OLIs Wilde Welt
Kleiner Goliathkäfer  (Bild: SWR)

Kleiner Goliathkäfer


Eudicella gralli

Die Männchen dieser großen Käfer tragen ein bizarres Kennzeichen: Auf ihrem Kopf sitzt ein großes, nach hinten gebogenes, zweispitziges Horn.
Aussehen
Der Kleine Goliathkäfer ist - trotz seines Namens - ein recht großer Käfer: Die Weibchen werden bis zweieinhalb, die Männchen bis drei Zentimeter lang. Manche Tiere erreichen sogar eine Länge von vier Zentimetern. Da es viele verschiedene Unterarten gibt, sind die Käfer unterschiedlich gefärbt:
Färbung des Kleinen Goliathkäfers  (Bild: SWR)
Manche haben beige Flügeldecken mit drei breiten, grünen Längsstreifen.
Bei anderen sind Teile der Flügeldecken rot gefärbt und auch die grünen Längsstreifen sind rot umrahmt.

Einige Unterarten haben braune Beine. Es gibt aber auch welche mit schwarz-grünen Beinen. Das Brustschild ist hellgrün bis kupferfarben.

Typisches Kennzeichen der Männchen ist das nach hinten gebogene Horn auf dem Kopf, das zwei Spitzen besitzt. Je besser die Ernährung während des Larvenstadiums war, desto größer und schöner ausgebildet ist das Horn der Männchen.
Heimat
Alte Unterarten des Kleinen Goliathkäfers stammen aus Zentralafrika. Man findet sie von Gabun bis Uganda.
Lebensraum
Der Kleine Goliathkäfer leben vor allem im und auf dem Boden sowie auf den Ästen von Büschen und Sträuchern.
Rassen und Arten
Die Kleinen Goliathkäfer gehören zur Ordnung der Käfer und damit zu einer der artenreichsten Gruppen der Insekten. Es sind etwa 350.000 verschiedene Käfer-Arten bekannt. Typisch sind die harten, oft sehr schön bunt gefärbten Deckflügel.

Innerhalb dieser Ordnung zählen sie zur Familie der Scarabaeidae - der Blatthornkäfer. Sie sind zum Beispiel mit dem Maikäfer und dem Mistkäfer verwandt. In Mitteleuropa gibt es von den Blatthornkäfern 150 Arten. Viele Arten kommen aber auch in tropischen Regionen vor.

Die meisten dieser Käfer haben keinen eigenen deutschen Namen. Der Kleine Goliathkäfer wurde einfach nach dem Goliathkäfer (Goliathus goliathus) benannt. Er ist der Namensgeber für diese Gruppe von Käfern. Einen richtigen eigenen deutschen Namen hat er aber nicht.
Gezüchteter Kleiner Goliathkäfer im Terrarium  (Bild: SWR)
Vom Kleinen Goliathkäfer gibt es 13 verschieden Unterarten, die in den verschiedenen Regionen Afrikas leben und auch alle etwas unterschiedlich aussehen.

In Burundi zum Beispiel lebt die Unterart Eudicella gralli thiryi und im Kongo die Unterart Eudicella gralli hubini.

Diese beiden Unterarten werden auch am häufigsten bei uns gezüchtet und in Terrarien gehalten.
Manche Verwandte des Goliathkäfers gehören zu den größten Käfern überhaupt und können bis zu 100 Gramm wiegen.
Lebenserwartung
Kleine Goliathkäfer werden meist nur drei bis vier Monate alt. Manche Unterarten werden bis zu einem halben Jahr alt.
Alltag
Horn eines Kleinen Goliathkäfers  (Bild: SWR)
Kleine Goliathkäfer werden gerne in Terrarien gehalten, weil sie sehr große, ungewöhnliche Käfer sind.

Das Horn der Männchen mit seinen zwei Spitzen trägt an den Enden mehrere kleine schwarze Zähne. Es kann insgesamt eine Länge von 14 bis 16 Millimetern erreichen.

