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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Krallenfrosch

Alltag
Krallenfrosch beim Fressen  (Bild: SWR)
Krallenfrösche werden erst abends und nachts aktiv. Dann suchen sie den Boden ihres Gewässers nach Nahrung ab. Dabei haben sie eine besondere Technik entwickelt: Mit ihren Vorderbeinen wühlen sie den Grund auf, indem sie die Hände zum Maul hin bewegen.

Krallenfrösche sind perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Mit ihren langen, kräftigen Hinterbeinen und den großen Schwimmhäuten zwischen den Zehen können sie sehr gut schwimmen - sogar rückwärts. Krallenfrösche können nicht besonders gut sehen und riechen.
Krallenfrosch nehmen jede Bewegung im Wasser wahr.   (Bild: SWR)
Dafür haben sie aber ein anderes Organ, das ihnen hilft, sich im Wasser zu orientieren: Es ist das so genannte Seitenlinienorgan, das an beiden Seiten des Körpers verläuft.
Es besitzt bis zu 500 Sinneshaare. Mit diesem Organ nehmen Krallenfrösche sogar die kleinsten Bewegungen, zum Beispiel von Beutetieren, wahr.
Berühmt wurden Krallenfrösche, weil man in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts entdeckt hatte, dass man sie für Schwangerschaftstests verwenden kann:
Spritzt man den Urin einer Frau, die ein Kind erwartet, unter die Haut eines Krallenfrosch-Weibchens, legt dieses innerhalb von zwei Tagen Eier ab. Ist die Frau nicht schwanger, passiert dies nicht. Nachdem aber später chemische Tests entwickelt wurden, werden die Krallenfrösche heute nicht mehr zu diesem Zweck in Labors verwendet.
Mehrere Krallenfrösche in einem Aquarium   (Bild: SWR)
Der Krallenfrosch Xenopus laevis ist der am häufigsten bei uns in Aquarien gehaltene Krallenfrosch, weil die Tiere sehr anpassungsfähig sind. Man hat entdeckt, dass Krallenfrösche, obwohl sie aus dem Süßwasser kommen, sogar in salzhaltigem Wasser überleben können. Allerdings ist das nur für eine begrenzte Zeit möglich.

Sie können sich auch an extreme Temperaturen anpassen und halten für kurze Zeit sogar Temperaturen von 0°C oder 30°C aus. In Nordamerika lebende Krallenfrösche überwintern sogar unter Eis.
Freunde und Feinde
Kormorane und Reptilien wie Schlangen können den Krallenfröschen gefährlich werden. Mit dem Gift, das die Haut der Krallenfrösche absondert, können sie aber oft Fressfeinde abschrecken. In manchen Regionen Afrikas wurden Krallenfrösche auch von Menschen gegessen.
Nachwuchs
Die Paarungszeit der Krallenfrösche in Afrika dauert über zehn Monate. Das heißt, sie paaren sich fast das ganze Jahr über. Sind die Männchen in Paarungsstimmung, bekommen sie an den Innenseiten der Arme dunkle Flecken. Es sind kleine Saugnäpfe, mit denen sich die Männchen an den Weibchen, wenn sie sie bei der Paarung umklammern, festhalten.

Anschließend legt das Weibchen bis zu 2000 Eier ab. Die Eier sinken zum Boden oder bleiben an Wasserpflanzen kleben. Aus den Eiern schlüpfen dann wie bei unseren Fröschen kleine Kaulquappen. Sie besitzen einen Schwanz und atmen mit Kiemen. Nach und nach wandeln sie sich in kleine Frösche um. Mit etwa 22 bis 26 Monaten werden Krallenfrösche geschlechtsreif.
Sprache
Krallenfrösche haben sehr eigenartige Rufe: Sie geben lediglich ein leisen Ticken von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter