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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Indischer Mungo

Alltag
Indischer Mungo schaut aus seinem Versteck heraus (Bild: SWR)Indische Mungos leben meist als Einzelgänger, manchmal aber auch in Paaren oder lockeren Familienverbänden. Sie halten sich überwiegend auf dem Boden auf, graben eigene Höhlen oder bewohnen die verlassenen Bauten anderer Tiere.
Indische Mungos sind tagaktiv: Am Tag verlassen sie ihre Verstecke und machen sich auf die Suche nach Nahrung.
Die Tiere können sich sehr schnell und wendig bewegen.
Deshalb sind sie auch in der Lage, Giftschlangen zu jagen: Wehrt sich die von ihnen angegriffene Schlange, weichen sie blitzschnell aus. Anschließend greifen sie wieder an und weichen wieder aus. Dieser Kampf geht so lange hin und her, bis die Schlange ermüdet ist und von den Mungos leicht überwältigt werden kann.
Zwei Indische Mungos stehen auf ihren Hinterfüßen (Bild: SWR)Immun gegen das Schlangengift sind Mungos jedoch nicht, auch wenn das immer wieder behauptet wird. Wird ein Mungo einmal von einer giftigen Schlange gebissen, schützt sie ihr dichtes Fell. Denn die Zähne der Schlange können das Fell meist nicht durchdringen.
Weil Mungos Schlangen angreifen und töten, wurden und werden sie in manchen Ländern, wie etwa in Indien, auch heute noch in Häusern gehalten. In alten indischen Erzählungen gelten Mungos sogar als Beschützer, die die Menschheit vor Schlangen schützen.
Indischer Mungo knackt die Schale eines Eies (Bild: SWR)Mungos wurden früher auf manchen Inseln eingeführt, weil man hoffte, dass sie dort die Ratten in Schach hielten. Diese Maßnahmen führten jedoch zu großen Problemen: Denn die Mungos machten nicht nur Jagd auf Ratten, sondern auch auf andere einheimische Tiere. Manche wurden von ihnen beinahe ausgerottet.
Oft brachen die Mungos auch in Hühnerställe ein und töteten viele Tiere. Außerdem stellte sich bald heraus, dass die Mungos die Tollwut-Erreger übertragen.
Freunde und Feinde
Weil sie sehr schnell und wehrhaft sind, haben Mungos wenig natürliche Feinde. Wenn sie angegriffen werden, nehmen sie eine typische Drohhaltung ein: Sie sträuben ihr Fell, heben den Hinterkörper an und senken den Kopf.
Nachwuchs
Indische Mungos bringen zwei- bis drei Mal im Jahr Junge zur Welt. Nach 60 bis 65 Tagen Tragzeit wirft ein Weibchen zwei bis vier Junge, die etwa vier bis fünf Wochen lang von der Mutter gesäugt werden und anschließend selbstständig sind. Die Jungen kommen zu allen Jahreszeiten zur Welt.
Sprache
Fühlen sich Mungos bedroht, stoßen sie gellende Drohschreie aus und keckern.
Autorin: Barbara Kiesewetter