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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Hornisse

Alltag
Hornisse auf einem Ast (Bild: SWR)Im Winter sitzen die Weibchen der Hornissen, auch Königinnen genannt, ganz starr an geschützten Orten. Sie verstecken sich etwa unter Moosen und Rinden von Bäumen oder an anderen verborgenen Stellen.

Wenn der Frühling kommt, beginnen sie wieder, sich zu bewegen und gründen einen neuen Hornissenstaat.

Dazu suchen die Königinnen einen hohlen Baumstamm und bauen dort ein neues Nest.
Jemand hält ein Hornissennest in der Hand (Bild: SWR)Aus abgenagtem, altem Holz und Speichel mischen Hornissen eine Art Pappmaché zusammen. Damit bauen sie ihre kunstvollen, wabenförmigen Nester, die meistens eine dicke Hülle besitzen.
Diese schützt vor Hitze und Kälte. Außerdem benutzen die Hornissen sie als Klimaanlage.
Wenn es im Sommer heiß ist, verteilen sie etwas Wasser auf der Hülle und in den Waben. Das Wasser verdunstet langsam und kühlt so das ganze Hornissennest.
Eine Hornisse auf einem Ast (Bild: SWR)Aber die Hornissen können auch selbst "heizen": Wenn es ihnen zu kalt ist, zittern sie mit den Flügeln. Dabei entsteht Wärme und das Nest heizt sich auf. Die Wohlfühltemperatur der Hornissen liegt bei etwa 30 Grad.

Die Hornissen gehören zu den Stechwespen.
Sie können ihren Legestachel als wirksame Waffe benutzen. Mit dem Stachel verteidigen sie sich gegen ihre Feinde und erlegen Beutetiere. Der Satz "3 Hornissenstiche töten einen Menschen, 7 töten ein Pferd" ist ein oft gehörter Unfug. Sicher schmerzt ein Hornissenstich genau so wie ein Wespenstich. Er ist aber nicht gefährlicher.
Lebensbedrohlich können Hornissen nur dann werden, wenn sie direkt in ein Blutgefäß oder in die Zunge stechen. Dann kann die Zunge anschwellen, so dass der Gestochene keine Luft mehr bekommt und erstickt. Das Gift der Hornissen ist ein Gemisch aus chemischen Substanzen. Diese können einen lebensgefährlichen Schock auslösen, wenn sie direkt ins Blut gelangen.
Nachwuchs
Hornisse auf einer Wabe mit Larven (Bild: SWR)Im Frühling legen die Königinnen nach dem Nestbau ihre Eier in kleine Waben ab. Aus ihnen entwickeln sich Larven.

Die Larven werden mit Nektar und mit erbeuteten Insekten gefüttert. Wenn sie groß genug sind, verpuppen sich die Larven. Bald darauf schlüpfen neue Hornissen aus den Waben.
Sie sind kleiner als die Königin und werden als Arbeiterinnen bezeichnet. Sie helfen ihrer Königin dabei, noch mehr Nachwuchs aufzuziehen, indem sie am Nest weiter bauen, Feinde vertreiben, Beute jagen und Nahrung suchen. Arbeiterinnen legen normalerweise keine Eier. Das tun sie nur dann, wenn die Königin stirbt. Aus den Eiern der Arbeiterinnen schlüpfen aber nur männliche Hornissen.

Im Herbst bauen die Hornissen größere Waben. Darin wachsen Männchen und neue Königinnen heran. Nachdem sie geschlüpft sind, werden sie von den Arbeiterinnen gefüttert. Später paaren sich die Königinnen mit den Männchen entweder im Nest oder auf einem Hochzeitsflug. Die Männchen und das Hornissenvolk sterben bald darauf. Die Königinnen überwintern bis zum Frühjahr und gründen wieder ein neues Volk.
Autorin: Barbara Kiesewetter