SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Igel

Alltag
Pfote eines Igels (Bild: SWR)In der Dämmerung und bei Nacht gehen die Igel auf Tour durch ihr Gebiet.
Obwohl die Einzelgänger meist gemächlich tippeln, können sie auch geschickt klettern, gut schwimmen und schnell laufen.
Trotzdem rennt ein Igel nicht davon, wenn es brenzlig wird: Er igelt sich ein, indem er die Stacheln in die Höhe stellt und sich zu einer Kugel zusammenrollt. Diese stachelige Kugel kann kaum ein Feind knacken.
Bei ihren Streifzügen nach Nahrung richten sich Igel hauptsächlich nach ihrer feinen Nase. Aber sie können auch sehr gut hören.

Am Tag schlafen die Igel, damit sie nachts munter sind. Als Schlafzimmer dient ihnen ein Spalt, eine Höhle oder ein Unterschlupf im Gestrüpp. Sie polstern ihr Bett sorgfältig mit Laub, Moos und Gras. Denn der nächste Winter kommt bestimmt.
Ein Igel wird gewogen (Bild: SWR)Wenn die Temperatur unter 15 Grad sinkt, überkommt den Igel die große Müdigkeit: Er fällt in den Winterschlaf. Dabei nimmt die Körpertemperatur von 36°C auf 6°C ab. Der Herzschlag sinkt von 180 Schlägen pro Minute auf 20 Schläge.
Nur alle 30 Tage wacht der Igel mal kurz auf. Bis zum Frühjahr, wenn die Temperatur wieder über 15 Grad steigt, hat der Igel ein bis zwei Fünftel seines Gewichts verloren.

Igel auf einer Wiese (Bild: SWR)Igel legen keine Vorräte für den Winter an. Sie zehren von dem Fettpolster, das sie sich im Sommer und Herbst angefressen haben.
Igel, die in warmen Gegenden wohnen, können auf einen Winterschlaf verzichten, wenn die Temperatur hoch bleibt und genug Nahrung vorhanden ist.
Freunde und Feinde
Die Igel haben kaum natürliche Feinde, weil ihr Stachelkleid sie so gut schützt. Nur Eulen, ein paar anderen Greifvögeln und Dachsen gelingt manchmal es, einen Igel zu bezwingen.
Nachwuchs
Igelmutter mit ihren Jungen auf einer Wiese (Bild: SWR)Igel paaren sich meistens nur einmal im Jahr. Igelbabys kommen in Deutschland fast immer in den Monaten August und September zur Welt. Meist haben die Winzlinge, die gerade einmal 15 bis 25 Gramm wiegen, drei bis sechs Geschwister. Igelbabys sind blind, ihre Ohren sind geschlossen, und Zähne haben sie auch noch keine.
Dafür werden sie schon mit rund 100 weißen Stacheln geboren. Diese sind allerdings noch in der Rückenhaut eingebettet, damit sich die Igelmutter nicht weh tut.

Nach zwei Wochen öffnen die Igelbabys ihre Augen. Nach drei Wochen wachsen ihnen die ersten Zähnchen, und kurz darauf gehen sie mit der Mutter zum erstenmal auf Nahrungssuche. Weil sie anfangs aber nicht genug zum Fressen finden, säugt die Mutter ihre Jungen noch bis zur 6. Woche.
Sprache
Igel können ganz schön Krach machen. Sie schnattern, gluckern und tuckern, wenn sie sich aufregen. Begegnen sich Männchen und Weibchen zur Paarungszeit, dann fauchen sie sich oft laut an. Sehr schrill klingen die Angst- und Schmerzensschreie der Igel. Sie erinnern an das Kreischen einer Säge.
Autorin: Barbara Kiesewetter