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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kamel

Welches Kamel hat einen und welches zwei Höcker? Und welche Funktion haben die Höcker? OLI weiß jetzt Bescheid.
Ein Kamel (Bild: picture alliance / dpa)

Camelus dromedarius

Kamele sind perfekt an ein Leben in der Wüste angepasst. Zu ihnen zählen die einhöckrigen Dromedare aus Nordafrika und Arabien, sowie die zweihöckrigen Trampeltiere aus Asien.
Aussehen
Fuß eines Kamels (Bild: SWR)Dromedare und Trampeltiere gehören zur Familie der Kamele und zu den so genannten Schwielensohlern. Diese Tiergruppe heißt so, weil die Sohlenflächen ihrer Füße mit dicken, federnden Schwielen gepolstert sind.
Sie haben keine Hufe, sondern nur sehr kleine, fingernagelähnliche Gebilde, die die Vorderkante der Füße schützen. Die Schwielen an den Füßen sorgen dafür, dass das Gewicht der Tiere auf dem losen Sandboden verteilt wird und sie nicht einsinken. Bei den Trampeltieren sind diese Schwielen breiter als beim Dromedar.
Eine Hand deutet auf Hornschwielen am Bein eines Kamels (Bild: SWR)Am Brustbein, an den Ellenbogen sowie an Ferse und Knie besitzen Kamele dicke Hornschwielen.
Kamele sind mächtige Tiere: Sie haben eine Schulterhöhe von 2,3 bis 2,5 Metern. Von der Schnauze bis zum Po messen sie zwischen 2,2 und 3,4 Meter. Der Schwanz wird 50 bis 70 Zentimeter lang, und sie wiegen zwischen 450 und 650 Kilogramm.
Trampeltiere werden oft etwas schwerer als Dromedare.
Trampeltier (Bild: SWR)Typisch sind die langen Beine, der lange, nach unten durchgebogene Hals und die Höcker: Dromedare besitzen einen, die Trampeltiere zwei Höcker.
Beide Tierarten haben ein ziemlich dickes Fell aus krausem, wolligem Haar. Es kann unterschiedliche Beige- und Brauntöne haben, aber auch weiß sein oder sogar schwarz.

Ein kleines und ein großes Trampeltier, von dem jemand ein Büschel Winterfell abgezupft hat (Bild: SWR)Da Trampeltiere in einer Region leben, in der es im Winter sehr kalt wird, bekommen sie in dieser Jahreszeit ein sehr dickes, langes Fell.
Wird es im Frühjahr wieder wärmer, löst sich dieses Winterfell in großen Fetzen ab, so dass die Tiere richtig zerrupft aussehen.
Ein typisches Merkmal ist auch der Passgang: Die Tiere bewegen das rechte bzw. linke Vorder- und Hinterbein jeweils gleichzeitig nach vorne.
Gesicht eines jungen Trampeltiers (Bild: SWR)Die Oberlippe der Kamele ist gespalten, die Nasenlöcher sind schlitzförmig. Sie können verschlossen werden und sind so vor Sand geschützt.
Die Familie der Kamele entstand vor etwa 40 bis 50 Millionen Jahren in Nordamerika. Vor etwa zwei Millionen Jahren wanderten sie über die Beringstraße in die Alte Welt, also nach Asien und Afrika. In Nordamerika sind sie ausgestorben. Die Lamaartigen kamen während der Eiszeit nach Südamerika und haben dort überlebt.
Heimat
Dromedare gibt es nur in Arabien und in Nordafrika. Dort kommen sie vor allem am Rand der Wüsten wie der Sahara vor. In Australien wurden Dromedare eingeführt und haben sich dort gut eingelebt. Einige von ihnen sind verwildert.

Trampeltiere - auch Baktrische Kamele genannt - leben in Zentralasien. Dort kommen sie von Kasachstan über die Mongolei bis nach Nordchina vor und werden als Lasttiere gehalten.
Wild lebende Dromedare gibt es heute nicht mehr, und wilde Trampeltiere sind sehr selten: Es sollten nur noch etwa 950 von ihnen in der Taklamakan-Wüste, in der chinesischen Provinz Xinjiang und im mongolischen Teil der Wüste Gobi leben.
Lebensraum
Dromedar auf einer Wiese (Bild: SWR)Der Lebensraum der Dromedare sind die heißen Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas und Arabiens. Feuchtes Klima vertragen sie nicht.
Auch Trampeltiere sind an ein Leben in der Wüste angepasst. Sie müssen aber sehr viel größere Temperaturschwankungen aushalten als Dromedare:
In den Wüsten Zentralasiens kann es im Sommer bis zu 40° Celsius heiß und im Winter bis zu -30° Celsius kalt werden.
Rassen und Arten
Ein Tulu (Bild: SWR)
Die beiden Altwelt-Kamele - das einhöckrige Dromedar und das zweihöckrige Trampeltier - sind so nahe miteinander verwandt, dass sie sich sogar miteinander fortpflanzen können. Kreuzungen aus Dromedar und Trampeltiere nennt man Tulus oder Bukhts: Sie besitzen entweder einen langgezogenen oder einen kleineren Höcker.
Die wild lebenden Trampeltiere Zentralasiens werden von manchen Forschern sogar als eigene Art, nämlich als "Salzwasserkamele", bezeichnet, weil diese Tiere sogar salzhaltiges Wasser trinken und bestens vertragen können.
Zu den Neuweltkamelen in Südamerika zählen Lamas, Guanakos, Alpakas und Vikunjas. Sie sind alle viel kleiner als Trampeltiere und Dromedare, besitzen keine Höcker und haben auch keine dicken Sohlenpolster an den Füßen.
Lebenserwartung
Kamele können 40 bis 50 Jahre alt werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter