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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kornnatter

Alltag
Kornnatter auf einem Baum (Bild: SWR)Kornnattern können hervorragend klettern, trotzdem leben sie in der Regel auf dem Boden. In freier Wildbahn sieht man sie kaum, weil sie sich meist in den unterirdischen Bauten von Nagetieren verstecken.

Im Sommer werden Kornnattern erst gegen Abend richtig munter, im Frühjahr dagegen sind sie schon am Tag aktiv.

Weil Kornnattern aus einer Region mit gemäßigtem Klima stammen, sind sie daran gewöhnt, während der kalten Jahreszeit eine Winter-Ruhe zu halten.

Kornnatter (Bild: SWR)Diese Zeit verbringen sie in Erdhöhlen, im Laub oder in Felsspalten versteckt. Tiere aus wärmeren Klimazonen - wie etwa Mexiko - halten dagegen nur eine ganz kurze Winter-Ruhe.
Im Terrarium reicht es meist, wenn man die Temperatur für ein paar Wochen senkt und die Beleuchtungs-Dauer verkürzt. Im Frühjahr wird dann wieder mehr geheizt und die Kornnattern werden wieder wach und aktiv.
Eine Kornnatter mit herausgestreckter Zunge (Bild: SWR)Kornnattern können sehr gut riechen. Ihr Beute erkennen sie häufig am Geruch. Wie die meisten Schlangen züngeln Kornnattern und nehmen dabei die Duftstoffe der Umgebung auf.

Wenn sie die Zunge zurückziehen, wird die Zungenspitze im Rachen an das so genannte Jacobsonsche Organ geführt - das ist das Geruchsorgan der Schlangen.

Auge einer Kornnatter (Bild: SWR)Kornnattern können auch ziemlich gut sehen, aber nur wenig hören. Sie nehmen vor allem Erschütterungen wahr.

Junge Kornnattern häuten sich etwa acht- bis zwölfmal im Jahr, erwachsene Tiere müssen sich weniger oft häuten, da sie nicht mehr so schnell wachsen.
Dass sich eine Kornnatter bald häutet, lässt sich daran erkennen, dass die Farbe ihrer Haut blass und die Augen milchig trübe werden. Am besten lässt man die Schlange dann einfach in Ruhe.
Freunde und Feinde
Greifvögel und kleine Raubtiere machen manchmal Jagd auf Kornnattern.
Jagd
Wilde Kornnattern machen Jagd auf kleine Nagetiere, junge Ratten, Vögel, Echsen und Frösche. Dabei klettern sie bis in die obersten Baumkronen hinauf. Kornnattern erdrosseln ihr Beute und verschlingen sie.
Nachwuchs
Eine Kornnatter versteckt hinter Ästen (Bild: SWR)Etwa mit zwei bis drei Jahren können sich Kornnattern zum ersten Mal fortpflanzen. Sie tun das aber nur, wenn sie ihre Winter-Ruhe eingehalten haben. Dazu suchen sich die Schlangen ein Versteck aus.

In dieser Zeit - etwa ab Mitte Dezember - sollte sie nicht mehr gefüttert werden. Außerdem sollte die Temperatur im Terrarium auf etwa 20° Celsius gesenkt und auch die Beleuchtung nicht mehr so lange eingeschaltet werden. Anschließend hält die Schlange etwa sechs bis acht Wochen Winter-Ruhe.

Die Paarungszeit beginnt, wenn sich die Kornnattern nach der Winter-Ruhe zum ersten Mal gehäutet haben. Jetzt kriechen die Schlangen fast ständig durch ihr Gehege. Dann beginnen die Männchen damit, um ein Weibchen zu kämpfen. Das Männchen, das den Kampf gewinnt, paart sich schließlich mit dem Weibchen. 40 bis 60 Tage danach legt das Weibchen etwa fünf bis 15, manchmal auch bis zu 35 längliche Eier ab, die jeweils bis zu vier Zentimeter groß sind.
Am besten stellt man ihm dazu einen mit Torf oder Moos gefüllten Behälter ins Terrarium. Die in dem Behälter abgelegten Eier müssen bei 27 bis 28 Grad Celsius und 90 bis 100 Prozent Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden. Nach 60 bis 70 Tagen schlüpfen schließlich die 20 bis 24 Zentimeter langen Schlangenbabies.
Autorin: Barbara Kiesewetter