Die Käfer sind tagaktiv und sehr lebendig: Vom Morgen bis zum Abend kann man beobachten, wie sie herumlaufen und nach Nahrung suchen. Diese besteht überwiegend aus Pflanzen, die die Käfer mit ihren zangenartigen Mundwerkzeugen zerkauen.

Mit ihren Beinen können sie sich gut an Ästen und sogar an der Blattunterseiten festhalten: Dazu haben sie kleine Häkchen an den Fußenden, mit denen sie sich festklammern.
Freunde und Feinde
Vögel und Reptilien können den Käfern gefährlich werden. Besonders die Larven sind ein willkommener Leckerbissen. Zwar vergraben sie sich in der Erde. Doch wenn sie entdeckt werden, sind sie nicht schnell genug, um zu entkommen.
Nachwuchs
Wie bei allen Insekten und damit auch bei Käfern schlüpfen die Larven aus Eiern. Nach der Paarung legen die Weibchen der Kleinen Goliathkäfer die Eier in die Erde ab. Man kennt drei Larvenstadien, die eine Entwicklungszeit von insgesamt sechs bis neun Monaten haben.
Larve eines Kleinen Goliathkäfers  (Bild: SWR)
Die einzelnen Stadien sind an der unterschiedlichen Breite ihres Kopfes zu erkennen. Das erste Larvenstadium hat einen 1,5 Millimeter breiten Kopf.

Das zweite einen Kopf von etwa drei Millimeter Breite. Und das dritte Larvenstadium schließlich besitzt einen sechs Millimeter breiten Kopf.

Die Larven werden auch Engerlinge genannt. Sie werden bis zu sechs Zentimeter lang und wiegen etwa sieben Gramm. Ihr Körper besteht aus vielen gleichartigen Körperabschnitten. Typisch für die Larven der Kleinen Goliathkäfer ist eine harte Platte auf der Oberseite des letzten Hinterleib-Abschnitts.

Die Larven der Kleinen Goliathkäfer sind so gefräßig, dass sie sich manchmal sogar gegenseitig fressen.
Kokon eines Kleinen Goliathkäfers  (Bild: SWR)
Am Schluss ihrer Entwicklungszeit verpuppen sich die Larven. Dazu bauen sie ihre Kokons aus hauchdünnen Fäden und kleben sie an Äste oder Steine oder an die Wand des Terrariums.

In diesem Kokon ruhen die Puppen fünf Wochen lang und verwandeln sich. Schließlich schlüpfen die fertigen Käfer.

Züchtet man Kleine Goliathkäfer selber, kann man die Entwicklung von der Larve über die Puppe bis zum Käfer gut beobachten.
Ernährung
Kleiner Goliathkäfer beim Fressen  (Bild: SWR)
Kleine Goliathkäfer sind Vegetarier.
Sie fressen Blüten und Pflanzen, mögen aber auch Obst und Blütenpollen.

Als Larve ernähren sie sich von Pflanzen- und Laubresten, die auf dem Boden liegen. In Gefangenschaft werden sie vor allem mit Obst, Salat und Kartoffelstückchen gefüttert.
Haltung
Die Kleinen Goliathkäfer können leicht in Terrarien gehalten werden. Die Tiere werden bei uns nachgezüchtet und können bei Züchtern gekauft werden.

Die Terrarien sollten eine Fläche von 40 x 30 Zentimeter haben und 40 Zentimeter hoch sein. Außerdem sollten sie mit Ästen ausgestattet sein, auf die die Käfer klettern können. Der Boden wird mit einer Mischung aus Walderde und Mist ausgestreut.

Weil die Tiere aus den tropischen Regionen Afrikas kommen, brauchen sie Wärme. Das Terrarium muss deshalb auf eine Temperatur von 22 bis 28 °C aufgeheizt sein. Nachts sollte es noch mindestens 18 °C warm sein.
Pflegeplan
Man muss die Käfer regelmäßig füttern und das Terrarium reinigen.