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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kegelrobbe

Alltag
Eine Gruppe Kegelrobben an Land (Bild: SWR)Kegelrobben sind sehr scheue und seltene Tiere. Sie sind am Tag aktiv und leben meist in kleinen Rudeln.

Bei Ebbe rasten sie am Ufer, bei Flut gehen sie auf die Jagd nach Fischen und anderen Meeres-Tieren. Dabei können sie bis zu 20 Minuten lang bis zu 130 Meter tief tauchen.

Einige Tiere tauchen sogar bis zu 300 Meter unter die Wasser-Oberfläche.
Kegelrobbe (Bild: SWR)Forscher haben kleine Sender in den Pelz der Robben geklebt und so herausgefunden, dass sie bis zu 30 oder 50 Kilometer weit schwimmen, um Nahrung zu finden - manchmal sogar bis zu 100 Kilometer.

Wenn Paarungszeit ist, geht es bei den Kegelrobben rund: dann scharen die Männchen einen Harem aus fünf bis sechs Weibchen um sich, die sie eifersüchtig bewachen.
Wagt sich ein anderes Männchen zu nahe an die Weibchen heran, wird es vom Harems-Bullen heftig und mit lautem Gebrüll angegriffen.

Zwei kämpfende Kegelrobben (Bild: SWR)Allerdings passiert den Tieren dabei nur selten etwas; meistens wollen sie sich nur gegenseitig imponieren - und zeigen, wer der Stärkere ist.

Ist die Paarungszeit vorbei, werden die Männchen wieder friedlich. Der Harem löst sich auf, und die Robben leben in lockeren Rudeln zusammen.

Früher versammelten sich Kegelrobben zur Paarungs- und Wurfzeit in großen Gruppen an den Küsten im Nordatlantik. Solche "Wurfplätze" sind heute selten geworden - die Robben wurden viel gejagt oder zu oft von Menschen gestört. Deshalb suchen sie heute zur Wurfzeit einzeln oder in kleinen Gruppen Schutz an einsamen Felsküsten. Nur auf den Okney-Inseln nördlich von Großbritannien gibt es noch große Herden.
Ein Kegelrobben-Junges mit seiner Mutter (Bild: SWR)Kegelrobben - und vor allem ihre Jungen - wurden früher erbarmungslos wegen ihres Pelzes gejagt und erschlagen. Heute ist das zum Glück verboten und die Kegelrobben-Rudel werden wieder größer. Allerdings haben früher auch die Jäger zu spüren bekommen, dass Kegelrobben viel aggressiver sind als zum Beispiel Seehunde.

Immer wieder soll es vorgekommen sein, dass alte Kegelrobben-Männchen den Jägern den Rückweg abschnitten, sich aufrichteten, sie angriffen - und zubissen.
Freunde und Feinde
Kegelrobben haben wenig natürliche Feinde. Nur Haie oder Schwert-Wale können ihnen gefährlich werden. Die größte Bedrohung geht vom Menschen aus: Kegelrobben wurden Jahrhunderte lang gejagt.
Jagd
Kegelrobben sind Raubtiere und machen vor allem auf dem Meeres-Grund Jagd nach Beutetieren.
Nachwuchs
Eine Kegelrobbe mit ihrem Neugeborenen (Bild: SWR)Zwischen November und März paaren sich die Kegelrobben, und ein knappes Jahr danach bringt das Weibchen an Land ein Junges zur Welt.
Der Zeitpunkt der Geburt hängt davon ab, wo die Kegelrobben leben: Im Nordatlantik kommen die Kegelrobben-Babys zwischen Oktober und November zur Welt, in der Ostsee im Februar und im März.
Eine junge Kegelrobbe (Bild: SWR)Eine neu geborene Kegelrobbe ist 75 Zentimeter bis einen Meter lang und wiegt zwischen 15 und 20 Kilogramm.
Sie wird zwei bis zweieinhalb Wochen von der Mutter gesäugt.

Kegelrobben-Babys tragen noch keinen wasserdichten Pelz, sondern ein langes, weißes, wolliges Fell, das auch Lanugo genannt wird.
Eine Kegelrobbe mit ihrem Jungen im Wasser (Bild: SWR)Erst, wenn sie zwei bis vier Wochen alt sind, wechseln sie ihr Fell und machen die ersten Schwimm-Versuche.
Sie werden dann sehr schnell selbstständig.

Junge Kegelrobben sind kleine Einzelgänger und spielen die meiste Zeit für sich allein.
Sprache
Kegelrobben können brummen und grunzen. Manchmal jaulen sie auch oder schnauben laut.
Autorin: Barbara Kiesewetter