Jungen geboren. Meist kommen fünf bis sechs Junge zur Welt, manchmal aber auch zwölf. Das Männchen hilft nur selten bei der Aufzucht der Jungen. Die neugeborenen Hermeline sind winzig klein: Sie wiegen nur drei Gramm und sind weiß behaart.
Hermelin hinter einem Stein (Bild: SWR)Erst nach sechs Wochen öffnen sie die Augen. Sieben Wochen lang werden sie von der Mutter gesäugt.

Mit etwa drei Monaten ist ihr Fell so gefärbt wie das erwachsener Tiere, und mit vier bis fünf Monaten sind sie selbstständig. Im Herbst verlassen die Jungen ihre Mutter und gehen eigene Wege.

Männchen sind erst mit einem Jahr geschlechtsreif, Weibchen können sich schon im Alter von fünf Wochen paaren.
Sprache
Hermeline sind sehr stille Tiere. Nur wenn sie Angst haben oder sich bedroht fühlen, lassen sie ein Keckern oder Schreien hören, das wie "Krikri" klingt.
Autorin: Barbara Kiesewetter